- Die Auslosung für die WM findet nächsten Mittwoch um 9.45 Uhr Ortszeit statt und wird live von BBC Radio Sheffield ausgestrahlt. 2006 gab es dabei einen Skandal als Michael Holt zweimal im Lostopf vorhanden war. 2007 wurde dann nicht mehr live gezogen, wodurch Ding Junhui und Ronnie O’Sullivan, die aufeinander trafen, von Schiebung sprachen. Letztes wurde die Ziehung dann live aus dem Crucible ins Internet gestreamt.
- Martin Gould hat das erste Mal in seiner Profi-Karriere das Crucible erreicht, er besiegte Matthew Stevens mit 10:4 deutlich. Dabei gelangen ihm Breaks von 108, 113 und 100Â Punkten, letztere im letzten Frame.
- Matthew Stevens beschwerte sich anschließend über die Tischqualität.
„Der Tisch war grausam. Es fühlte sich an als ob man auf Schlamm spielen würde. Ich habe mein Tuch ausgetauscht am Trainingstisch um die Bedingungen zu Simulieren. Aber das war so langsam.“
Auch Michael Judge beschwerte sich nach seiner 4:10-Niederlage gegen Andrew Higginsson über seinen Tisch. - Dominic Dale spielte gegen Michael Holt zwar das höchste Break (110), verlor aber dennoch 7:10.
„Man fühlt sich einfach nur noch krank.“
sagte Nigel Bond nach seinem Qualifikationsmatch gegen Mike Dunn. Bond gewann mit 10:7 und zieht damit zum 15. Mal ins Crucible ein.- Stuart Bingham besiegte Alan McManus mit 10:6.
- Auch Jamie Cope darf aufatmen: mit einem 103er-Century und dem 10:5 sicherte er sich die WM-Teilnahme.
- Heute scheint Break-Tag bei der WM zu sein. Judd Trump setzte die Latte für das gegen Stephen Lee höchste Century mit 137Â Punkten ordentlich in die Höhe, doch Mark Williams zeigte, dass er auch ein gefährlicher Gegner ist. Letztlich standen 145Â Punkte auf dem Tableau.
Wie Dragonstars Eventmanagement mitteilt wird Ronnie O’Sullivan nicht in Berlin auftreten. Statt einer Absage von „Ronnie Reloaded“ hat man sich entschieden eine Exhibition mit John Higgins, Neil Robertson, Ryan Day, Jimmy White, Shaun Murphy und Chris McBreen zu veranstalten.
„Es ist uns natürlich bewusst, dass wir treuen ROS-Fans Ronnie O Sullivan nicht ersetzen können, aber dennoch möchten wir Ihnen trotz der unglücklichen Umstände eine sensationelle Snookerveranstaltung bieten und einen unvergesslichen Abend bescheren.“
Schiedsrichterin wird Michaela Tabb sein, durch das Programm führt Rolf Kalb.
Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2009 wird in einem leicht unübersichtlichen 3-Stufen-Verfahren ausgetragen. Zwei dieser drei Stufen sind bereits gespielt, die dritte und zum Einzug in die Hauptrunde entscheidende beginnt nach einer kurzen Champions League-Unterbrechung am Sonntag.
In Stufe 1 erhalten Spieler, die aktuell nicht auf der Main Tour spielen, die Chance, sich sozusagen für die Qualifikation zu qualifizieren – gewiss ein schweres Unterfangen, doch Ex-Profi Tony Knowles gelang dieses Kunststück mit einem 10-9 über Main Tour-Profi Stefan Mazrocis. Neil Selman hingegen hatte durch die erneute Absage von Profi Declan Hughes gar ein „Freilos“ zum Einzug in Stufe 2.
Stufe 2 entspricht dann quasi den drei ersten Runden der „normalen“ Qualifikation zur WM. Die Amateure aus Stufe 1 mussten hier erwartungsgemäß bereits in der 1. Runde von Stufe 2 ihren Queuekoffer packen. Auch die „Altmeister“ Jimmy White und John Parrott schieden bereits in Stufe 2 aus — White unterlag Andy Hicks mit 8-10, Parrott ging gegen Matthew Couch gar mit 3-10 baden. Deutliche Siege hingegen für die aufstrebenden Profis Judd Trump (gegen Joe Delaney) und Ricky Walden (gegen Rod Lawler): Beide siegten überdeutlich mit 10-1 (einen Whitewash gab es in der WM-Qualifikation bislang nicht). Bemerkenswert auch die bislang bestenfalls unauffälligen Couch, Lee Spick, Daniel Wells und Jamie Jones, die alle Runden von Stufe 2 spielen mussten und gewannen. Besonders auffallend dabei Jungprofi Wells, erster Empfänger der Paul Hunter Scholarship, der dreimal mit 10-9 gewann.
Der Turnierbaum hat einige interessante Paarungen für die finale Hürde ins Crucible ergeben, leider wird auch von diesen in TV und/oder Stream nichts zu sehen sein. Es wäre wirklich an der Zeit, dass sich die WSA zumindest für große Turniere wie die WM hier etwas überlegt, was über (stellenweise defektes) Livescoring hinaus geht. Partien wie Trump gegen Stephen Lee, Walden gegen Anthony Hamilton, Ken Doherty gegen Gerard Green oder Dave Harold gegen Liang Wenbo mögen technisch gesehen (noch) Qualifikationsmatches sein — interessant und spannend genug für eine Übertragung wären sie jedoch allemal.
Die Schiedsrichter bei der Welsh Open scheinen doch den einen oder anderen schlechten Tag gehabt zu haben:
Ding Junhui hat in seinem Match gegen Stephen Maguire zwei Rote hintereinander gelocht – und keiner hat es gemerkt. Schiedsrichter Colin Humphries zögert lange den Punkt auf die Anzeigetafel zu schreiben (ein Marker war anscheinend nicht anwesend).
Ding verlor 4:5.
Hier der fragliche Ausschnitt, Dave Hendon bestätigt die Echtheit.
Und hier Fu beim Foul gegen O’Sullivan, welches ebenfalls übersehen wurde. Danke an Leser Michael für den Hinweis.
Die Geier kreisen. Sinkende Zuschauerzahlen hin, fehlende Sponsoren her — die Leistungsdichte im Snooker steigt unaufhaltsam. Junge, hungrige Spieler drängen mit aller Macht nach; Spieler, die man längst auf dem absteigenden Ast wähnte, rappeln sich noch einmal auf. Wohl nie zuvor war der Kreis der Anwärter auf einen der begehrten Plätze in den Top 16 so groß, was für viele der arrivierten Stars bedeutet, dass ihr lange sicher geglaubter Platz in der Elite des Snooker wackelt.
Jimmy White hat diesen tiefen Sturz bereits hinter sich. Lediglich über die Einjahreswertung konnte der „Whirlwind“ sich im letzten Jahr auf der Tour halten, mittlerweile arbeitet er sich langsam zurück — derzeit steht White im „Very Provisional Ranking“ recht sicher in den mittleren Fünfzigern. Die Chance stehen also gut, dass Jimmy in der kommenden Saison zumindest nicht alle Qualifikationsrunden wird überstehen müssen.
Ken Doherty, immerhin Weltmeister 1997, ist nach einem Seuchenjahr par excellence dort mittlerweile aus den Top 32 gerutscht, ebenso Ex-Weltmeister Graeme Dott, den zwei schlechte Spielzeiten mit persönlichem und Verletzungspech zwischenzeitlich sogar aus den Top 48 katapultiert hatten, obgleich er im offiziellen Ranking noch auf Platz 13 geführt wird. Während Dott sich mit einem starken Finish mittlerweile immerhin wieder Hoffnungen auf einen Platz in den Top 32 machen dürfte, wird das für Doherty, der nur noch bei der WM punkten könnte, ganz schwer.
Von den derzeit offiziellen Top 16-Spielern können neben Dott weitere sechs Spieler noch nicht wirklich „durchatmen“. Peter Ebdon (offiziell Nr. 9) und Mark King (15) sind im „Very Provisional“ bereits auf Platz 17 und 18 abgerutscht. Aber auch Ding Junhui (11), Neil Robertson (10), Stephen Hendry (6) und selbst Mark Allen (16) können sich noch nicht in Sicherheit wiegen, obschon alle vier derzeit in den „Very Provisional“ Top 16 stehen. Angesichts der nachdrängenden Spieler aber werden wahrscheinlich keinem von ihnen die garantierten Punkte für einen Verbleib auf den „gesetzten Plätzen“ ausreichen — zu eng beeinander ist das Feld derzeit zwischen Platz 10 und 20.
Besonders pikant ist der „Fall Stephen Hendry“ — was würde der Rekordweltmeister, der seit Monaten mit seinem Spiel hadert, aber scheinbar immer noch Vertrauen in sein Können hat, tun, sollte er aus den Top 16 rutschen? Das Queue an den Nagel hängen oder brav zu den Qualifikationsmatches nach Prestatyn reisen, auf die Gefahr hin, sich dort zu blamieren wie so mancher vor ihm? Eine Frage, die sich rein altersbedingt bei Ebdon ebenfalls stellt.