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O’Sullivan: „Kann nicht mit Hendry gleichziehen“

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In einem Interview mit Ronnie O’Sullivan, das BBC morgen ausstrahlt, sagt O’Sullivan auf die Frage ob er mit Hendry gleichziehen kann: „Ich kann keine sieben oder acht Weltmeisterschaften gewinnen, mir fehlt einfach der drive. Ich habe nicht die Leidenschaft, die es braucht um ein (Michael) Schumacher, ein Hendry zu sein – Ich bin kein Sklave des Sports.“

„Ich glaube nicht einmal daran, dass ich in 5 Jahren noch spielen werde, geschweige denn 5 Titel gewinne.“, fügte der 33jährige hinzu.

Linke Hand als Geliebte

In einem weiteren veröffentlichten Teil des Interviews redet O’Sullivan davon, wie er sein Spiel mit der linken Hand verbesserte: „Ich war damals 17, und spielte mit rechts nicht so gut, wie ich das von mir erwartet habe und da habe ich beschlossen die linke Hand zu trainieren. Viele Männer haben eine Frau und eine Geliebte und mir hilft die linke Hand durch schlimme Zeiten, wenn ich mich nicht wohl fühle. Ich kann ja nicht so tun, als ob sie nicht da wäre und sie verstoßen.“

Auch zu seiner Aufgabe gegen Stephen Hendry Ende 2005 äußerte O’Sullivan sich: „Ich wollte damals einfach nur raus hier. Nach der Aufgabe habe ich mich besser gefühlt. Ich wusste, dass ich das gleiche Gefühl in jeder weiteren Runde gehabt hätte und das wollte ich nicht. Das hätte mir auch im WM-Finale passieren können, der Ort spielte keine Rolle.“

„Ich habe mir dann einen Überblick verschafft – und das ist schon seltsam, wenn du das machst, wenn du vorher so eine Leidenschaft für etwas hattest. Manchmal fühle ich mich wieder so, aber ich kann nicht aufgeben, weil sie mir eine kräftige Strafe aufbrummen – deshalb werde ich, wenn es absehbar ist, dass ich mich so fühle, auch Turniere absagen.“

Die Vorabveröffentlichung des Interviews inklusive zwei kurzer Videos.

Kann Selby O’Sullivan stoppen?

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Ronnie O’Sullivan steht in der Premier League da, wo er hin gehört: Im Finale. Dort stand er auch schon bei den letzten vier Serien und gewann jedes Mal. Insgesamt strebt er den achten Sieg in dieser Veranstaltungsreihe nach 1997, 2001, 2002, 2005 (Frühling), 2005 (Winter), 2006 und 2007 an.

Gegen Joe Perry konnte er sich im Halbfinale jedoch nur knapp durchsetzen. In einem spannenden Match über die volle Distanz (9 Frames) ging O’Sullivan zwar immer in Führung, Perry glich jedoch immer wieder aus.

Es entwickelte sich so ein direkter Schlagabtausch bei dem jeder Fehler des Gegners bestraft wurde. O’Sullivan profitierte im fünften Frame von einem bösen Kick, wodurch die Rote von Perry nicht fiel und die Weiße bei den Roten liegen blieb. In den letzten beiden Frames gab es dann auch noch zwei Centuries, in Frame acht glich Perry mit einer glatten 100 zum 4:4 aus, O’Sullivan sicherte sich den Sieg mit einer 104.

Mark Selby hingegen überrollte Stephen Hendry. Der 7-fache Weltmeister hatte nur in Frame 1 Möglichkeiten dagegen zu halten, musste sich dennoch geschlagen geben. In den restlichen vier Frames der Partie war Hendry dann komplett abgemeldet und sollte insgesamt nur noch 8 Punkte auf sein Konto bekommen.

Mit gleich drei Century-Breaks im 2., 3. und 4. Frame (110, 128 und 115 Punkte) machte Selby klar, dass er sich als Titelanwärter sieht und sein stärkstes Snooker spielt. Für einen Neuling unter der Shot Clock hat er jedenfalls sehr respektable Leistungen eingefahren, ist er doch als einziger Spieler ohne Niederlage. Mit einem 77er-Break machte er im 5. Frame dann den Sack zu.

In der Gruppenphase hatte Selby noch Unentschieden gegen O’Sullivan gespielt, heute gewinnt der, der das beste Snooker auf hohem Niveau spielt und seine Nerven im Griff hat. Eines ist sicher: Das gibt ein klasse Match.

Snooker in der Sportschau

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Ab 18.00 Uhr gibt es einen Bericht über das Hamm Invitional in der Sportschau. Das gleiche Filmmaterial wird auch für einen Bericht im WDR benutzt, der Montag Abend, 22.45 Uhr, in der Sendung „Sport Inside“ ausgestrahlt wird.

Update:

Auf meine E-Mail, den schlechten und boulevardesken Bericht in der ARD betreffend, erhielt ich vom Zuschauerservice folgende Standardmail:

Vielen Dank für Ihre Mail. Wir werden Ihre Kritik gerne an die zuständige Redaktion weiterleiten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht alle E-Mails beantworten können. Sie können aber sicher sein, dass Ihre Meinung aufgenommen wird und die Verantwortlichen alles daransetzen werden, dass Sie in Zukunft zufrieden sind.

Die UK Championship beginnt

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Nach einiger Zeit der Stille und Besinnlichkeit geht es für die Stars des World-Snooker-Zirkus um das zweitwichtigste Turnier der Saison: Die UK Championship wird vom 13.–21.12. in Telford ausgespielt, zuvor findet die Qualifikation vom 1.–8. Dezember statt.

Markantes Merkmal des Turniers sind die langen Sessions, so wird bis einschließlich zum Halbfinale und auch schon in der Qualifikation „Best of 17“ gespielt, aufgeteilt in 2 Sessions. Das Finale geht dann sogar maximal über 19 Frames.

Gleich im ersten Match trifft Jimmy White auf David Grace und für White geht es darum weiter Punkte zu sammeln um auf der Main Tour zu bleiben. Er selbst zeigte sich in einem Interview mit Eurosport.yahoo.com zuversichtlich:

„Ich trainiere vier bis fünf Stunden pro Tag. Für die ersten beiden Turniere konnte ich mich qualifizieren, für das dritte in Bahrain nicht, aber spiele recht konstant, selbst wenn ich dafür hart arbeiten muss. Früher hätten da ein paar Stunden am Tag gereicht. Aber ganz ehrlich, ich genieße es zu spielen. (…) Ich fahre jetzt nach Sheffield, um die Qualifikation für die UK Championship im Dezember zu spielen. Wenn ich mich da durchsetze, geht es gegen Ronnie O’Sullivan – das wäre ein Traum. Ich habe einmal bei der WM gegen ihn gespielt, aber noch nie in der Saison. Er ist ein faszinierender Spieler, und es wäre für mich ein netter Test.“

Die Teilnahme an der UK Championship lohnt sich durchaus, die Spieler bekommen 50% mehr Punkte als bei anderen Turnieren, so sind für den Sieger 7500 Punkte drin.

Trump zum Masters

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Judd Trump hat seiner bislang bereits hervorragenden Saison 2008/09 ein weiteres Highlight hinzugefügt: Der 19jährige Brite gewann das Finale des Qualifikationsturnieres zum Masters 2009 deutlich mit 6-1 gegen Mark Joyce und nimmt somit als Qualifikant erstmals in seiner Karriere am prestigeträchtigen Einladungsturnier in London teil.

Über die Wildcard, welche traditionell an einen weiteren Spieler, der nicht in den Top 16 der offiziellen Rangliste steht, vergeben wird, darf noch spekuliert werden. Ricky Walden, der Sieger des Shanghai Masters, dürfte ein aussichtsreicher Kandidat sein. Ebenso denkbar wäre es, Publikumsliebling Steve Davis noch ein (letztes?) Mal nach London zu holen.

Saisonhalbzeit: Die Aufsteiger

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Wo es Absteiger gibt, muss es auch Aufsteiger geben:

  • Liang Wenbo: Liang zeigt bislang all denen, die seinen couragierten Auftritt bei der letzten Weltmeisterschaft für eine Eintagsfliege hielten, dass er sich klar als „chinesische Nummer 2“ hinter Ding Junhui etabliert hat. Aus Platz 40 im offiziellen Ranking wurde Platz 23 im Provisional. Liang ist klar auf Top 16-Kurs.
  • Ricky Walden: Der überraschende Sieg beim Shanghai Masters sowie zumindest das Erreichen der Hauptrunden bei Grand Prix und Bahrain Championship katapultierten Walden von offiziell Platz 35 auf Platz 18 im Provisional. Walden scheint schließlich doch sein Potential zu erfüllen, möglicherweise begünstigt durch einen Sommer auf der ProAm-Tour.
  • Barry Hawkins und Dave Harold: Beide Spieler haben sich durch kontinuierliches Punktesammeln im Provisional in die Top 16 vorgearbeitet. Hawkins sprang von offiziell 27 auf 13, Harold vor allem durch seine Finalteilnahme in Nordirland von offiziell 28 auf 12. Speziell für Harold, der im Dezember 42 Jahre alt wird, eine erstaunliche Leistung.
  • Ryan Day: Finale beim Grand Prix, mindestens Viertelfinale bei den restlichen Rankingevents – so „schlich“ Day sich im Provisional von offiziell Platz 8 auf Platz 3. Der neue „Mr. Konstanz“? Der weitere Aufstieg wird für den Walliser jedenfalls enorm steil: 4300 Punkte fehlen ihm zu Stephen Maguire auf Platz 2, gar über 11000 Punkte auf die Nr. 1, Ronnie O’Sullivan.

PA vertraut auf „offizielle“ Snooker-Berichterstattung

Die Press Association (PA), die Presseagentur Großbritanniens, wird laut Guardian aufhören mit Freien Journalisten beim Thema Snooker zusammen zu arbeiten. Ab dem 4. Dezember wird sie primär Zitate und Statistiken von World Snooker verwenden, es wird aber auch Reportagen geben.

Die Vereinigung der Snooker-Journalisten (SWA) sieht das äußerst skeptisch: „World Snooker ist eine Unternehmenswebseite, die keinen genauen Eindruck davon gibt, was bei den Turnieren eigentlich passiert. Kontroverse Themen werden runtergespielt oder verschwiegen.“, so der SWA-Vorsitzende George Riley.

Auch Clive Everton, der mit seiner Nachrichtenagentur 44 Jahre lang einer der Zulieferer für die PA war, stimmte den gleichen Tenor an: „Dass sich die PA auf die Darstellungen der WSA verlässt wird dazu führen, dass die Öffentlichkeit nur noch ein bereinigtes und unverfängliches Bild bekommt.“

Im letzten Jahr hatte die PA noch von jedem Turnier außer der Weltmeisterschaft die Berichte von Freien Journalisten angekauft – bei der WM schickte sie einen eigenen Reporter.

Die PA selbst besteht darauf, dass die Entscheidung die Berichterstattung nun intern zu verwalten und auf World-Snooker-Informationen zurückzugreifen, ihre Objektivität nicht beeinträchtigt.

Dave Hendon, Eurosport-Moderator, erwähnt in seinem Blog wie gestört das Verhältnis World Snooker – Freie Journalisten bereits ist: „Was will jemand im PA-Büro denn über die Qualifikationen berichten, wenn man daran denkt, dass worldsnooker.com oft nur spärliche Informationen dazu beinhaltet – oft sogar gar keine. Wenn etwas Kontroverses (also Interessantes) bei einem Turnier gesagt wird oder passiert, dann werden nur Zeitungen mit speziellen Korrespondenten darüber berichten können, weil worldsnooker.com das nicht erwähnen wird.“

„Einige meiner Kollegen reden schon darüber überhaupt nicht mehr zu Turnieren zu fahren. Die Spieler sind gewarnt, dass sie selbst für leichte Kritik bestraft werden können. Bei der Northern Ireland Trophy im August bekamen alle Spieler einen Brief in dem sie angewiesen wurden auch auf Routinefragen »Kein Kommentar« zu antworten. Zum Finale waren dann überhaupt keine Journalisten mehr anwesend.“

Anscheinend versucht nicht nur der Deutsche Fußballbund die Berichterstattungs-Hoheit über den Sport zu bekommen…

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