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Snookerblog

Eine Runde mehr oder weniger

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Der tatsächliche „Nutzen“ eines Platzes in den verschiedenen Gruppen der Weltrangliste ist mitunter fragwürdig. So darf beispielsweise durchauch in Frage gestellt werden, ob ein Platz in der Gruppe 17-32 — und damit die Notwendigkeit, nur ein Qualifikationsmatch bestreiten zu müssen — nicht eher ein Nachteil ist.

Sei’s drum, werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Verschiebungen im kommenden Ranking:

Top 16

Mark Williams ist zurück in den Top 16. Der zweifache Weltmeister hatte zwar durchaus Mühe in Prestatyn (dreimal ausgeschieden), konnte ansonsten jedoch recht kontinuierlich punkten, vor allem beim Shanghai Masters und der UK Championship. Platz 15 im neuen Ranking ist der Lohn.

Graeme Dotts Endspurt ab Saisonmitte hingegen kam zu spät. Der durch zwei sportlich wie privat grauenvolle Jahre zeitweise in die Untiefen des Provisional abgerutschte Schotte steht nun — nur drei Spielzeiten nach seinem WM-Triumph — auf Platz 29 der Weltrangliste und wird sich für Ranglistenturniere künftig wieder qualifizieren müssen.

Top 32

Neben Dott neu oder wieder in den Top 32 sind Ricky Walden (künftig Nr. 20), Michael Holt (Nr. 24), Liang Wenbo (Nr. 27), Judd Trump (Nr. 30) und Gerald Greene (Nr. 32), die nun allesamt nur ein Qualifikationsmatch betreiten müssen. Speziell bei den Younstern Liang und Trump bleibt abzuwarten, wie gut ihnen das bekommt …

Ein Match mehr Spielpraxis sammeln „dürfen“ künftig Anthony Hamilton (Nr. 33), Dominic Dale (Nr. 34), Ian McCulloch (Nr. 35), Michael Judge (Nr. 36) und Ken Doherty (Nr. 44). Möge es ihnen damit besser ergehen.

Das Main-Tour-Jahr 2008/09

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Die Saison 2008/09 auf der Main Tour ist mit dem Abschluss der Weltmeisterschaft praktisch beendet, die WSA hat sogar bereits das Provisional Ranking aktualisiert. Zeit für einen kleinen statistischen Jahresrückblick basierend auf der sogenannten Einjahreswertung.

Der Punktesammler des Jahres

Wie gut war der neue Weltmeister John Higgins 2008/09 wirklich? Sehr gut.

Higgins sammelte sagenhafte 31.000 Ranglistenpunkte, und das obwohl er an der Bahrain Championship nicht teilnehmen konnte und dort leer ausging. Zum Vergleich: Ronnie O’Sullivan konnte in seiner weltmeisterlichen Saison 2007/08 „nur“ 29.700 Punkte erspielen. Higgins gewann nicht nur als einziger Spieler zwei Ranglistenturniere, er stand zudem als einziger Spieler in drei Endspielen. Weltmeisterlich eben.

Neu in der Weltspitze

Hier nur einen Spieler zu nennen wäre schwierig und ungerecht, daher die drei markantesten jungen Emporkömmlinge der abgelaufenen Saison:

  • Ricky Walden: Nicht zuletzt durch seinen Sieg in Shanghai konnte Walden (offiziell noch Nr. 35) sich auf Platz 12 der Einjahreswertung vorarbeiten.
  • Judd Trump: Die große Nachwuchshoffnung (offiziell Nr. 41) spielte eine beeindruckend konstante Saison und verdoppelte seine Punktzahl aus dem Vorjahr fast. Platz 20 der Einjahresliste.
  • Liang Wenbo: Diskussionswürdig, da die offizielle Nr. 40 keinen ganz großen Erfolg zeigte und ausgerechnet bei den China Open patzte. Dennoch als Nr. 27 der Einjahreswertung mit einem guten Jahr.

Noch sehr rüstig

2008/09 war auch das Jahr der Veteranen.

Am überraschendsten für viele sicherlich Dave Harold, der einen gelungen Saisonstart bei der Northern Ireland Trophy (Finalniederlage gegen O’Sullivan) kontinuierlich mit respektablen Ergebnissen bestätigte.

Platz 17 in der Einjahreswertung für Harold wird in der — höchst inoffiziellen — „Ü40“-Wertung allerdings noch getoppt von keinem geringeren als Steve Davis. „The Nugget“ wird im ersten Provisional Ranking der neuen Saison, wenn alle Ergebnisse der Saison 2007/08 gestrichen werden, auf — festhalten! — Platz 13 stehen!

Mehr drin gewesen wäre für Jimmy White, wenn er bei den Qualifikationen zu Bahrain Championship und China Open besser abgeschnitten hätte. Dennoch hat der „Whirlwind“ mit Platz 47 der Einjahreswertung eine respektable Ausgangsbasis für eine Rückkehr in höhere Regionen der Rangliste gelegt.

Schnell abhaken

Vernachlässigt man Spieler aus den unteren Regionen, welche sich — wie etwa Declan Hughes mit markanten 1550 Ranglistenpunkten — 2009/10 höchstens auf der PIOS-Tour vergnügen dürfen … wer wird froh sein, dass die Saison 2008/09 endlich beendet ist?

  • Ken Doherty: Man weiß nicht, was Doherty bremst, aber es muss Kraft haben. Der Ire konnte sich nur für zwei Endrunden qualifizieren, belegte somit lediglich Rang 44 der Einjahreswertung und muss sich nun Graeme Dott zum Vorbild nehmen.
  • Ding Junhui: Eine halbwegs anständige Leistung bei der WM kann nicht kaschieren, dass Ding stagnierte. Dreimal schied der junge Chinese in der ersten Runde aus, auch er ging in Bahrain leer aus. Zerbricht er an den Erwartungen?
  • Peter Ebdon: Eine rätselhafte Saison. Viermal schied Ebdon in der ersten Runde aus, gewann dann jedoch in beeindruckender Manier die China Open, um dann allen Erwartungen zum Trotz bei der WM in Runde 1 gegen Nigel Bond auszuscheiden. Wird aufhören müssen, wie weiland Cliff Thorburn zu spielen.

Enger und breiter

Die Weltspitze im Snooker wird breiter, rückt aber gleichzeitig enger zusammen.

Insgesamt sieben Spieler heimsten in der Saison 2008/09 über 20.000 Punkte ein, das sind fast doppelt so viele wie in der Vorsaison (vier). O’Sullivan, Maguire und Murphy gelang es in beiden Jahren, diese Punktzahl zu erreichen. Gleichzeitig sammelten 37 Spieler mehr als 10.000 Punkte, somit sieben mehr als noch im Vorjahr.

Die acht Turniere der Main Tour 2008/09 hatten sieben verschiedene Sieger (im Vorjahr: fünf), mit Ausnahme von Walden allesamt Top-16-Spieler (2007/08 gab es zwei Sieger, welche damals nicht in den Top 16 standen).

John Higgins ist auch 2009 Weltmeister

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Mit einem überlegenen 18:9 hat John Higgins sich seinen dritten WM-Titel gegen Shaun Murphy gesichert. Es ist Higgins dritter Titel nachdem er vor 11 Jahren 1998 seinen ersten und 2007 seinen zweiten gewonnen hatte.

Bereits in der zweiten Runde gegen Jamie Cope brauchte er starke Nerven, holte gegen Jamie Cope ein 10:12 noch auf. Auch im Viertelfinale konnte er sich erst im Decider mit 13:12 gegen Mark Selby durchsetzen, es war eines der besten Spiele im gesamten Tunrnier.

Im Halbfinale gegen Mark Allen setzte er sich dann deutlich ab, doch der Nord-Ire kam noch einmal heran und setzte Higgins unter Druck, einen Druck, den er aushielt und so ins Finale gegen Shaun Murphy einzog. Er nutzte nach einem 4:4-Unentschieden in der ersten Session die zweite um die Weichen auf seinen dritten WM-Titel zu stellen. Den ersten Frame dieser zweiten Session gewann Higgins, doch Murphy konterte. Es sollte der letzte Frame sein, den er am Sonntag gewann, denn die nächsten sechs Frames sicherte sich alle John Higgins und spielte dabei zwei Breaks von 128 Punkten.

Mit einem 11:5-Vorsprung kam Higgins in die erste Session am Montag und Shaun Murphy benötigte schon ein Aufbäumen um die Niederlage noch abwenden zu können. Doch den ersten Frame gewann John Higgins nachdem Murphy zweimal pech mit Gelb hatte. In Frame 18 schaffte er jedoch ein blitzsauberes 91er-Break, wodurch er wieder verkürzte.

In Frame 19 dann eine kuriose Situation, Murphy gleicht aus und es liegen nur noch Blau, Pink und Schwarz auf dem Tisch, nach längerem hin- und her bleibt Pink in der Tasche liegen. Higgins schafft es Blau aus einem sehr schwierigen Winkel lang zu lochen nur um sich dann mit Schwarz selbst auf Pink zu snookern. Für das Selbstvertrauen von Higgins spricht wie er dann ganz routiniert einen Vorbänder spielt um Pink nicht nur zu treffen sondern auch zu potten.

Auch in Frame 20 lässt ein Fehler Murphys Higgins an den Tisch, der sich die Chance nicht nehmen lässt. Die nächsten beiden Frames holt sich dann aber wieder Murphy, der dann aber in den restlichen Frames nichts entgegen zu setzen hat und damit auch diese Session mit 3:5 abgibt. Insgesamt steht es vor der letzten Session 16:8 für Higgins.

Und der erwischt auch den besseren Start in die Abendsession: Der Versuch eines Maximum-Breaks scheitert zwar bei 41 Punkten, doch nach einem erneuten Murphy-Fehler kann er den Frame für sich entscheiden. Mit einem 59er-Break zögert Murphy dann das unvermeidliche hinaus und gewinnt noch einen Frame bevor Higgins mit einem 73er-Break den Sieg sicher macht.

Damit zählt Higgins nun zu dem erlauchten Kreis der Spieler, die drei oder mehr Titel im Crucible gewonnen haben, Steven Hendry (7), Steve Davis (6) und Ronnie O’Sullivan. Higgins dazu: „In dieser Reihe zu stehen ist eine besonders große Ehre, auch wenn Steve und Stephen ja noch ein paar Titel mehr gewonnen haben.“

„Fünfzehneinhalb Tage lang war das eine tolle Weltmeisterschaft für mich.“, sagte ein Shaun Murphy, der nie an seine Leistungen aus dem Viertel- und Halbfinale anknüpfen konnte, nach dem Match. „Bis zum 5:5 war es ein offenes Match, aber dann war John in der zweiten Session überragend. Mit seinem taktischen Spiel und seinen Safeties brachte er mich immer wieder so in Schwierigkeiten, dass ich gar nicht wusste, was ich machen sollte.“

(Die Zitate haben die Kollegen von Eurosport für uns übersetzt :)

Higgins gegen Murphy – Der finale Vergleich

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Zwei Spieler, die in dieser Saison schon große Turniere gewonnen haben stehen sich gegenüber, der Ausgang des Finales scheint offen. Kann Shaun Murphy seinen zweiten, John Higgins seinen dritten Titel gewinnen? Der Snookerblog-Vergleich:

 John Higgins präsentiert bei der WM 2007 den Pokal dem PublikumJohn HigginsShaun Murphy bei einer AutogrammstundeShaun Murphy
Saisonverlauf Eine Erstrundenniederlage, zwei in der zweiten Runde, jeweils ein Halbfinale und Finale gewonnen. Zu Beginn vier Erstrundenniederlagen, dann der Sieg beim Grand Prix, danach zwei Niederlagen in Runde 3.
Alter 33 26
Profi seit 1992 1997
Ranglistenplatz (offiziell) 5 3
Ranglistenplatz (very provisional) 4 3
Ranglistenplatz (Einjahreswertung) 1 4
Gespielte Frames im Crucible 2009 95 89
Gewonnene Frames im Crucible 2009 53 (55,8%) 53 (59,6%)
Höchstes Break 147 (5×) 147
Größter Erfolg 2× Weltmeister (1998, 2007) Weltmeister (2005)
Erfolge in dieser Saison Sieg beim Grand Prix (9:7 gegen Ryan Day) Sieg bei der UK Championship (10:9 gegen Marco Fu)

Das Bild von John Higgins entstammt dem Wikimedia Commons Projekt und wurde dort gemeinfrei zu Verfügung gestellt. Das Bild von Shaun Murphy entstammt dem Wikimedia Commons Projekt und wurde unter der GNU Free Documentation License zu Verfügung gestellt.

Robertsons Aufholjagd wird nicht belohnt

Auch im zweiten Halbfinale gab es ein spannendes Comeback. Nach einem 4:4-Unentschieden nach der ersten Session zwischen Shaun Murphy und Neil Robertson konnte sich der Engländer eine knappe Führung von 9:7 herausarbeiten. In Session 3 schien Murphy dann übermächtig und nachdem er 5 Frames in Folge gewinnen konnte und 14:7 führte sah es beinahe so aus als ob er bereits in dieser Session den Sack zumachen könnte.

Doch Robertson schlug zurück und gewann zwei Frames in Folge und den dritten gar mit einem Century (101 Punkte). Mit einem 10:14 konnte Robertson noch zufrieden sein und knüpfte in Session 4 an seine Leistung an: Vier Frames legte er drauf und glich damit zum 14:14 aus. Murphy war in der Zeit praktisch nicht vorhanden, lies zu viele Fehler zu, Robertson steigerte sich und vermied Fehler.

Nach dem anschließenden Mid-Session-Interval zeigte sich dann aber der Ex-Weltmeister runderneuert und ging mit einem Century von 106 Punkten wieder in Führung und gewann das Match mit weiteren Breaks von 81 und 94 Punkten.

„Ich hatte nie wirklich angst, ich habe ja nicht falsch gemacht. Neil hat super Safeties gespielt. die Führung hat mir natürlich ein bisschen Luft gelassen.“, sagte Murphy nach dem Match „Ich habe viel gelernt in den letzten vier Jahren, ich habe hart gearbeitet.“, erläuterte Murphy auf Steve Davis’ Frage, ob er sich als komplettere Spieler sehe. „Ich mag diese längeren Matches, wie bei der UK Championship, aber es ist schwer sich für jede Session zu motivieren, wenn es zum Schluss kein Ergebnis gibt. Das was mir am meisten geholfen hat, war mir eine Session gegen Marco Fu zu sparen. Das hilft hier wirklich und ich fühle mich noch frisch. Außerdem habe ich einen Nachmittagsschlaf in meine Routine eingebaut – ich werde wohl schon alt.“, fügte Murphy mit einem lachen hinzu.

Zu seinem Finalgegner John Higgins sagte Murphy: „Das sind doch die Matches von denen du schon als Kind träumst, gegen einen Higgins oder einen Hendry anzutreten, die gut spielen und das hier im Crucible. Dafür arbeitet man doch. Ich hoffe nur, dass ich nicht die Erfahrung machen muss, wie es ist hier als zweiter die Arena zu verlassen.“

Higgins stoppt Allens Comeback

Wenn ein Spieler nach zwei Sessions in einem WM-Halbfinale bis 17 einen 13:3-Vorsprung hat, geht man eigentlich davon aus, dass er das Finale schon im dritten Durchgang sicher machen kann. Doch John Higgins erlebte in Session 3 einen kapitalen Leistungseinbruch. In knappen Frames sicherte sich Allen eine vierte Session indem er 6 von 8 gewann.

Wenn Higgins ins Spiel kam, dann richtig. Seine beiden gewonnenen Frames holte er sich mit 85- und 93er-Breaks. In der heutigen vierten Session führte Allen beim Stand von 9:15 seine Aufholjagd mit einem Century fort und legte noch zwei weitere Frames drauf. Higgins zeigte sich beeindruckt, machte in diesen drei Frames mehr einfache Fehler als sein Gegner, der teilweise kompromisslos offensiv spielte. Im vierten Frame des Abends fing sich Higgins jedoch kurzfristig und produzierte eine Folge von 116 Punkten um einen Frame an das Finale heran zu ziehen. Allen steckte aber nicht auf und nutzte eine weitere Unachtsamkeit von Higgins um auf 13:16 heran zu kommen.

Der nächste Frame war spannend, Higgins legte 60 Punkte vor, verschoss dann und lies Mark Allen wieder in die Bälle. Der lochte 44 Punkte in Folge, verschoss dann Blau um im Endspiel auf Gelb zu stellen. Diese Einladung zum Frame und Matchgewinn ließ sich Higgins nicht entgehen.

„Ich bin total erleichtert. Ich dachte schon ich hätte es endgültig vermasselt“, sagte Higgins nach dem Match. „Aber die ganze Anerkennung gebührt Mark. Er ist toll für das Spiel – er ist wie ein Straßenkämpfer. Und er hat das Publikum im Rücken. Er wird zurück kommen und die WM irgendwann gewinnen, das habe ich ihm auch nach dem Spiel gesagt.“

Ein resignierter Mark Allen sagte: „Das war ein seltsames Match, ich habe immer hinten gelegen… Letztendlich habe ich mir nach den ersten zwei Sessions eine zu schwere Aufgabe gestellt.“

Vier vor dem Finale

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Vier Spieler, vier Sessions pro Partie. Ein Tisch, zwei Finalplätze. Eine qualitativ auf höchstem Niveau ausgetragene WM nähert sich dem Showdown — man muss jeden bemitleiden, der abgeschaltet hat, als der Titelverteidiger ausschied, und damit stellenweise Snooker der Extraklasse versäumte.

Maximal 33 Frames trennen die vier Bewerber vom Finale, 17 davon müssen sie für sich entscheiden, um Sonntag und Montag um die begehrteste Trophäe im Snooker zu kämpfen. Werfen wir einen Blick auf die Anwärter.

Shaun Murphy

Saisonverlauf

Murphy ist sowohl im offiziellen als auch im Provisional Ranking die Nummer 3. Nach einem erschreckend schwachen Saisonstart konnte er relativ überraschend die UK Championship gewinnen und scheiterte danach zweimal im Viertelfinale.

Turnierverlauf

Nach einem zerfahrenen Einstieg gegen Andrew Higginson (10-8) machte Murphy mit Marco Fu kurzen Prozeß (13-3). Gegen Stephen Hendry brauchte es Beharrlichkeit, unterstützt durch das Maximum, welches Hendry Konzentration gekostet haben dürfte.

Prognose

Murphy wurde 2005 völlig überraschend als ungesetzter Spieler Weltmeister. Diesen Titel will er unbedingt bestätigen — und die Chancen stehen in diesem Jahr nicht schlecht, wenn er weiterhin den Nebenkriegsschauplatz Privatleben komplett ausblenden kann.

John Higgins

Saisonverlauf

Der Schotte (offiziell und im Provisional Nr. 5) sammelte in der laufenden Saison mit Abstand die meisten Ranglistenpunkte, und das obwohl er die Bahrain Championship auslassen musste. Er gewann den Grand Prix und stand bei den China Open im Finale.

Turnierverlauf

Einem deutlichen Erstrundensieg gegen Michael Holt (10-5) folgten zwei Matches über die volle Distanz (13-12) gegen Jamie Cope und Mark Selby. In beiden Partien sah Higgins lange nicht wie der Sieger aus, konnte jedoch schlußendlich die berühmte „Schippe drauf legen“ und siegte. Auch ihm könnten gegen Cope die Störungen durch Vorfälle im Publikum geholfen haben.

Prognose

Higgins ist der erfahrenste Halbfinalist, bereits zwei Mal konnte er den WM-Titel holen (1998 und 2007). Das macht ihn zum Favoriten, bedeutet aber auch, dass die Erwartungen an ihn hoch sind. Zudem wird entscheidend sein, wie gut er sich von seinen zwei Marathonmatches erholen konnte.

Neil Robertson

Saisonverlauf

Der Australier (offiziell und im Provisional Nr. 10) startete ebenfalls schwach, bekam dann aber durch seinen Sieg in Bahrain Aufwind und sammelte fleißig Ranglistenpunkte. Im Halbfinale stand er in diesem Jahr bereits bei den Welsh Open.

Turnierverlauf

Gegen Veteran Steve Davis gelang Robertson in Runde 1 der deutlichste Sieg insgesamt bei dieser WM (10-2). Auch gegen Ali Carter und Stephen Maguire fielen die Ergebnisse (jeweils 13-8) relativ deutlich aus.

Prognose

Robertson ist in blendender Form, hat zu alter (Offensiv-)Stärke zurück gefunden und lässt seinen Emotionen am Tisch im richtigen Moment freien Lauf. Allerdings war es für ihn im Turnier noch nie wirklich eng — fraglich, wie er eine solche Situation psychisch lösen würde. Allerdings dürfte er angesichts seiner formidablen WM vor Selbstvertrauen nur so strotzen.

Mark Allen

Saisonverlauf

Auf und ab. Allen (offiziell Nr. 16, Provisional Nr. 14) holte vier Mal nur „seeded loser points“, ist daher der einzige WM-Halbfinalist, der in dieser Saison noch keine 20.000 Ranglistenpunkte sammeln konnte. Allerdings kam er bei den verbleibenden Turnieren stets mindestens ins Viertelfinale.

Turnierverlauf

Einem 10-6 zum Auftakt gegen Martin Gould ließ der Nordire zwei Siege mit 13-11 gegen Titelverteidiger Ronnie O’Sullivan und Ryan Day folgen, überzeugte dabei mit offensivem, schnellen Snooker und überdeutlichem Selbstvertrauen.

Prognose

Auch Allen strotz nur so vor Selbstbewußtsein, scheint zudem sein berüchtigtes Temperament viel besser im Griff zu haben als zuvor. Andererseits ist er klar der Unerfahrenste im Bunde — die WM wäre sein erster Sieg bei einem Ranglistenturnier. Eine Frage der Nerven?

Versuch eines Fazits

Vier Sessions, drei Tage, zwei Entscheidungen. Zweimal Form gegen Erfahrung, zweimal ein Ex-Weltmeister gegen einen Spieler, der zum ersten Mal im Finale stünde.

Das Können haben alle vier, Allen und Robertson werden zudem angetrieben von Form und Euphorie — aber wird das reichen? Wie kommen die beiden „Frischlinge“ damit klar, dass nur noch ein Tisch im Crucible Theatre steht? Können die „alten Hasen“ ihnen den Wind aus den Segeln nehmen? Normalerweise kann Erfahrung im Crucible viel retten. Fest steht nur, dass uns 2 Halbfinal-Partien auf höchstem Niveau zwischen (hoffentlich) ebenbürtigen Gegnern bevor stehen …

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