Spannend, dramatisch und hochklassig – das zeichnete auch die Viertelfinals bei der WM 2008 aus.
Mark Allen – Ryan Day
Fast über die volle Distanz ging das Achtelfinale zwischen Mark Allen und Ryan Day. In der zweiten Session konnte Allen sich nach einem 4:4 zu Beginn einen knappen 9:7-Vorsprung sichern. Ryan Day blieb aber direkt dran und verkürzte mit einem 106er-Century auf 8:9, doch Allen konterte seinerseits mit einem Century mit 108Â Punkten und stellte den alten Abstand wieder her. Die folgenden Frames wurden bis zum Spielstand von 12:11 für Mark Allen abwechselnd gewonnen, und der Nordire setzte sich durch und spielte noch einmal ein 103er-Break.
„Ich bin sehr froh, dass ich dieses Match gewonnen habe, weil ich (nach dem Sieg gegen O’Sullivan) wie immer die Zeitungen gelesen habe und viele Leute haben mich schnell als One-Hit-Wonder abgestempelt.“
, sagte Allen und fügte hinzu: „Es lastete viel Druck auf mir, aber ich habe es genossen – weil ich es mag es Leuten zu beweisen, dass sie unrecht haben.“
John Higgins – Mark Selby
Selby hatte in der ersten Session gleich zu Beginn drei Centuries (118, 124, 117) gespielt und hätte weiter in Führung bleiben müssen, doch Higgins gewann anschließend vier Frames in Folge, so dass Selby mit einem Unentschieden zum Ende der Session noch gut bedient war. Genau das umgekehrte Bild zeigte sich in Session 2, was auf ein 8:8-Unentschieden hinauslief.
In der finalen dritten Session konnte dann Mark Selby die ersten beiden Frames gewinnen, doch Higgins glich umgehend wieder aus. Nach dem Mid-Session-Interval konnte Selby einen spannenden 38-Minuten-Frame gewinnen, doch Higgins glich mit einem 54er-Break aus. Aus einem Best-of-25 wurde ein Best-of-3.
Selby konnte dann wieder einen Frame gewinnen, doch Higgins glich aus und erzwang somit den Decider, der nervös und mit zwei Re-Racks begann und letztlich mit einem 75er-Break durch Higgins sein Ende nahm, der nun auf Mark Allen trifft.
„Ich weiß nicht wie ich dieses Match gewinnen konnte, ich habe nur drei oder vier Bälle insgesamt im Match gesehen, die er verschoss. Er ist so ein großartiger Spieler. Das war vielleicht mein bester Sieg, sosehr schätze ich Mark und so sehr schätze ich seine Leistung.“
, sagte Higgins nach dem Spiel sichtlich erleichtert. „Wir haben bei den zwei Re-Racks zusammen gesessen und auf einmal hat er gesagt: »Können wir nicht einfach sagen es ist ein unentschieden, das Match hat keinen Verlierer verdient?« und ich antwortete »Da hast du verdammt recht«.“
Stephen Hendry – Shaun Murphy
Hendrys Maximum in Frame 7, sein erstes nach 8 Jahren und sein 9. insgesamt war sicher eines der Highlights der WM 2009, egal was da noch kommt. Den Großmeister des Snookers bei solch einem tollen Break zuschauen zu können ist einer der Momente, die Ronnie O’Sullivan vergessen machen lässt. Doch trotz dieses Breaks konnte Hendry sich nicht entscheidend absetzen: Nach einem 3:5-Rückstand hatte Murphy die zweite Session dazu genutzt sich einen 9:7-Vorsprung zu erarbeiten.
Gleich im ersten Frame der dritten Session baute Murphy seinen Vorsprung aus, nachdem Hendry eine einfache Pinke verschoss, doch Hendry blieb dran. Dann wieder Murphy, 73 Punkte und einen Frame für den Weltmeister 2005. Frame 20 sah eine Aufholjagd von Hendry, der 39Â Punkte zurück lag und dennoch den Frame mit einem Punkt Vorsprung gewinnen konnte.
Mit einem 80er-Break holte Hendry sich auch den Frame noch der Pause und lag plötzlich nur einen Frame zurück, doch Murphy beeindruckte das nicht, ein 80er-Break war die Folge, ein Frame fehlte ihm noch. Noch einmal ging ein Frame an Hendry, doch Murphy schlug mit einem 110er-Century zurück.
„Nach dem Maximum war meine Konzentration nirgends“
, so Hendry. Sein Gegner zweifelte nicht daran, das das Maximum in seine Karten gespielt haben könnte: „Der Druck wurde da ein bisschen von mir genommen, alle Augen waren auf Stephen gerichtet.“
Neil Robertson – Stephen Maguire
Mit einem Vorsprung beim Stand von 8:6 kam Neil Robertson zur dritten Session, die zweite war wegen eines langen Frames vor den eigentlich zu spielenden 8Â Frames abgebrochen worden um den Spielern, die zwei Sessions hintereinander spielten, eine Pause zu gönnen.
Den besseren Start in diese letzte Session hatte dann auch der Australier, der sich gleich drei Frames sicherte und damit mit 11:6 in Führung ging. Mit einem 78er-Break konnte Maguire sich zumindest eine Minimalhoffnung offen halten, doch nach dem Interval spielte Robertson ein 124er-Break, wodurch er nur noch einen Frame benötigte. Maguires erneuter Framegewinn reichte nicht um Robertson zu stoppen, der sich einen knappen Frame 21 holte und damit ins Halbfinale einzog.
Robertson: „Heute Abend war toll. Mein langes Spiel war absolut fantastisch und es muss ihn zermürbt haben, das ist ein großartiger Moment für mich.“