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Snookerblog

Die UK Championship beginnt

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Nach einiger Zeit der Stille und Besinnlichkeit geht es für die Stars des World-Snooker-Zirkus um das zweitwichtigste Turnier der Saison: Die UK Championship wird vom 13.–21.12. in Telford ausgespielt, zuvor findet die Qualifikation vom 1.–8. Dezember statt.

Markantes Merkmal des Turniers sind die langen Sessions, so wird bis einschließlich zum Halbfinale und auch schon in der Qualifikation „Best of 17“ gespielt, aufgeteilt in 2 Sessions. Das Finale geht dann sogar maximal über 19 Frames.

Gleich im ersten Match trifft Jimmy White auf David Grace und für White geht es darum weiter Punkte zu sammeln um auf der Main Tour zu bleiben. Er selbst zeigte sich in einem Interview mit Eurosport.yahoo.com zuversichtlich:

„Ich trainiere vier bis fünf Stunden pro Tag. Für die ersten beiden Turniere konnte ich mich qualifizieren, für das dritte in Bahrain nicht, aber spiele recht konstant, selbst wenn ich dafür hart arbeiten muss. Früher hätten da ein paar Stunden am Tag gereicht. Aber ganz ehrlich, ich genieße es zu spielen. (…) Ich fahre jetzt nach Sheffield, um die Qualifikation für die UK Championship im Dezember zu spielen. Wenn ich mich da durchsetze, geht es gegen Ronnie O’Sullivan – das wäre ein Traum. Ich habe einmal bei der WM gegen ihn gespielt, aber noch nie in der Saison. Er ist ein faszinierender Spieler, und es wäre für mich ein netter Test.“

Die Teilnahme an der UK Championship lohnt sich durchaus, die Spieler bekommen 50% mehr Punkte als bei anderen Turnieren, so sind für den Sieger 7500 Punkte drin.

Trump zum Masters

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Judd Trump hat seiner bislang bereits hervorragenden Saison 2008/09 ein weiteres Highlight hinzugefügt: Der 19jährige Brite gewann das Finale des Qualifikationsturnieres zum Masters 2009 deutlich mit 6-1 gegen Mark Joyce und nimmt somit als Qualifikant erstmals in seiner Karriere am prestigeträchtigen Einladungsturnier in London teil.

Über die Wildcard, welche traditionell an einen weiteren Spieler, der nicht in den Top 16 der offiziellen Rangliste steht, vergeben wird, darf noch spekuliert werden. Ricky Walden, der Sieger des Shanghai Masters, dürfte ein aussichtsreicher Kandidat sein. Ebenso denkbar wäre es, Publikumsliebling Steve Davis noch ein (letztes?) Mal nach London zu holen.

Saisonhalbzeit: Die Aufsteiger

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Wo es Absteiger gibt, muss es auch Aufsteiger geben:

  • Liang Wenbo: Liang zeigt bislang all denen, die seinen couragierten Auftritt bei der letzten Weltmeisterschaft für eine Eintagsfliege hielten, dass er sich klar als „chinesische Nummer 2“ hinter Ding Junhui etabliert hat. Aus Platz 40 im offiziellen Ranking wurde Platz 23 im Provisional. Liang ist klar auf Top 16-Kurs.
  • Ricky Walden: Der überraschende Sieg beim Shanghai Masters sowie zumindest das Erreichen der Hauptrunden bei Grand Prix und Bahrain Championship katapultierten Walden von offiziell Platz 35 auf Platz 18 im Provisional. Walden scheint schließlich doch sein Potential zu erfüllen, möglicherweise begünstigt durch einen Sommer auf der ProAm-Tour.
  • Barry Hawkins und Dave Harold: Beide Spieler haben sich durch kontinuierliches Punktesammeln im Provisional in die Top 16 vorgearbeitet. Hawkins sprang von offiziell 27 auf 13, Harold vor allem durch seine Finalteilnahme in Nordirland von offiziell 28 auf 12. Speziell für Harold, der im Dezember 42 Jahre alt wird, eine erstaunliche Leistung.
  • Ryan Day: Finale beim Grand Prix, mindestens Viertelfinale bei den restlichen Rankingevents – so „schlich“ Day sich im Provisional von offiziell Platz 8 auf Platz 3. Der neue „Mr. Konstanz“? Der weitere Aufstieg wird für den Walliser jedenfalls enorm steil: 4300 Punkte fehlen ihm zu Stephen Maguire auf Platz 2, gar über 11000 Punkte auf die Nr. 1, Ronnie O’Sullivan.

PA vertraut auf „offizielle“ Snooker-Berichterstattung

Die Press Association (PA), die Presseagentur Großbritanniens, wird laut Guardian aufhören mit Freien Journalisten beim Thema Snooker zusammen zu arbeiten. Ab dem 4. Dezember wird sie primär Zitate und Statistiken von World Snooker verwenden, es wird aber auch Reportagen geben.

Die Vereinigung der Snooker-Journalisten (SWA) sieht das äußerst skeptisch: „World Snooker ist eine Unternehmenswebseite, die keinen genauen Eindruck davon gibt, was bei den Turnieren eigentlich passiert. Kontroverse Themen werden runtergespielt oder verschwiegen.“, so der SWA-Vorsitzende George Riley.

Auch Clive Everton, der mit seiner Nachrichtenagentur 44 Jahre lang einer der Zulieferer für die PA war, stimmte den gleichen Tenor an: „Dass sich die PA auf die Darstellungen der WSA verlässt wird dazu führen, dass die Öffentlichkeit nur noch ein bereinigtes und unverfängliches Bild bekommt.“

Im letzten Jahr hatte die PA noch von jedem Turnier außer der Weltmeisterschaft die Berichte von Freien Journalisten angekauft – bei der WM schickte sie einen eigenen Reporter.

Die PA selbst besteht darauf, dass die Entscheidung die Berichterstattung nun intern zu verwalten und auf World-Snooker-Informationen zurückzugreifen, ihre Objektivität nicht beeinträchtigt.

Dave Hendon, Eurosport-Moderator, erwähnt in seinem Blog wie gestört das Verhältnis World Snooker – Freie Journalisten bereits ist: „Was will jemand im PA-Büro denn über die Qualifikationen berichten, wenn man daran denkt, dass worldsnooker.com oft nur spärliche Informationen dazu beinhaltet – oft sogar gar keine. Wenn etwas Kontroverses (also Interessantes) bei einem Turnier gesagt wird oder passiert, dann werden nur Zeitungen mit speziellen Korrespondenten darüber berichten können, weil worldsnooker.com das nicht erwähnen wird.“

„Einige meiner Kollegen reden schon darüber überhaupt nicht mehr zu Turnieren zu fahren. Die Spieler sind gewarnt, dass sie selbst für leichte Kritik bestraft werden können. Bei der Northern Ireland Trophy im August bekamen alle Spieler einen Brief in dem sie angewiesen wurden auch auf Routinefragen »Kein Kommentar« zu antworten. Zum Finale waren dann überhaupt keine Journalisten mehr anwesend.“

Anscheinend versucht nicht nur der Deutsche Fußballbund die Berichterstattungs-Hoheit über den Sport zu bekommen…

Saisonhalbzeit: Die Absteiger

Vier von acht Ranglistenturnieren der laufenden Saison sind abgeschlossen. Damit ist theoretisch Halbzeit der Saison, auch wenn es in der zweiten Saisonhälfte dank UK Championship und WM mehr Punkte zu vergeben gibt als in den ersten vier Turnieren. Zudem ist das Provisional Ranking derzeit durch ausstehende Punkteentscheidungen etwas schief.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Spieler, für die es der ersten Saisonhälfte abwärts ging:

  • Graeme Dott: Bereits die vorige Saison kam für den vom persönlichen Schicksal hart gebeutelten Dott einem Debakel gleich. In diesem Jahr kam es noch dicker, Dott verpasste durch eine Handverletzung zwei Turniere vollständig, hat in dieser Saison noch kein Match bei einem Ranglistenevent gewonnen und ist im Provisional Ranking mittlerweile auf Platz 48 abgerutscht. Der Verlust des Top 16-Status scheint unabwendbar.
  • Ken Doherty: Im Gegensatz zu anderen jungen Vätern scheint Doherty die Geburt seines ersten Kindes nicht zu beflügeln: Dem Sturz aus den Top 16 folgte der Abstieg im Provisional Ranking, wo er mittlerweile auf Platz 38 geführt wird und damit seit Saisonbeginn 20 Plätze verloren hat. Besonders unglücklich war dabei seine Erstrundenniederlage in Bahrain, wo er als „Nachrücker“ aufgrund der Absagen als Top 16-Spieler geführt wurde. Der junge Vater ist im Übrigen mittlerweile 39 – möglicherweise sind seine besten Jahre vorbei.
  • Peter Ebdon: Dreimal als „seeded loser“ ausgeschieden, konnte Ebdon immerhin beim bisher punkteträchtigsten Turnier, dem Grand Prix, Ranglistenpunkte sammeln. Das allein hielt den Sturz von Platz 9 im offiziellen auf Platz 20 im provisorischen Ranking etwas auf. Auch Ebdon scheint den nachdrängenden jüngeren Spielern nichts mehr entgegenzusetzen zu haben, zumindest nicht über die Dauer eines Matches.
  • Shaun Murphy: Der „Absturz“ hält sich bei Murphy (noch) in Grenzen, nur drei Plätze verlor er, der noch in der Vorsaison als „Mr. Konstanz“ galt. Aber genau wie Dott hat auch Murphy in dieser Saison noch kein Match bei einem Rankingevent für sich entscheiden können. Es wird gemunkelt, Probleme im Privaten könnten der Grund dafür sein, aber Murphy selbst betont, eigentlich mit dem Spiel zufrieden zu sein – allein zählbare Ergebnisse würden bislang fehlen. Sollten sich die jedoch weiterhin nicht einstellen, wird es die kommende Saison extrem schwer für Murphy werden.

Den Aufsteigern der Saison werde ich mich in einem seperaten Beitrag widmen.

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