Ronnie O’Sullivan hat mit einem meisterhaften Spiel vor allem in der zweiten Session in seinem Match gegen Stephen Hendry das Finale schon vorzeitig erreicht.
Nach dem 4:4 aus der ersten Session kam O’Sullivan mit einem 93er-Break sehr gut in die Session und lies Serien von 44, 57, 87, 133 und 135 Punkten folgen. Doch auch die letzten beiden Frames der Session gehörten dem Engländer: 85 und 70 Punkte bauten seine Favoritenrolle weiter aus, und den Punktestand auf 12:4.
O’Sullivan hatte nun die einmalige Gelegenheit sich einen ganzen freien Tag zu erspielen, während sein Finalkonkurrent gleich zwei Sessions bestreiten muss. Und am Abend sah man gleich im ersten Frame (126Â Punkte), dass O’Sullivan gewillt war dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Aus den letzten 8 Frames musste er dazu fünf gewinnen. Die Frames 2 und 3 der Abendsession gingen jedoch an Hendry, der sich zumindest Hoffnungen auf eine Verlängerung machen konnte: Er spielte immerhin Breaks von 85, 54 und 46Â Punkten. Doch O’Sullivan sah gar nicht ein, weshalb er noch einen Tag dran hängen sollte und sorgte mit Serien von 68, 123 und 56Â Punkten dafür, dass Hendry keinen Ball lochen und drei Frames abgeben musste.
16:6 stand es und im letzten Frame sollte es noch einmal spannend werden. Beide Spieler waren jetzt aufgeregt und unkonzentriert. O’Sullivan verschoss zweimal Schwarz vom Spot und im Endspiel auf die Farben hätte Hendry den Frame noch einmal an sich reißen können, doch er legte die letzte Schwarze direkt vor die Tasche und gab daraufhin das Spiel auf.
Einen Whitewash in einer Session war Stephen Hendry noch nie in seiner langen Zeit in Sheffield passiert, und so zeigte er auch nur größte Bewunderung für seinen Gegner: „Ronnie war herausragend. Sein Allround-Spiel ist das Beste gegen das ich je angetreten bin. Ich habe ihm gesagt, dass das die beste Safety war, die ich je gesehen habe.“
„Er ist mit Abstand der beste Spieler, er hat brilliant gespielt. Ich kann momentan nur so spielen, wenn ich im Club bin, nicht im Match. Ronnie trifft die Bälle als ob es im Training wäre.“
„Gegen Ding Junhui und Ryan Day bin ich mit meinen Fehlern noch davon gekommen“, gab Hendry zu, „aber das Spiel gegen Ronnie war schon ein großer Schritt in der Klasse nach oben – und ich bin nicht mehr davon gekommen.“
Auf die Frage, ob Ali Carter oder Joe Perry eine Chance auf eine Sensation im Finale haben, antwortete Hendry: „Wenn Ronnie so spielt, nein.“
Ähnlich auch die Lobpreisungen von Cliff Thorburn: „Wir haben noch nicht das Beste von Ronnie O’Sullivan gesehen und ich glaube, dass er den Rekord [von Hendry] schlagen kann. Es ist unglaublich wie gut er ist.“
„Bisher hat er drei Maximums hier geschafft, es hätten aber auch gut und gerne 10 bis 12 sein können. Ronnie ist so anders als alles, was ich bisher gesehen habe.“
Ach ja: In dem anderen Halbfinale zwischen Joe Perry und Ali Carter hat Carter die zweite Session 6:2 gewonnen, er führt jetzt auch insgesamt mit 9:7.
(Quellen: BBC und BBC)