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Bahrain: Bizarrer Beginn

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Nach einer Wildcardrunde ohne Überraschungen durch die lokalen Amateure verlief der erste Tag der Hauptrunde der Bahrain Championship bislang … nun ja, bizarr.

Das erste Spiel der Morning Session fiel aus: Steve Davis erreichte bekanntlich durch die krankheitsbedingte Absage von Ronnie O’Sullivan kampflos das Achtelfinale. Jamie Cope, für dieses Turnier pro forma in die Top 16 aufgerückt, unterlag Michael Holt mit 3-5 und gab anschließend zu, es psychologisch ungewohnt gefunden zu haben, ohne Qualifikationsrunde in ein Turnier zu starten.

Mit demselben Ergebnis unterlag nachmittags der ebenfalls durch die Absagen von Higgins, Selby und Ding zum gesetzten Spieler „beförderte“ Ken Doherty Barry Hawkins, der im vierten Frame durch einen Kick nach 12 Rot-Schwarz-Folgen knapp ein Maximum Break verpasste. Am Nebentisch gelang es Shaun Murphy auch im vierten Anlauf nicht, seinen ersten Saisonsieg in einem Ranglistenturnier einzufahren: Er unterlag Mike Dunn mit 4-5. Murphy führte midsession bereits 3-1, geriet nach der Pause jedoch ins Stocken und musste sich schließlich dem Qualifikanten geschlagen geben.

Sollten sich in der Abendsession nun auch noch Dominic Dale gegen Marco Fu und Barry Pinches gegen den angeschlagenen Graeme Dott durchsetzen können, würde der erste Eröffnungstag des neuen Turniers in Bahrain endgültig zum „Tag der Ungesetzten“ …

Die Snooker-Woche

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Was letzte Woche geschah:

Amateur-WM

Im Finale der Amateur-WM im österreichischen Wels stehen sich der Ire Colm Gilcreest und Thepchaiya Un-Nooh aus Thailand gegenüber. Lasse Münstermann schied gegen Lulian Logue aus Nord-Irland mit 0:5 in der Runde der Besten 32 aus. Auch für Patrick Einsle, der sich in seinem Gruppenmatch gegen Glen Wilkinson eine Knochenabsplitterung an der Hüfte zuzog, war in der 2. Runde Schluss. Gegen Darren Mogan unterlag er knapp mit 4:5.

Insgesamt war das abschneiden der Deutschen zufrieden stellend, konnte man doch mit beiden angetretenen Spielern die KO-Runde erreichen. Die Gastgeber – mit einer wesentlich größeren Mannschaft angetreten – waren nur mit zwei Spielern in der Runde der Besten 64 vertreten. Robert Bütof unterlag David Donovan aus Wales mit 0:4, Felix Pleschek unterlag Ex-Profi Mohamed Shehab mit 1:4.

Überlegen die Spieler aus Großbritannien und Irland sowie aus Asien, die ab der Runde der Besten 16 nur noch untereinander spielten.

Weltmeister wurde mit 11:7 Thepchaiya Un-Nooh aus Thailand, den wir damit in der nächsten Saison auf der Main Tour begrüßen dürfen.

Bei den Frauen stehen die üblichen Verdächtigen im Finale: Wendy Jans (Belgien) trifft erneut auf Reanne Evans (England). Jans hatte im Achtelfinale die deutsche Vertreterin Natascha Niermann mit 3:0 geschlagen.

Reanne Evans konnte sich erneut den Weltmeisterinnen-Titel sichern, indem sie mit 5:3 gewann.

Bei den Herren stehen Dene O’Kane und Geet Sethi im Finale. Die beiden Teilnehmer aus Deutschland. Olaf Thode und Frank Schröder mussten gegen Yam Shui Ng aus Hongkong die Segel streichen. Schröder verlor in der Runde der Besten 32 mit 1:4, Thode im darauf folgenden Achtelfinale mit dem selben Ergebnis. Der Schweizer Mohanraj Sivasubramaniam kam ebenfalls nicht über die erste KO-Runde hinaus.

Dene O’Kane schaffte den Sprung nach ganz oben auf das Siegerpodest und schlug Sethi deutlich mit 5:1.

Premier League

Im Newport Centre trafen am letzten Donnerstag Joe Perry und Ding Junhui aufeinander und Liga-Neuling Perry musste seine erste Niederlage nach vier Siegen einstecken. Der Chinese nahm den Schwung aus seinem Sieg in der World Series mit und erarbeitete sich schon früh einen 3:0-Vorsprung, nach Perrys Anschluss-Frame konnte er dann aber seinen Sieg fest machen.

Kein Glück weiterhin hat Steve Davis in der Premier League. Gegen Stephen Hendry unterlag er mit 1:5. Damit konnte Davis aus 4 Matches keinen Punkt mitnehmen und wird die KO-Runde wohl nicht mehr erreichen können. Dieser Umstand könnte dazu führen, dass er lieber weiter bei der Bahrain Championship spielt um seine Weltranglistenposition zu stärken.

Marcus Campbell mit Maximum

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Gleich am ersten Tag der Bahrain Championship geschah eine kleine Sensation in Manama: Marcus Campbell, aktuelle Nummer 42 der Welt, konnte in seinem Wildcard-Match gegen Ahmed Al Khusaibi, das er 5:0 gewann, nicht nur das erste offizielle Maximum im Nahen Osten spielen sondern auch sein erstes in einem Ranglistenturnier.

Das dritte Maximum der Saison gelang ihm im 4. Frame gegen Al Khusaibi. „Ich freue mich riesig, ich konnte es gar nicht glauben. Die Roten lagen von Beginn an perfekt, obwohl ich bei 73 einen Kick hatte. Ich hatte keine Position, aber ich habe die Chance genutzt und pottete die Schwarze und stellte mir die drei letzten Roten.“, sagte Campbell in der Pressekonferenz nach dem Match.

Am Ende des Breaks wurde es noch einmal spannend, als er keine Position auf Pink bekam. Er lochte Blau und die Weiße lief direkt in Pink hinein. „Das war ein einfacher Fehler, die Position auf Schwarz war dafür perfekt.“ Zum Maximum spielte Campbell ein 99er-Break in Frame 2, nun trifft er auf Neil Robertson.

Mike Dunn gewann sein Match gegen Ahmed Aseeri ebenfalls mit 5:0. Auch er versuchte sich im dritten Frame an einem Maximum, verschoss aber eine schwierige Rote in die Mitteltasche nach 6 Roten und Schwarzen. Er trifft in der nächsten Runde auf Shaun Murphy.

Mit zwei 5:1-Siegen konnten sich zudem Robert Milkins und Barry Pinches gegen ihre Gegner,Ahmed Saif und Ahmed Goulam, durchsetzen.

Farce in Bahrain

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Nachdem bereits Mark Selby, John Higgins und Ding Junhui nicht beim Bahrain Championship antreten werden und wohl auch Steve Davis wegen der Premier League zurückziehen wird, hat nun auch Weltmeister Ronnie O’Sullivan seine Teilnahme am Turnier abgesagt.

In einer Pressemitteilung heißt es:

„Mit erheblichem Bedauern habe ich entschieden das Turnier in Bahrain abzusagen.“

„Ich war in letzter Zeit durch meinen hektischen Spiel- und Promoverpflichtungen sehr erschöpft und mein Arzt hat mir geraten ein paar Wochen Auszeit zu nehmen.“

„Ich bin zur Erkenntnis gelangt, dass es weder für mich noch für das Turnier gut ist, wenn ich nicht in Bestform bin und ich möchte nicht riskieren, dass sich das Problem noch verschlimmert und ich damit die gesamte restliche Saison aufs Spiel setze. Ich denke es ist das Richtige unter diesen Umständen auf meinen Arzt zu hören.“

„Es tut mir sehr leid, dass ich in Bahrain nicht antreten werde, da ich mir sicher bin, dass es ein großer Erfolg wird. Ich freue mich an Wettkämpfen in der Zukunft teilzunehmen.“

Steve Davis hätte damit einen Platz unter den letzten 16 sicher, wenn er nicht auch zurück zieht. Tut er das könnten Marco Fu und Joe Perry bereits um ein Viertelfinalticket spielen.

Das Turnier ist jedenfalls bereits zu einer Farce verkommen, fünf Topspieler bleiben schlimmstenfalls zuhause, einige Spiele werden ausfallen, Greame Dott wird wohl, dank seines gebrochenen Handgelenks, eine eher traurige Figur abgeben.

Die WSA hat mal wieder ein Missmanagement-Glanzstück gesetzt, ich wollte das nicht den Fans in Bahrain und an den Fernsehgeräten erklären müssen.

Das Statement klingt danach als ob bei O’Sullivan mal wieder die Dämonen zurück sind, dabei sah es diese Saison konstanter aus als sonst in den letzten Jahren. Seine Fans können nur auf schnelle Besserung hoffen.

Erste Dopingtests außerhalb des Wettkampfs

Zum ersten mal wurden im dritten Quartal dieses Jahres (Juli–September) Snookerspieler auch außerhalb von Wettkämpfen einem Dopingtest unterzogen meldet das Snooker Scene Blog unter Berufung auf UK Sport, die im Vereinigten Königreich diese Kontrollen durchführen.

Snooker war eine der ersten Sportarten, die überhaupt ein Dopingtest-Programm einführten. 1985 hatte es Gerüchte um Kokainkonsum von Kirk Stevens gegeben, die er später auch bestätigte – ohne jemals während eines Turniers positiv getestet worden zu sein. Überhaupt gibt es im Snooker bisher extrem wenige positive Dopingproben, am bekanntesten ist sicher Ronnie O’Sullivans Aberkennung des Irish-Masters-Titel 1998 wegen Canabiskonsums.

Die Ausweitung der Tests auf die Zeit außerhalb der Turniere könnte einige Spieler hervorbringen, die ebenfalls illegale Substanzen zu sich nehmen. Während die WPBSA mit solchen Vorfällen immer im Geheimen umzugehen versucht, werden wir trotzdem erfahren, wenn ein Spieler für einen Test nicht anzutreffen ist oder positiv getestet wird: UK Sport veröffentlich vierteljährliche Berichte.

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