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Snookerblog

Kurzes zu Malta und Masters

Es wird in dieser Saison keinen Malta-Cup geben – auch nicht als Einladungsturnier. Einen echten Grund gibt es bislang scheinbar ebensowenig wie ein Statement der WSA.

Die freie Wildcard für das Masters geht (relativ) erwartungsgemäß an Ricky Walden, den Sieger des Shanghai Masters 2008. Walden bestreitet sein Wildcard-Match gegen Mark King, Judd Trump als Sieger des Qualifikationsturnieres gegen Mark Allen.

Zwei mal zwei

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Die Hauptrunde der UK Championship geht auf die Zielgerade: Aus vier spannenden Viertelfinalbegegnungen bleiben vier Halbfinalisten übrig, allesamt Top 16-Spieler.

In der ersten Halbfinalbegegnung am Freitag trifft Marco Fu, der sich mit 9-7 gegen Joe Perry durchsetzen konnte, auf Allister Carter, der sich gegen Mark Williams mit 9-8 durchsetzte. Am Samstag hingegen kommt es im zweiten Halbfinale zum Duell der „alten Rivalen“ Shaun Murphy und Stephen Maguire.

Murphy hatte gegen einen desolaten Stephen Lee, der von Zahnschmerzen geplagt wurde und sich morgen einer Zahn-OP unterziehen wird, vergleichsweise leichtes Spiel. Bereits nach der ersten Session führte Murphy 7-1 und gewann schließlich relativ klar mit 9-3.

Maguire hingegen hatte im schottischen Duell mit John Higgins immer wieder mit teils sehr schwachen Phasen zu kämpfen. Seinen Sieg mit 9-7 verdankt er zum Teil auch der Tatsache, dass Higgins sein Schicksal teilte und die Partie speziell in der Evening Session eher eine zerfahrene, von Taktik geprägte aber doch spannende Begegnung war, in der beide Spieler nicht fehlerfrei auftraten.

Dennoch weiterhin eine sehr ausgeglichene UK Championship auf hohem Niveau, die nun wohl jeder der vier Halbfinalisten für sich entscheiden könnte.

Sechzehn minus acht

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Eine UK Championship, welche bislang auf sportlich hohem Niveau nicht nur die „Besten der Besten“, sondern auch ein Maximum Break durch Ding Junhui zu bieten hatte, geht nun ins Viertelfinale.

Joe Perry, der in der Form seines Lebens einem offensichtlich neben sich stehenden Ronnie O’Sullivan ein Session Whitewash beibrachte, trifft nun auf Marco Fu, der nach Barry Hawkins auch Matthew Stevens deutlich besiegte. Ein Match zweier Experten in nüchtern-sachlichem Snooker.

Im zweiten Viertefinale der oberen Hälfte des Turnierbaums treffen Ali Carter und Mark Williams aufeinander. Carter dürfte leicht favorisiert sein, zumal er in seinen beiden Partien gerade einmal die sieben Frames abgeben musste, die Williams in jedem seiner vorigen Matches verlor. Aber auch dem stoischen Kämpfer Williams liegen die langen Matches der UK Championship.

Viel ähnlicher als die Beteiligten des dritten Viertelfinales können zwei Spieler nicht sein: Shaun Murphy und Stephen Lee. Neben Spielweise und Statur ist auch die Situation der beiden in puncto Ranking vergleichbar – Murphy punktet erstmals in der laufenden Saison wirklich, Lee wittert eine Chance, sich wieder den Top 16 anzunähern. Spannung pur.

Im letzten Viertelfinale schließlich ein rein schottisches Duell zwischen John Higgins und Stephen Maguire. Higgins könnte in Telford nicht nur seine Absage in Bahrain kompensieren, sondern gar zum ersten Spieler der Saison mit zwei Main-Tour-Titeln werden. Maguire hingegen könnte den Abstand in der Rangliste auf O’Sullivan verkürzen und gleichzeitig den Vorsprung auf die Verfolger ausbauen.

Dreizehn plus drei

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Wie drüben im Snookerscene Blog richtig festgestellt wird sind 13 der letzten 16 bei der UK Championship gesetzte Spieler. Lediglich Mark Selby, Ryan Day und Stephen Hendry unterlagen als gesetzte Spieler in der ersten Hauptrunde des zweitwichtigsten Turnieres der Main Tour – alle drei gegen Spieler, die noch im letzten Ranking in den Top 16 standen: Mark Williams, Matthew Stevens und Stephen Lee.

Die UK Championship ist kein Turnier für Überraschungen. Nur bei der WM sind mehr Ranglistenpunkte zu ergattern, was dem Turnier eine besondere Bedeutung gibt. Es ist höchstwahrscheinlich kein Zufall, dass Shaun Murphy und Graeme Dott ausgerechnet in Telford erstmals in dieser Saison die erste Runde überstanden. Leistung unter Druck, der Thrill des Snookerprofis.

Ein weiterer Faktor sind die langen Matches: Spielern wie Peter Ebdon oder Marco Fu liegt es aufgrund ihrer Spielweise, mehr Luft zu haben, in ein Match zu finden. Beide haben bei den „höher dotierten Turnieren“ (Grand Prix und UK Championship) in dieser Saison punkten können. Sicher, Fu hat zusätzlich in Shanghai mehr als „seeded loser points“ geholt – das düfte mit am Austragungsort gelegen haben.

Unter den verbleibenden Ungesetzten scheint Ex-Weltmeister Williams derzeit klar auf Kurs zurück in den Kreis der Gesetzten (Nr. 13 im Very Provisional Ranking nach der ersten Runde der UK Championship). Für Stevens (Nr. 22 VPR) und Lee (Nr. 28 VPR) ist der Weg noch etwas länger – aber in Telford kann man ihn signifikant abkürzen …

Wieder Anzeichen für Wettbetrug

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9:3 – das war das Ergebnis zwischen Stephen Maguire und Jamie Burnett. Ein Ergebnis, das einige dubiose Wetter wohl schon vorher wussten. Nach der 6:2-Übernacht-Führung von Maguire waren mehrere dubiose Wetten von neuen Konten mit Glasgower Adresse eingegangen.

„Wir haben keine Wetten auf einen 9:2- oder 9:4-Sieg bekommen, nur 9:3, was auch Alarmglocken auslöste.“, so der Vorsitzende im Bereich Sport von Victor Chandler.

Burnett hatte im 10. Frame ein 113er-Break gespielt bevor Maguire auf 8:3 erhöhte. Die beiden Schotten – beide aus Glasgow, gute Freunde und zeitweise Trainingspartner – spielten dann einen sehr zerfahrenen Frame mit Fehler auf beiden Seiten. Im Endspiel auf die Farben lies Maguire dann die Grüne in der Tasche liegen und Burnett lochte diese und lochte auch Braun, verstellte sich aber auf Blau.

Trotzdem konnte er diesen langen Ball lochen, verfehlte dann Pink die er auch lang spielen musste, sie fiel dann trotzdem noch als Glückstreffer. Burnett hatte nun eine sehr schwierige Position auf Schwarz, die er so stark anschnitt, dass sie nicht einmal die Seiten der Tasche berührte.

Beide Spieler bestritten jegliche Teilnahme an Wettmachenschaften. Burnett sagte, dass er wusste, dass die Wetten ausgesetzt waren und daher der Druck auf ihn besonders groß war beim 8:3.

„Ich habe in meinem Leben noch nie mehr Druck gespürt als in diesem letzten Frame“, sagte er, „Beim Spiel auf die Schwarze dachte ich »Ich muss den Frame holen, ich muss die Kugel lochen«. Als ich sie dann verfehlte war es das niedrigste Gefühl – das fühlte sich schrecklich an.“

Gleichzeitig glaubt Burnett nicht, dass solche Betrügereien verbreitet sind: „Die Leute reden da seit Jahren drüber und machen Witze, aber soweit ich weiß hat nie irgendwer irgendetwas gemacht. Snooker ist zu wichtig, es geht hier ja um Karrieren.“

Es ist verständlich, dass diese Entwicklung beobachtet werden muss und ein solcher Betrug hart bestraft werden muss – vielleicht auch mit einer Lebenslangen Spielsperre. Schließlich ist das auch Betrug am Sport, der dann noch mehr Probleme bekommen könnte Sponsoren, Sender und Zuschauer anzuziehen.

Wenn Burnett aber wirklich vor der zweiten Session wusste, dass die Wetten ausgesetzt waren, warum hätte er dann die Schwarze absichtlich verschießen sollen? Hätte das noch einen Unterschied gemacht?

Und warum lassen die Buchmacher überhaupt Wetten auf das genaue Ergebnis zu, wenn sie damit so schlechte Erfahrungen machen. Und natürlich ist das – gerade bei deutlicher Führungn und einer Pause über Nacht – auch verführerisch für Spieler auch in den unteren Rängen, die vom Snooker alleine oft nicht leben können.

Diese Skandale schaden dem Sport und die WSA täte gut daran öffentlicher mit den Untersuchungen zu diesen Vorgängen umzugehen. So ist bis heute nicht bekannt in wiefern Peter Ebdons 0:5-Niederlage gegen Liang Wenbo bei der Northern Ireland Trophy untersucht wurde und ob es schon Zwischenergebnisse gibt. Ebdon ist immerhin (wiedergewähltes) Board-Mitglied der WSA, da würde eine schnelle Aufklärung gut tun.

Quellen: AFP und Snooker Scene Blog

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