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Grand Prix 2009: Interessante Begegnungen

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Als kleiner „Appetithappen“ zum Samstag startenden Grand Prix hier die — meiner völlig subjektiven Meinung nach — interessantesten vier Begegnungen der ersten Runde, welche das Losprinzip ermittelt hat.

Mark Selby – Ken Doherty (3.10., 20 Uhr)

Selby hat sich nach seiner überraschenden WM-Finalteilnahme 2007 sukzessive zu einem kompletten Spieler entwickelt. Doch seit den Welsh Open 2008, seinem ersten Sieg bei einem Ranglistenturnier, ist es etwas stiller um ihn geworden. Doherty hingegen will sich seinem tiefen Sturz in der Weltrangliste entgegenstemmen. Einem guten Auftritt in Shanghai ließ er eine souveräne Qualifikation zum Grand Prix folgen.

Ding Junhui – Matthew Stevens (4.10., 13:30 Uhr)

Ding ist nach wie vor schwer einzuschätzen — im Grunde scheint er seine Krise überwunden zu haben, aber auch ihm fehlt es an zählbaren Erfolgen. Die nationale „Konkurrenz“ (namentlich Liang Wenbo) ist ihm auf den Fersen — wirkt das befreiend oder hemmt es ihn? Stevens hingegen ist ebenfalls mit klarem Aufwärtstrend unterwegs zurück in Richtung Top 16 (Provisional) und könnte gegen Ding bei entsprechender Form seine Chancen wittern.

Ryan Day – Jamie Cope (4.10., 20 Uhr)

Days erster Sieg bei einem Ranglistenevent ist überfällig, und genau das wird vermutlich in seinem Kopf herumspuken. Verkrampft er am Druck oder schlägt in Glasgow endlich seine Stunde? Gegner Cope ist immer gefährlich, im Provisional bereits in den Top 16 und sehr ehrgeizig.

(Am gleichen Tag in der Vormittagssession übrigens am Tisch: Der frischgebackene Vater Ali Carter. Gratulation!)

Peter Ebdon – Liang Wenbo (5.10., 13:30 Uhr)

Kann Ebdon seinen Absturz in der Rangliste gegen den jungen Chinesen stoppen oder kassiert er seine zweite Erstrundenniederlage der Saison? Zuletzt zeigte Ebdon sich schwach gegen Gegner aus Asien. Liang hingegen kommt mit dem Aufwind eines großartigen Shanghai Masters nach Glasgow und steht im Provisional bereits jetzt in den Top 10.

(Anmerkung: Uns liegen derzeit leider noch keine Informationen vor, ob diese Begegnungen am „TV table“ ausgetragen werden.)

Keine Chance für Graubärte

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Für die Helden von gestern, die sich hartnäckig weigern, dass Queue an den Nagel zu hängen, stand die Qualifikation zum Grand Prix unter keinem guten Stern.

James Wattana scheiterte gleich in der ersten Runde der noch laufenden Qualifikation mit 1-5 an Tourneuling Stephen Rowlings. In Runde 2 musste Jimmy White ein 2-5 gegen Matt Selt hinnehmen, der noch am Vortag unter den Folgen einer Mandelentzündung leidend ein 0-4 gegen Jordan Brown noch in ein 5-4 umgebogen hatte.

Tony Drago erwischte es in Runde 3, nachdem er sich am Vortag noch zum Geburtstag selbst ein 5-3 über Andy Hicks geschenkt hatte — eine Runde später war für ihn jedoch Mike Dunn zu stark, der „Tornado“ aus Malta unterlag mit 2-5. Für Alan McManus war in der dritten Runde die Qualifikation schon wieder beendet — 4-5 gegen Rod Lawler. Auch John Parrott musste sich in Runde 3 Ian McCulloch mit 4-5 geschlagen geben.

Heute morgen schließlich erwischte es Steve Davis. Dem „Nugget“ blieb gegen Mark Davis nicht einmal die Schmach eines Whitewashes erspart. (Das Schicksal teilte er übrigens mit Graeme Dott, den Jamie Burnett vom Tisch wischte — aber Dott kann man kaum als Graubart zählen.)

Als einziger der „alten Garde“ konnte sich bislang Nigel Bond (5-3 über Peter Lines) einen Platz in der Endrunde des Grand Prix sichern. In der Session am heutigen Nachmittag kommt es zudem zu einem „internen Duell“, wenn Dave Harold und Ken Doherty aufeinander treffen.

O’Sullivan siegt ungefährdet in Shanghai

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Mit einem 10:5 konnte sich Ronnie O’Sullivan im Finale des Shanghai Masters gegen Lokalmatador Liang Wenbo durchsetzen. Es war das erste Weltranglistenturnier außerhalb von Großbritannien und Irland seit dem Jahr 2000, das O’Sullivan gewinnen konnte. Im Vorjahr war er an gleicher Stelle noch gegen Überraschungssieger Ricky Walden unterlegen.

Den ersten Frame gewann O’Sullivan durch ein 70er-Break, in den beiden nächsten Frames legte Liang dann immer vor, konnte aber den Sack nicht zumachen, so dass O’Sullivan seine Führung auf 3:0 ausbauen konnte. Vor dem Interval verkürzte der Chinese auf 3:1.

Nach der Pause stellte O’Sullivan den alten Abstand mit einem 80er-Break wieder her, doch Liang konterte mit einer Serie von 81 Punkten. O’Sullivan, der nur eine durchschnittliche Leistung zeigte, lies aber nicht locker. Mit Breaks von 75 und 91 Punkten konnte er den Abstand auf 6:2 ausbauen. Mit einem 89er-Break beschloss Liang die erste Session und konnte sich die Chance auf einen Sieg offen halten.

Liang stand zum ersten mal in einem Finale und hatte im Halbfinale die Aufgabe Shaun Murphy zu schlagen, der sich bis dahin fehlerlos gezeigt hatte, was ihm knapp mit 6:5 gelang. O’Sullivan hingegen reichte gegen einen desolaten John Higgins eine durchschnittliche Leistung um mit 6:1 zu gewinnen.

Im Finale eröffnete dann Liang die zweite Session und gewann deren ersten Frame mit einer 35er-Serie. O’Sullivan konterte mit dem ersten – und einzigen – Century des Finals, 109 Punkte. Liang gewann noch einen Frame, doch dann konnte sich O’Sullivan mit Breaks von 56, 69 und 71 Punkten drei Frames in Folge und damit den Sieg holen.

Bezeichnend für das Finale waren die kleineren Serien von Liang, der sich dann fest spielte. Davon konnte O’Sullivan ein ums andere Mal profitieren. Liang hat gezeigt, dass er das Zeug hat gegen die etablierten Spieler zu bestehen. O’Sullivan muss sich noch deutlich steigern, allerdings hat er bei solchen Leistungen auch schon oft die Nerven verloren, diesmal hat er ergebnisorientierter gespielt. Man kann von beiden noch viele Schlagzeilen in dieser Saison erwarten!

No-Mercy-Murphy trifft im 1. Halbfinale auf Liang Wenbo

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Ken Doherty hatte keine Chance gegen gegen Murphy, der keine Gnade walten lassen wollte und ihn mit 5:0 praktisch überrollte. Insgesamt konnte Doherty in den 5 Frames nur 49 Punkte erzielen, während Murphy Breaks von 49, 75, 68, 62, 53 Punkten alleine bis zum Mid-Session-Interval spielte nur um danach den Sack mit einem 123er-Break zuzumachen.

Doherty hat zwar einen gewaltigen Schritt in Richtung Top-32 gemacht, der Whitewash wird ihn aber trotzdem ärgern. Murphy hat damit insgesamt in drei Runden nur 1 Frame verloren, mit Liang Wenbo steht ihm aber morgen ein schwerer Gegner gegenüber.

Der Chinese konnte in seinem Viertelfinale Titelverteidiger Ricky Walden nach Hause schicken, der die 1:0-Führung von Liang noch mit einer 103er-Serie ausgleichen konnte. Bis zum Mid-Session-Interval lag er jedoch schon 1:3 hinten. Liang lies auch nach der Pause nichts anbrennen und erhöhte sogar auf 1:4. Walden steckte jedoch nicht auf und gewann noch 2 Frames mit Breaks von 55 und 122 Punkten bevor Liang seinen Sieg perfekt machen konnte.

4 Matches mit 2 Chinesen in Shanghai

Erstmals stehen bei einem Weltranglistenturnier 2 Chinesen im Viertelfinale. ding Junhui zeigte sich mit guten Leistungen gegen Stephen Lee und Stuart Bingham (jeweils 5:2) wieder rehabilitiert und zeigte die besten Leistungen seit langem, inklusive 2 Century-Breaks (132 und 101 Punkte).

Sein Gegner ist Ronnie O’Sullivan. Der Engländer zeigte sich im Achtelfinale gegen Marco Fu unzufrieden mit seinem Spiel, gewann aber dennoch ungefährdet mit 5:2. Fu konnte seine zahlreichen Chancen nicht nutzen. Ob O’Sullivan mit dieser Leistung Ding schlagen kann ist ungewiss, es dürfte uns ein spannendes Match erwarten, zumal O’Sullivan der Angstgegner Dings ist. Der hat aber heute alle Chancen sein Trauma aus dem Masters-Finale Anfang 2007 zu überwinden.

Im Halbfinale trifft der Sieger dieses Matches entweder auf Ryan Day oder auf Weltmeister John Higgins. Day setzte sich im rein-walisischen Duell gegen Matthew Stevens klar mit 5:1 durch. Higgins schlug Mark Williams mit dem gleichen Ergebnis. Williams war trotz eines gebrochenen rechten Handgelenk (er ist Linkshänder) angetreten und hatte in der Runde der Letzten 32 Joe Swail mit 5:3 geschlagen, wodurch er seine Position in der Weltrangliste stabilisieren konnte.

In der anderen Tabellenhälfte hat sich Titelverteidiger Ricky Walden für das Viertelfinale qualifiziert. Dazu schlug er in der 1. Runde Mark King und in der 2. Runde Stephen Hendry jeweils mit 5:1. Hendry hatte zuvor gegen Marcus Campbell ein 0:4 aufholen müssen. Walden trifft nun auf den 2. Chinesen im Bunde, Liang Wenbo. Er gewann seine beiden Matches gegen Peter Ebdon (5:1) und Ali Carter (5:0) ungefährdet und ist sicher einer der heißesten Titelanwärter.

In bestechender Form zeigte sich auch Ken Doherty, der nicht nur das zweite Challenge-Turnier im Super6-Format gewann, sondern auch in Shanghai gute Leistungen zeigte. Mit zwei 5:4-Siegengegen Neil Robertson und Barry Hawkins macht er große Schritte in Richtung Top-32 der Welt. Sein Gegner Shaun Murphy kann auf ungefährdete Siege gegen Michael Holt (5:1) und Jamie Cope (5:0) zurück schauen. Zudem zeigt er wieder konstante Leistungen und mit 133 Punkten auch das bisher höchste Break.

Sollte die Serie der Überraschungssieger beim Shanghai Masters nicht reißen ist Liang Wenbo wohl der designierte Sieger, doch die etablierteren Spieler werden etwas dagegen haben.

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