Das übliche Chaos aus (im Verhältnis zu den Matchlängen) arg späten Anfangszeiten und dem „fliegenden“ Wechsel am Tisch der ersten Runden der UK Championship ist überstanden. Ab heute beginnen die Viertelfinalbegegnungen, womit ein etwas „geordneterer“ Tagesablauf in Telford einkehrt. Werfen wir einen Blick auf die Duelle im Einzelnen:
Mittwoch, 9.12.
Ding Junhui – Ali Carter
Ding kam gegen Mike Dunn nach zähem Beginn ins Rollen und legte in der zweiten Session einen Whitewash hin (Endstand 9:5), ehe er sich überraschend deutlich und fast an „alte Zeiten“ erinnernd gegen Shaun Murphy (9:3) durchsetzen konnte. Carter „durchlitt“ eines der zähesten und am spätesten beendeten Matches gegen Rory McLeod (9:7) und musste bereits am Folgetag wieder gegen Stephen Lee ran (9:5). Der Vorteil dürfte leicht bei Ding liegen, der sein Tief endgültig überwunden hat.
Peter Lines – Stephen Maguire
Lines, offiziell nur die Nr. 64 der Weltrangliste ist die Überraschung der UK Championship. Einem erstaunlich deutlichen Sieg über Marco Fu (9:3) folgte ein zähes Ringen mit Mark Williams (9:8). Maguire, der für dieses Turnier die Beerdigung seines verstorbenen Großvaters ausließ, tat sich gegen Michael Holt (9:6) schwerer als gegen Stuart Bingham (9:3). Auf dem Papier ist die Begegnung klar, doch Lines muss man derzeit alles zutrauen.
Donnerstag, 10.12.
Ronnie O’Sullivan – Mark Selby
O’Sullivan hatte in einem eher zerfahrenen Duell mit Matthew Stevens letztlich das bessere Ende für sich (9:3) und zermürbte am Folgetag Peter Ebdon zunächst mit taktisch klugem Spiel, ehe er in einer lange verzögerten 2. Session so etwas wie sein „A-Spiel“ zeigen konnte (9:3). Selby legte gegen Cope ein Comeback von 4:8 hin (9:8) und zeigte dann in enem hochklassigen Duell mit Stephen Hendry große Form (9:5). O’Sullivans „B-Spiel“ wird in diesem modernen Klassiker nicht reichen.
Liang Wenbo – John Higgins
Liang stürmte geradezu ins Viertelfinale — einem klaren Sieg über Ryan Day (9:3) ließ er einen noch klareren über Mark King (9:2) folgen und hat damit von allen Viertelfinalisten die wenigsten Frames abgeben müssen. Higgins hingegen überließ seinen Gegnern die meisten Frames — bereits gegen Ricky Walden war das Endergebnis nach 4:0-Führung von Higgins knapp (9:7), gegen Neil Robertson musste der Weltmeister gar über die volle Distanz (9:8). Wie auch die andere Begegnung an diesem Tage: Völlig offen.