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Snookerblog

UK Championship 2009: Viertelfinale

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Das übliche Chaos aus (im Verhältnis zu den Matchlängen) arg späten Anfangszeiten und dem „fliegenden“ Wechsel am Tisch der ersten Runden der UK Championship ist überstanden. Ab heute beginnen die Viertelfinalbegegnungen, womit ein etwas „geordneterer“ Tagesablauf in Telford einkehrt. Werfen wir einen Blick auf die Duelle im Einzelnen:

Mittwoch, 9.12.

Ding Junhui – Ali Carter

Ding kam gegen Mike Dunn nach zähem Beginn ins Rollen und legte in der zweiten Session einen Whitewash hin (Endstand 9:5), ehe er sich überraschend deutlich und fast an „alte Zeiten“ erinnernd gegen Shaun Murphy (9:3) durchsetzen konnte. Carter „durchlitt“ eines der zähesten und am spätesten beendeten Matches gegen Rory McLeod (9:7) und musste bereits am Folgetag wieder gegen Stephen Lee ran (9:5). Der Vorteil dürfte leicht bei Ding liegen, der sein Tief endgültig überwunden hat.

Peter Lines – Stephen Maguire

Lines, offiziell nur die Nr. 64 der Weltrangliste ist die Überraschung der UK Championship. Einem erstaunlich deutlichen Sieg über Marco Fu (9:3) folgte ein zähes Ringen mit Mark Williams (9:8). Maguire, der für dieses Turnier die Beerdigung seines verstorbenen Großvaters ausließ, tat sich gegen Michael Holt (9:6) schwerer als gegen Stuart Bingham (9:3). Auf dem Papier ist die Begegnung klar, doch Lines muss man derzeit alles zutrauen.

Donnerstag, 10.12.

Ronnie O’Sullivan – Mark Selby

O’Sullivan hatte in einem eher zerfahrenen Duell mit Matthew Stevens letztlich das bessere Ende für sich (9:3) und zermürbte am Folgetag Peter Ebdon zunächst mit taktisch klugem Spiel, ehe er in einer lange verzögerten 2. Session so etwas wie sein „A-Spiel“ zeigen konnte (9:3). Selby legte gegen Cope ein Comeback von 4:8 hin (9:8) und zeigte dann in enem hochklassigen Duell mit Stephen Hendry große Form (9:5). O’Sullivans „B-Spiel“ wird in diesem modernen Klassiker nicht reichen.

Liang Wenbo – John Higgins

Liang stürmte geradezu ins Viertelfinale — einem klaren Sieg über Ryan Day (9:3) ließ er einen noch klareren über Mark King (9:2) folgen und hat damit von allen Viertelfinalisten die wenigsten Frames abgeben müssen. Higgins hingegen überließ seinen Gegnern die meisten Frames — bereits gegen Ricky Walden war das Endergebnis nach 4:0-Führung von Higgins knapp (9:7), gegen Neil Robertson musste der Weltmeister gar über die volle Distanz (9:8). Wie auch die andere Begegnung an diesem Tage: Völlig offen.

UK Championship 2009: Ein Blick auf Runde 1

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Auf die Begegnungen bei der diesjährigen UK Championship darf man sicherlich nicht nur angesichts der allgemeinen „Goldgräberstimmung“ im Snooker nach der „Ära Walker“ gespannt sein. Hier die Highlights der 1. Runde (in Klammern jeweils Datum und Uhrzeit der finalen Session):

Mark Williams – Graeme Dott (5.12., 20 Uhr)

Zwei Weltmeister, beide mit einer langen Durststrecke in der jüngsten Vergangenheit, aus der sie sich — Williams schon deutlicher — befreien konnten. Beide sind in der Rangliste derzeit nicht dort, wo sie gerne wären; beide scheinen jedoch hoch motiviert — Williams sprach unlängst gar von einem 3. Weltmeistertitel. Dott hingegen scheint der Umschwung auf ein moderneres, offensiveres Spiel gut zu tun.

Ryan Day – Liang Wenbo (6.12., 16 Uhr)

Ryan „Der ist jetzt aber langsam mal dran“ Day gegen die chinesische Rakete Liang Wenbo. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Die lange Framedistanz könnte ein Vorteil für Day sein — aber entschieden wird diese Begegnung vermutlich im Kopf. Auch das parallele Match zwischen Mark Selby und Jamie Cope kann da nicht ganz mithalten.

Stephen Hendry – Steve Davis (6.12., 20 Uhr)

Sticht für mich trotz der parallel laufenden Begegungen (Allen – Lee, Ebdon – Trump, Higgins – Walden) aus einer spannenden Evening Session am Samstag hervor — nicht nur „aus nostalgischen Gründen“. Ein Erstrundenaus in Telford in dieser kurzen Saison kann sehr, sehr teuer werden mit Blick auf die Rangliste. Reicht Stephen Hendrys Konzentration, wie schlägt sich Davis im Zweifelsfall über 17 Frames?

Ronnie O’Sullivan – Matthew Stevens (7.12., 20 Uhr)

Die ansonsten eher maue Evening Session am Montag hält diesen Klassiker parat. Beide sind sehr von der Tagesform abhängige Spieler, die relativ leicht aus dem Tritt zu bringen sind. Es dürfte in jedem Fall unterhaltsam werden.

Presseschau: Walkers Abwahl

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Ronnie O’Sullivan im Daily Express:

“I am ecstatic. This paves the way for Barry Hearn. He is the best person I have worked with in snooker. The previous board were out of touch with what the public wanted. This could prove to be a great day for our sport.”

Journalist Phil Yates in der Times:

“The WPBSA accounts to June 30, 2009, show that Walker claimed commissions on contracts negotiated in his salaried role as chairman. In addition, Walker’s ‘fees and pensions’ package increased to £54,600 in a year that brought 10 per cent cuts to WPBSA staff wages.”

Journalist Clive Everton im Guardian:

“While the WPBSA is the recognised professional governing body, Walker and McMahon remain directors of its commercial subsidiary, World Snooker Ltd.”

“Through his company, Matchroom, Hearn has since diversified widely into everything from boxing to angling, tenpin bowling, pool and the chairmanship of Leyton Orient. Most notably, as chairman of the Professional Darts Council, he has increased annual prize money for its circuit from £500,000 to £5m – a strong recommendation to most of the voters at the AGM.”

Hearn selbst äußert sich im Daily Telegraph:

“We’ve got to create instantly. By the time the World Championship comes up (in April), I’ll have a published masterplan. It will be brutally honest and transparent and will create opportunities for people to play in the competitive game.”

“If it doesn’t work, I expect to be kicked out.”

Und zur WM im Crucible ebenda:

“I’m nostalgic, I remember good days at the Crucible. I do see it as a UK event but that doesn’t mean there can’t be bigger events (overseas). I don’t close the door and don’t say never. But, unless there is quantum change, I don’t see why we should take it away.”

Hearn äußerte sich auf sportinglife.com zur Players Association, die bisher von der WPBSA völlig ignoriert wurde:

“From now on everything is in the open: good news, bad news, it will be honest news.”

“How can you not talk to people who are your best assets?”

“It comes the under category of ‘very silly’. As long as it’s honest, people will put up with that. Without the players, we have no business.”

Die Daily Mail kommentiert:

“The sport simply must be expanded and extended beyond its usual frontiers.”

“New fans across Europe have embraced the game, largely due to the many hours of continuous coverage on satellite television channel Eurosport. It must surely be time for a ranking event to be held in mainland Europe.”

“And having spent time in China for last year’s Olympic Games, it was an eye-opener to see just how popular the game is over there. Millions watch the sport on television regularly, and the top stars are hero-worshipped.”

WPBSA: Rodney Walker abgewählt

Der Sturz von Sir Rodney Walker ist perfekt. Offenbar mit 35:24 Stimmen wurden die drei Mitglieder des Boards, Walker, Jim McMahon und Mike Dunn nicht bestätigt. Die WPBSA hat folgendes Statement veröffentlicht:

„Nach der Jahreshauptversammlung in Sheffield heute, bei der Sir Rodney Walker, Jim McMahon und Mike Dunn nicht wieder ins Board der WPBSA gewählt wurden, und bei der keine anderen Personen zur Wahl standen, werden die verbleibenden Mitglieder, Lee Doyle und Dr. Hamish McInnes, weitere Personen ins Board zu berufen – das hat jetzt Priorität. Die erste einer solchen Nominierung wird ein professioneller Spieler sein, wie die Verfassung der WPBSA es vorschreibt.“

(Genaue Wahlverhältnisse wurden nicht veröffentlicht.)

Barry Hearn, Promoter u.a. der Premier League und größter Herausforderer von Walker, veröffentlichte ebenfalls ein Stellungname:

„Offensichtlich bin ich mit der heutigen Entscheidung der WPBSA-Mitglieder zufrieden und ich finde die Möglichkeit reizvoll dem Sport in den kommenden Monaten neues Leben einzuhauchen. Es gibt viel zu tun und ich kann gar nicht warten wirklich beteiligt zu sein. Allerdings muss meine Berufung in den Vorstand erst noch legal gelöst werden.“

„Ich bin sicher, dass das in den nächsten paar Tagen passiert und dann geht der Spaß los! Heute beginnt eine neue Ära im Snooker – wir beginnen JETZT.“

Wie geht es nun weiter? Dave Hendon hat den weiteren, steinigen Weg skizziert: Die verbleibenden zwei Mitglieder des Vorstands sollten demnach einen anerkannten Spieler ins Board holen, der nicht auf einer Seite steht: Alan McManus und Nigel Bond schlägt er vor. Ein falsches Signal wäre es Peter Ebdon wieder zu berufen.

Danach sollte sofort Hearn berufen werden. Es sollte kein Triumphzug werden, Walker sollte für seine Bemühungen gedankt werden, nicht in die Vergangenheit sondern in die Zukunft sollte geschaut werden.

Danach müssen Gespräche mit Promotern geführt werden, die bisher vernachlässigt wurden. Die Medienstrategie der WPBSA muss überdacht werden, damit Snooker wieder den Weg in die Zeitungen findet. Zudem braucht es den Austausch mit Medienpartnern und Sponsoren.

Der gesamte Sport braucht einen Neustart.

Trotzdem werden nicht von einem Tag auf den anderen Wunder geschehen, doch die neue World Tour wird auch mit Hearn möglich sein, wie IMG heute ebenfalls verlautbarte.

Die Tür zu einer neuen Snookerzeitrechnung ist aufgestoßen, viele hatten daran gezweifelt.

Erstmals: Bilder der Qualifikation auf Eurosport

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Eurosport wird am kommenden Donnerstag, den 3. Dezember, erstmals bewegte Bilder von einem Qualifikationsturnier zeigen!

Vermutlich basierend auf dem Bildmaterial der Kollegen von 110sport.tv zeigt Eurosport von 13:45 bis 15:45 Uhr Highlights der Qualifikation zur UK Championship. Angesichts der für heute (Montag) angesetzten Begegnungen ist davon auszugehen, dass sich die Zusammenfassung auf diesen Turniertag konzentrieren wird.

Murphy entreißt O’Sullivan Premier League

Nach 5 Siegen in Folge heißt der Premier-League-Champion nicht mehr Ronnie O’Sullivan sondern Shaun Murphy. In der Gruppenphase konnte Murphy ganz knapp die Oberhand gegen Neil Robertson und Stephen Hendry behalten, die er bei Punktegleichstand nur durch mehr gewonnene Frames schlug. O’Sullivan qualifizierte sich nach einer relativ schwachen Saison (2 Siege bei 2 Unentschieden und 2 Niederlagen) als dritter. Jungstar Judd Trump wurde in seiner ersten Saison 2. und Weltmeister John Higgins konnte den Spitzenplatz für sich einnehmen.

Im Halbfinale traten dann Higgins und Murphy gegeneinander an, zum Mid-Session-Interval war das Match noch ausgeglichen, doch Murphy gewann schließlich mit konsequenten Breaks und 5:3.

O’Sullivan entschied sich im 2. Halbfinale gegen Trump dafür nicht dem Zufall zu überlassen und startete in den ersten 4 Frames gleich mit Breaks von 98, 53, 42, 66 und 76 Punkten und einer 4:0-Führung. Das Trump noch einmal mit einem 63er-Break heran kam beeindruckte O’Sullivan nicht, mit einem 67er-Break konterte er im 6. Frame eine 58er-Serie.

Im Finale ließ Murphy es dann zuerst krachen. Mit einem 111er-Century gewann er Frame 1 und auch Frame 2 und 3 gingen auf das Konto von Murphy. Die nächsten 3 Frames konnte dann aber doch der Titelverteidiger für sich entscheiden, so dass es unentschieden stand. Doch Murphy spielte weiterhin gut und gewann 4 Frames in Folge und damit das Match deutlich mit 7:3.

Murphy: „3:0 in Führung zu gehen gegen Ronnie ist eigentlich das was man nicht will, weil er dann von hinten aufholt.“

O’Sullivan: „Ich bin enttäuscht aber Shaun war stark, hat sehr gut gepunktet und schaute die ganze Zeit selbstbewusst am Tisch aus. Er hat den Sieg verdient.“

Walker lässt die Bombe platzen

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Inmitten des „Gefechts“ um den Vorsitz der WPBSA hat Sir Rodney Walker in einem Interview mit der britischen Zeitung The Independent eine echte Bombe platzen lassen: Die WSA plant — in Zusammenarbeit mit dem Medienriesen IMG Sport Media — die „radikalste und weitreichendste Umstrukturierung in der Geschichte des Sports“.

Zentraler Punkt der Umstrukturierung ist eine bereits für kommende Saison geplante Ausweitung der Main Tour auf mindestens fünfzehn(!) Ranglisten-Turniere — ganzjährig und weltweit ausgetragen!

Globale Expansion

Neben einem bereits als relativ sicher geltenden dritten Turnier in China (wahrscheinlich in Macau) und starkem Interesse im Nahen Osten gelten unter anderem Brasilien und Deutschland als aussichtsreiche Kandidaten für ein Ranglistenevent. Die Vergabe wird dabei letzten Endes natürlich von der Finanzierung des jeweiligen Events durch einen unabhängigen lokalen Promoter abhängen.

IMGs Marketing Director Adam Kelly betonte, von Seiten der World Snooker Tour und IMG seien den lokalen Promotern die Teilnahme der besten Spieler der Welt, hochwertige TV-Produktionen und globale TV-Präsenz gewiss.

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