Mark Selby ist kein ernster Spieler, er zeigt Emotionen, ärgert und freut sich. Es macht Spaß ihm zuzusehen, wie er mit Kamera und Zuschauern spielt, flirtet ist einfach Wunderbar.
Diese Eigenschaft ist es auch, was ihn von einem Shaun Murphy von 2005 unterscheidet: Er ist nicht der kalte, berechnende Spieler, den man über Jahre bei Davis und Hendry bewundern durfte. Er gehört zu einer neuen Snooker-Generation.
Und die Lacher, die Grimassen, das Aufstampfen, wenn er sich selbst gesnookert hat – das alles macht er nicht um die Leute zu unterhalten, das macht er um sich selbst die Spannung zu nehmen, um befreit aufspielen zu können.
Auch die Art wie er spielt ist faszinierend. Immer vorwärts, ohne Rücksicht auf Verluste mit hohem Aufwand. Riskant, aber Sehenswert. Selbys Spiel ist ein Spektakel für die ganze Familie.
In einem entscheidenden Frame gestern – ob es der letzte oder der vorletzte war entzieht sich gerade meiner Erinnerung – verstellt sich Selby auf Schwarz, hat nur noch einen sehr bescheidenen Winkel auf die Kugel. Dennoch spielt und locht er sie und nicht mit Sicherheit im Hinterkopf sondern mit vollem Risiko auf Rot gestellt.
Mir gefällt sein Spiel sehr gut und meine Sympatien hat er. Ob er sich im Finale gegen John „Spielt der die Saison überhaupt?“ Higgins durchsetzen kann ist eine andere Frage. Der spielt zwar konventionell, aber höllisch gut!