Die Geier kreisen. Sinkende Zuschauerzahlen hin, fehlende Sponsoren her — die Leistungsdichte im Snooker steigt unaufhaltsam. Junge, hungrige Spieler drängen mit aller Macht nach; Spieler, die man längst auf dem absteigenden Ast wähnte, rappeln sich noch einmal auf. Wohl nie zuvor war der Kreis der Anwärter auf einen der begehrten Plätze in den Top 16 so groß, was für viele der arrivierten Stars bedeutet, dass ihr lange sicher geglaubter Platz in der Elite des Snooker wackelt.
Jimmy White hat diesen tiefen Sturz bereits hinter sich. Lediglich über die Einjahreswertung konnte der „Whirlwind“ sich im letzten Jahr auf der Tour halten, mittlerweile arbeitet er sich langsam zurück — derzeit steht White im „Very Provisional Ranking“ recht sicher in den mittleren Fünfzigern. Die Chance stehen also gut, dass Jimmy in der kommenden Saison zumindest nicht alle Qualifikationsrunden wird überstehen müssen.
Ken Doherty, immerhin Weltmeister 1997, ist nach einem Seuchenjahr par excellence dort mittlerweile aus den Top 32 gerutscht, ebenso Ex-Weltmeister Graeme Dott, den zwei schlechte Spielzeiten mit persönlichem und Verletzungspech zwischenzeitlich sogar aus den Top 48 katapultiert hatten, obgleich er im offiziellen Ranking noch auf Platz 13 geführt wird. Während Dott sich mit einem starken Finish mittlerweile immerhin wieder Hoffnungen auf einen Platz in den Top 32 machen dürfte, wird das für Doherty, der nur noch bei der WM punkten könnte, ganz schwer.
Von den derzeit offiziellen Top 16-Spielern können neben Dott weitere sechs Spieler noch nicht wirklich „durchatmen“. Peter Ebdon (offiziell Nr. 9) und Mark King (15) sind im „Very Provisional“ bereits auf Platz 17 und 18 abgerutscht. Aber auch Ding Junhui (11), Neil Robertson (10), Stephen Hendry (6) und selbst Mark Allen (16) können sich noch nicht in Sicherheit wiegen, obschon alle vier derzeit in den „Very Provisional“ Top 16 stehen. Angesichts der nachdrängenden Spieler aber werden wahrscheinlich keinem von ihnen die garantierten Punkte für einen Verbleib auf den „gesetzten Plätzen“ ausreichen — zu eng beeinander ist das Feld derzeit zwischen Platz 10 und 20.
Besonders pikant ist der „Fall Stephen Hendry“ — was würde der Rekordweltmeister, der seit Monaten mit seinem Spiel hadert, aber scheinbar immer noch Vertrauen in sein Können hat, tun, sollte er aus den Top 16 rutschen? Das Queue an den Nagel hängen oder brav zu den Qualifikationsmatches nach Prestatyn reisen, auf die Gefahr hin, sich dort zu blamieren wie so mancher vor ihm? Eine Frage, die sich rein altersbedingt bei Ebdon ebenfalls stellt.