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Snookerblog

Nachbericht: Ronnie & friends in München

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Ich hatte das Vergnügen, am 6. Juni im Münchener Zircus Krone die Exhibition “Ronnie & friends” sehen zu können — eine mit Ronnie O’Sullivan, Steve Davis, dem frischgebackenen Weltmeister (und Jungvater) Neil Robertson und Judd Trump spielerisch vom Feinsten besetzte Exhibition, ergänzt durch Michaela Tabb und Bernie Mickeleit als Schiedsrichter und Rolf Kalb als MC des Abends.

Das sportliche Programm eröffneten zwei Showmatches über jeweils sieben Frames zwischen Robertson und Trump sowie Davis und O’Sullivan (beide mit standing ovations empfangen), beide — wie im übrigen der gesamte Abend — in entspannter Stimmung mit Humor und kleinen Showeinlagen ausgetragen. Für ungeplante Erheiterung sorgte unter anderem ein Foul and miss von Trump, das den Tisch in ziemliche Unordnung versetzte und Neil Robertson angesichts fehlender TV-Unterstützung ein resolutes „Don’t you dare!“ von Michaela Tabb einbrachte.

Es folgte ein Mini-Turnier in drei Disziplinen Speed-Snooker, bei dem neben Robertson, Trump und O’Sullivan auch der bayrische U16-Meister Gerald Götz sein Können unter Beweis stellen durfte. Sportliche Höchstleistungen musste hier auch der deutsche Referee Mickeleit beim Anreichen des Hilfsqueues und Aufsetzen der Farben vollbringen.

Als “Schmankerl” und — für mich zumindest — Highlight des Abends kam schließlich Steve Davis nochmal auf die Bühne, um eine äußerst unterhaltsame und gewohnt komisch moderierte Trickshot-Show zu zeigen. Das Tosen des Publikums im (leider nicht ganz ausverkauften) Krone-Bau konnte dabei nahezu mit dem über München tobenden Gewitter mithalten.

Alles in allem ein sehr gelungener Abend, der fünfeinhalb Stunden Snooker-Unterhaltung zu bieten hatte, auch in den “kleinen Details am Rande” (Pausen, Getränkepreise) so organisiert war, wie man es sich wünscht, und angesichts dessen man sich um das ebenfalls von Snookerstars organisierte German Masters im Februar 2011 in Berlin keine Sorgen machen muss.

Snookertraining mit Lasse Münstermann: Ein Erlebnisbericht

Über einen geschenkten Gutschein bin ich zu einem Snookertraining mit dem mehrfachen Deutschen Meister Lasse Münstermann gekommen. Gebucht wurde das Training über mydays.de, einer Plattform, die das Buchen verschiedenster Erlebnisse ermöglicht. Die Abwicklung bei der Gutscheineinlösung war problemlos – doch das soll aber gar nicht Thema dieses Berichts sein, schließlich geht es hier um Snooker.

Das Training war auf vier Stunden angesetzt und begann mittags. Das macht die Anreise sehr entspannt, auch wenn man nicht in der Gegend von Düsseldorfer wohnt. „Gastgeber“ ist die Billard-Gemeinschaft Viersen, in deren Vereinsheim das Training stattfindet. Die Spielstätte ist im Industriegebiet von Willich-Anrath sehr gut zu finden. Die Räume sind großzügig, wie es sich für diesen Sport gehört und die Tische sind durchaus in Ordnung. Ich glaube nicht, dass wir an den besten Tischen standen, kann aber aufgrund des großen Anfängeranteils der Teilnehmer gut verstehen, dass die wirklich guten Tische den Vereinsmitgliedern vorbehalten bleiben. Schlecht waren unsere Tische aber auch nicht, Grund zur Beschwerde gab es keinen. Kleinste Macken im Tuch sind im Training zu verschmerzen, beim Spiel sähe das sicher anders aus. Wir wurden während der ganzen Zeit nett bewirtet, mussten das aber natürlich selbst bezahlen, im Preis für das Training sind Getränke nicht enthalten.

Lasse hat die Teilnehmer freundlich empfangen und zeigte sich gleich zu Beginn als sympathischer und offener Gastgeber. Wir waren acht Teilnehmer, was für die vorhandenen bzw. freigegebenen vier Tische ideal war. Alle Teilnehmer stellten sich kurz vor, wobei sich herausstellte, dass die Vorkenntnisse im Snooker absolut unterschiedlich waren. Wöchentlich trainierende Spieler mit mehrjähriger Snookererfahrung waren ebenso vertreten wie absolute Anfänger, die sich mit der Bemerkung „Der Tisch ist aber ganz schön groß.“ zu erkennen gaben. Lasse hat mir später im Gespräch noch bestätigt, dass das durchaus nicht selten ist. In den meisten Kursen sind die Anfänger eher in Überzahl. Meine Befürchtung, dass die Zeit dann für mich, als regelmäßiger Spieler, vergeudet sein könnte, ist aber nicht eingetreten.

Man merkt Lasse an, dass er solche Trainings öfters gibt. Alles wirkt routiniert und professionell. Er geht dabei aber auf die Teilnehmer ein, es ist dadurch kein reines Abspulen eines vorgegebenen Programms. Natürlich lässt die knappe Zeit aber nicht zu viel Abweichung vom Plan zu.

Der Beginn des eigentlichen Trainings war eine Einführung in die Arbeitsmittel bei diesem Sport. Lasse stellte die verschiedenen Hilfsqueues vor und zeigte deren Einsatz und die Schwierigkeiten dabei. Dazu gab es noch einige Tipps zur Auswahl eines geeigneten Queues. Das Fazit: Nicht der Preis bestimmt die Qualität sondern das Zusammenspiel von Queue und Spieler. Der Tisch, das Tuch und die Pflege des Tuchs gehörten auch noch zur Einführung. Gerade für die Anfänger war dieser Teil sicher sehr interessant.

Das weitere Training gliederte sich in wiederkehrende Abschnitte, deren Ablauf immer der Gleiche war: Eine ausführliche Erklärung in der Gruppe wurde gefolgt von der Aufteilung der Teilnehmer auf die vorhandenen Tische, wo dann jeder das eben Gelernte für sich umzusetzen hatte. Währenddessen ging Lasse rum und nahm sich für jeden Spieler angemessene Zeit, um das Spiel zu beobachten und individuelle Tipps zu geben. In diesem Abschnitt kam also auch jeder Teilnehmer unabhängig von seinen Vorkenntnissen zu einer für ihn passenden Ansprache durch den Trainer. Stoßvorbereitung, Stoßdurchführung und Stoßstärke waren die Kernelemente der Abschnitte. Zum Schluss wurde dann noch großes Augenmerk auf das Stoßgefühl gelegt.

Natürlich geht man nach einem vierstündigen Gruppentraining nicht als professioneller Snookerspieler nach Hause. Aber mit Sicherheit hat Lasse es in diesen vier Stunden geschafft, jedem Teilnehmer das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, um die individuelle Qualität seines Spiels zu verbessern. Die Ratschläge sahen bei jedem Spieler, bei dem ich das beobachten konnte, anders aus und bewiesen die Fähigkeit des Trainers, auf die Teilnehmer einzugehen. Die Umsetzung der Ratschläge und die Disziplin beim Training liegt anschließend beim Spieler, nicht beim Trainer. Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten hat Lasse in meinen Augen das Maximum des Erwartbaren erreicht

Mancher Teilnehmer fand zu Beginn die angesetzte Zeit von vier Stunden recht kurz, wie man verschiedenen Äußerungen entnehmen konnte. Im weiteren Verlauf konnte man jedoch bei den meisten deutliche Ermüdungserscheinungen feststellen. Schließlich war es wohl niemand gewohnt, die ganze Zeit konzentriert zu spielen, ohne dass man durch Breaks des Gegenspielers unterbrochen wird. Die Anfänger hatten die Anstrengung beim Snooker eh deutlich unterschätzt. Zum Teil wurden Übungsabschnitte sogar vorzeitig abgebrochen, um zu einer kurzen Pause zu kommen.

Zum Abschied gab es neben einem Teilnahmezertifikat auch noch eine Autogrammkarte mit persönlicher Widmung von Lasse Münstermann.

Als Fazit kann man festhalten, dass für den Preis von aktuell 69 Euro für jeden Spieler eine Verbesserung seines Spiels zu erreichen ist, wenn er sich auf das Training einlässt. Wie weit die Verbesserung geht, hängt vom Spieler ab. Wieviel ihm die Verbesserung wert ist, ebenfalls. Ich finde den Preis absolut angemessen für das Gebotene. Und ja: Spaß hat es auch gemacht!

Zum Autor

Bild von Stefan David Stefan David wohnt im beschaulichen Bad Laer in der Nähe von Osnabrück und arbeitet beim Medienversandhändler jpc, wo er sich um Online-Marketing und Affiliate-Management kümmert. Nebenbei baut er für einen kleinen Kundenkreis Websites und schreibt viel zu selten in seinem eigenen Blog.

Snookerveranstaltungen in D/A/CH 2007

2007 wird ein großes Snookerjahr und auch einige große Spieler besuchen Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wer von weiteren Terminen weiß: Bitte per E-Mail melden: veranstaltungen@snookerblog.de.

23.02. und 24.02.2007 besucht Steward Bingham zuerst Berlin (Snookerfabrik) und dann Neubrandenburg (JayJay Snooker).

Am 02.03.2007 geht es mit der World Champion Challenge los. Die Veranstaltung findet im RuhrCongress in Bochum statt, Stephen Hendry und Steve Davis spielen unter anderem gegen Sascha Lippe, Lasse Münstermann, Patrick Einsle und Itaro Santos. Kommentator ist Eurosport-Ass Rolf Kalb.

Am 03.03.2007 löst Ding Junhui Steve Davis ab.

Zwischen dem 03.03. und dem 07.03.2007 findet dann eine kombinierte Poker-/Snookerexhibition statt. Die genauen Termine findet ihr bei Snookermania. im Rahmen dieser Veranstaltung findet „Snooker On Ice“ statt. Die Eisfläche von „Holiday On Ice“ wird mit einem Snookertisch versehen und bietet so eine optimale Arena für die Spieler. Angekündigt sind Matthew Stevens, Neil Roberston und Steve Davis. Hinzu kommt immer ein deutscher Spieler.Auch hier kommentiert Rolf Kalb.

In Wels finden vom 17.05.-*20.05.2007* die 12. Austrian Snooker Open statt.

Dann folgen im August (23.08.-26.08.2007) die Paul Hunter Classics und im November wahrscheinlich wieder die Swiss Open.

Wird fortgesetzt…

(Quelle: Snookermania)

Was war los im Snookerjahr 2006?

Der Jahresrückblick erinnert an die wichtigsten Momente dieses aufregenden und zugleich traurigen Snookerjahres.

Januar: Das Masters 2006 steht als erstes Turnier an. John Higgins gewinnt knapp mit 10:9 gegen Ronnie O’Sullivan. Paul Hunter tritt zum letzten Mal bei „seinem” Turnier an und verliert in der ersten Runde gegen Mark Williams mit 3:6.

Februar: Beim Malta Cup schlägt Ken Doherty einen fantastisch aufgelegten John Higgins mit 9:8 – Es wäre nicht nur Higgins zweiter Titel in diesem Jahr gewesen sondern auch der dritte der Saison. Zudem beendete Quinten Hann seine Snookerkarriere nachdem er beschuldigt wurde Geld für eine Niederlage angenommen zu haben. Er wurde dafür in Abwesenheit verurteilt. Zudem Begann das Turnier in Wales, aus dem O’Sullivan aufgrund einer Handgelenksverletzung frühzeitig ausschied.

März: Das Favoritensterben im walisischen Newport ging in die nächste Runde und schlussendlich stand Stephen Lee als Sieger fest, gegen Weltmeister Shaun Murphy gelang ihm ein 9:4. Im selben Monat ging es nach China. Bei den China Open kam Titelverteidiger Ding Junhui nur ins Halbfinale, wo er vom späteren Titelträger Mark Williams besiegt wurde. Ebenfalls im Finale: John Higgins.

April: Der Monat der Weltmeisterschaft wartete mit ungewöhnlichen Nachrichten auf: Von revoltierenden Spielern war genau so die Rede wie von Ronnie O’Sullivan, der von Peter Ebdon auf die Weltmeisterschaft vorbereitet wurde. Nach der ersten Runde wussten wir aber, dass Paul Hunter nur noch unter Schmerzen spielen konnte.

Mai: Aus dem Finale zwischen Peter Ebdon und Graeme Dott ging Dott als neuer Weltmeister hervor. Während sich die meisten Spieler ihren Urlaub gönnten berichtete das Snookerblog über die Pro-Am-Series.

Juni: Neil Robertson hätte beinahe zwei Maximum Breaks in einer Partie gespielt, John Higgins wurde zum Spieler der Saison gekürt und Alex Borg und Sean Storey erhielten eine Wildcard. Es wird bekannt gegeben, dass der Saisonstart der Saison 2006/07 bei der Northern Ireland Trophy stattfinden wird. Nach einer nicht gehaltenen Rede beteuert Paul Hunters Management, dass er nur „einen schlechten Tag“ erwischt habe.

Im Juli bedauerten wir den Verlust von John Spencer, Stephen Hendry, Mark Williams und Paul Hunter sagen ihre Teilnahme an der German Open ab und Stephen Lee wird verdächtigt in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Paul Hunter darf eine Saison aussetzen und seine Punkte behalten. Für ihn kommt Patrick Einsle auf die Main-Tour – er erfährt drei Tage vor seinem ersten Qualifikationsspiel von seinem Glück.

August: Die Vorwürfe gegen Stephen Lee erweisen sich als Haltlos und die Northern Ireland Trophy fand statt. Dort setzte sich Ding Junhui durch, der dann nicht zu den German Open reisen konnte. Sein kurzfristiger Ersatz, Peter Ebdon, sagte dann auch schnell wieder ab. Patrick Einsle scheitert bei der German Open knapp gegen Barry Hawkins. Michael Holt gewinnt das Turnier letztendlich.

September: Mark Williams gewinnt den Pot-Black-Cup. Zudem wird das Round-Robin-Format erklärt, welches beim Grand Prix erstmals auf der Main-Tour gespielt wird.

Die Meldungen über die Grand-Prix-Qualifikation (Einsle mit zwei Siegen) verblassten angesichts der Nachricht, die mich am neunten Oktober erreichte. Paul Hunter hatte den Kampf gegen den Krebs verloren. Letztendlich stehen beim Grand Prix die Newcomer Neil Robertson und Jamie Cope im Finale, Robertson gewinnt und holt damit den ersten Weltranglisten-Sieg nach Australien. Diskussionen beginnen: Ist das Round-Robin-Format förderlich für den Sport?

Im November wurde von der Amateur-WM berichtet und die Profis vergnügen sich bei den “Swiss Open” – den meisten Spaß hat Matthew Couch, der das Turnier gewinnt.

Traditionell ist der Dezember der Monat der UK Championship. Ganz untraditionell hat Peter Ebdon das Turnier zum ersten mal gewonnen. Das Ronnie O’Sullivan mit seiner Aufgabe im Viertelfinale gegen Stephen Hendry für Aufruhr gesorgt hat ist uns allen genauso im Gedächtnis wie Ding Junhuis sensationeller Dreifacherfolg bei den Asienspielen.

Mit den besten Wünschen für die kommende Weihnachtszeit und einem guten Rutsch ins neue Jahr verabschiedet sich das Snookerblog in einen kleine Winterruhe – bei akuten Nachrichten sind wir natürlich für Sie da.

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Pontin’s Pro-Am Series - Details

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Die “Pontin’s Pro-Am Series” ist eine Serie von Turnieren, die während der Main-Tour-freien Zeit stattfindet. Dabei wird im Knockout-Modus gespielt. Der Sieger eines Turniers bekommt 1000 Pfund.

Zufelassen sind alle Spieler die das Startgeld von 250 Pfund bis zum 31. März gezahlt haben, egal ob Profis oder nicht. Mit dabei sind so klingende Namen wie Ricky Walden, Joe Perry, Barry Pinches und Ken Doherty.

Für das Abschneiden beim Turnier gibt es entsprechend Punkte (Sieger: 1500, Zweiter: 1200, Unterlegener Halbfinalist: 1000, Unterlegener Viertelfinalist: 800, Unterlegener Achtelfinalist: 600, Letzte 32: 400, Letzte 64: 200 (100 falls nach einem Freilos), Letzte 128: 50).

Die besten fünf der sechs Wettbewerbe gehen in die Gesamtwertung ein. Die 64 besten werden dann im September zum großen Abschlussturnier in Prestatyn, bei dem neben dem Siegercheck von 20.000 Pfund ein nagelneues Auto winkt.

Die Turniere in der Übersicht:

  • 1. Turnier: 06. und 07. Mai 2006
  • 2. Turnier: 20. und 21. Mai 2006
  • 3. Turnier: 10. und 11. Juni 2006
  • 4. Turnier: 01. und 02. Juli 2006
  • 5. Turnier: 22. und 23. Juli 2006
  • 6. Turnier: 02. und 03. September 2006
  • Finale: 15. bis 17. Sptember 2006

Die Frage ist: Soll das Snookerblog über die Events dieser Serie auch ähnlich ausführlich berichten wie über Main-Tour-Turniere oder legt ihr keinen Wert darauf? Ich habe dazu eine Umfrage geschaltet (Startseite rechts). Wortmeldungen in den Kommentaren.

Snookerfreie Zeit? Von wegen!

Die Weltmeisterschaft ist vorbei und die Snooker-Sommerpause beginnt. Naja, also die Main-Tour hat Pause ansonsten wird durchaus noch Snooker gespielt.

Neben den German Open, die Stars wie Stephen Hendry, Ken Doherty, Barry Hawkins, Neil Robertson, Mark Williams, Joe Perry, Barry Pinches, Stuart Bingham, Ian McCulloch, Matthew Stevens, Mark King, Paul Hunter, Jimmy White, Michael Holt, Ding Junhui, Gerard Greene, Ricky Walden, Joe Swail, Dave Harold, Tony Drago, Mark Allen, Matthew Couch und Matt Selt in die Fürther Stadthalle führt, finden weitere Hochkarätige Turniere statt.

Seien es die “Romanian Open” oder die Europameisterschaft, die ebenfalls in Rumänien stattfinden wird und ein Main-Tour-Ticket bereithält.

Und dieses Main-Tour-Ticket würde einem unserer deutschen Spieler, die gerade bei den Austrian Open sehr erfolgreich waren, gut stehen. Lasse Münstermann musste dabei im Viertelfinale der Hauptrunde dem Profi Mark King mit 2:4 Platz machen. Zuvor hatte er John Dangerfield (Österreich) und Karl-Heinz Beggel (Deutschland) mit jeweils 3:0 besiegt.

In der gleichen Runde schied auch Sascha Lippe aus, der gegen den späteren Sieger Matthew Couch 4:1 verlor. Er hatte sich gegen Claus Dieter Franschitz (Österreich, 3:1) und Ferenc Gogola (Ungarn, 3:0) durchgesetzt.

Erfolgreicher war aber Patrick Einsle: Er verlor lediglich das Finale gegen Couch. In den vorhergehenden Runden hatte er gegen Bernhard Müllner und Robert Bütof (beide Österreich) jeweils mit 3:0 gewonnen. Im Viertelfinale schlug er den Polen Jazek Rudowicz mit 4:0. Gegen Lee Richardson (Großbritannien) musste er einen Frame abgeben, besiegte ihn dennoch klar mit 5:1.

Momentan, also an diesem Wochenende läuft die erste Veranstaltung der “Pontin’s Pro-Am Series”, im Halbfinale stehen Scott MacKenzie gegen Ken Doherty und Jamie Cope gegen Adam Davies.

Am Montag geht es unterdessen bereits mit dem achten Event der PIOS weiter, Münstermann (52.) und Einsle (47.) spielen aber anscheinend nicht mit (obwohl Lasses Terminkalender etwas anderes behauptet).

Zudem gibt es weitere größer und kleinere Turniere während des Sommers, die besucht werden sollten. Nicht zu vergessen sind auch die Bundesligen, die ebenfalls Snooker auf sehr hohem Niveau bieten. Und wem diese Turnierfülle noch nicht reicht oder es in den Fingern juckt, der kann ja selbst zum Snookerqueue greifen. Die Spielorte-Datenbank von Snookermania steht jedem offen.

Die Geschichte des Snookerspiels

Die Geschichte des Snookerspiels habe ich auf der Grundlage des Artikels Die Entstehung und Entwicklung des Snookerspiels vom Snookerclub Hagen geschrieben und nachher durch andere Quellen verifiziert.

Der Ursprung

Snooker entstand 1875, hat also 130 Jahre Geschichte hinter sich (Die Angaben differieren, aber eine Quelle nennt sehr präzise Angaben). Der Ursprung für das Billardspiel allgemein liegt im 15. Jahrhundert wahrscheinlich in dem – inzwischen ausgestorbene – „Pall Mali“-Spiel, das von der grünen Wiese in den geschlossenen Raum verlegt wurde. Von diesem Spiel stammen auch Crocket und Golf ab. 1775 wurde das Carambolspiel erstmals namentlich erwähnt.

Die modernen Billardformen wurden Anfang des neunzehnten Jahrhunderts durch die Materialrevolution möglich: 1800 wurde das Queue eingeführt, kurz darauf wurde die Spitze des Queues mit Leder versehen (1807). Auch wurde das Holz durch eine Schieferplatte ersetzt (1827) und die Banden statt mit Baumwolle mit Gummi gefüllt (1835). Zudem wurden die Maße für Tische auf denen man „English Billards“ spielte festgeschrieben.
Der Ball durchlief im Laufe der Billardevolution einige Stadien, wurde zuerst aus Leder, dann aus Metall, Knochen und Elfenbein gefertigt und bestehen heute aus Kunstharz.

Snooker selbst wurde in Indien, genauer gesagt bei den dortigen Offiziersmessen, erfunden. Die übliche Spielweise war damals „Black Pool“, dass mit 15 roten und einer schwarzen Kugel gespielt wurde. „English Billards“ war zu ansprechend für die Soldaten. „Black Pool“ war aber unattraktiv, so dass man das Spiel durch je eine gelbe, grüne und pinkfarbene Kugel erweiterte. Erst mehrere Jahre später wurden die braune und die blaue Kugel hinzugefügt.

Der Name „Snooker“ entstand dabei aus einer Bezeichnung für Frischlinge bei der Armee. Zuerst – im Billardumfeld – verwendet hat den Begriff wohl der englische Offizier Neville Bowses Chemberlain, der einen seiner Mitspieler so betitelte. Der Name war gefunden.

Nach Großbritannien wurde das Spiel von Billardmeister John Roberts importiert, wo es schnell eine große Anhängerschaft fand. 1916 wurden die ersten Amateurweltmeisterschaften ausgetragen. In den Zwanzigern brachte das Snooker seinen ersten Star hervor: Joe Davis, der sein Metier wie kein anderer beherrschte. Sein Nachfolger wurde ab 1946 sein Bruder Fred. Die ersten professionellen Weltmeisterschaften fanden am 26. November 1926 statt, von da an verdienten die Berufsspieler gutes Geld mit ihrem Sport. Das erste gesicherte Maximum-Break gelang dem neuseeländer Murt O’Donoghue 1934.

Nach dem zweiten Weltkrieg gelang es Snooker nicht eine so große Popularität zu erhalten wie zuvor. Durch das Ausbleiben der Sponsoren wurden die Weltmeisterschaften zwischen 1952 und 1964 ausgesetzt.

Der moderne Snooker

Den erneuten Durchbruch erreichte Snooker mit der Einführung des Farbfernsehens 1969. Die Fernsehübertragung der „Embassy World Professional Championchips“ aus dem Crucible Theatre gilt bis heute als das größte jährliche Sportereignis in Großbritannien.

In Deutschland boomt Snooker momentan, was vor allem von den häufigen Fernsehübertragungen gefördert wird.

Bekannte Spieler:

  • Joe Davis (England), 15-mal ungeschlagener Weltmeister zwischen 1927 bis 1946
  • Steve „The Nugget“ Davis (England), 6-facher Weltmeister in den Achzigern
  • Steven Hendry (Schottland), 7-facher Weltmeister in den Neunzigern
  • Alex Higgins (Nordirland), Weltmeister 1972 und 1982
  • Ronnie „The Rocket“ O’Sullivan (England), 2-facher Weltmeister (2004) und Rekordhalter für das schnellste aufgezeichnete Maximum-Break
  • John Pulman (England), dominierender Spieler in den Sechzigern
  • Ray Reardon (Wales), 6-facher Weltmeister in den Siebzigern
  • Dennis Taylor (Nordirland), Weltmeister 1985 und bekannt für das Tragen von großen Billardbrillen
  • Cliff Thorburn (Kanada), einziger nicht-britischer Spieler, der Weltmeister war
  • Bill Werbeniuk (Kanada), bekannt für seinen übermäßigen Alkoholkonsum während den Matches auf Anraten der Ärzte um sein Zittern zu behandeln
  • Jimmy „The Whirlwind“ White, der „Immerzweite“ – er war sechs Mal zweiter bei den Weltmeisterschaften

Snooker in den letzten 2 Jahren

In der Saison 2003/2004 war Ronnie O’Sullivan (England) der erfolgreichste Spieler, er gewann die Welsh Open (9:8 gegen Steve Davis) und die Weltmeisterschaft (18:8 gegen Graeme Dott). Weitere Sieger in der Saison waren Mark Williams (LG Cup, 9:5 gegen John Higgins), Stephen Hendry (British Open, 9:6 gegen Ronnie O’Sullivan), Matthew Stevens (UK Championship, 10:8 gegen Stephen Hendry), Paul Hunter (The Masters, 10:9 gegen Ronnie O’Sullivan), Stephen Maguire (European Open, 9:3 gegen Jimmy White), Peter Ebdon (Irish Masters, 10:7 gegen Paul Hunter) und Jimmy White (Players Championship, 9:7 gegen Paul Hunter).

Auch in der aktuellen Saison kann O’Sullivan seine Erfolgsserie weiterführen, er gewann bisher: Grand Prix (9:5 gegen Ian McCulloch), Welsh Open (9:8 gegen Stephen Hendry), The Masters (10:3 gegen John Higgins) und Irish Masters (Matthew Stevens). Des weiteren gewannen John Higgins (British Open, 9:6 gegen Stephen Maguire), Stephen Maguire (UK Championship, 10:1 gegen David Gray) sowie Stephen Hendry (9:7 gegen Graeme Dott).

Quellen

Hinweis:

Dieser Artikel wurde am 24.05.05 in Erics Weblog veröffentlicht.

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