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Die UK Championship markiert die “Halbzeit” der Main-Tour-Saison 2009/10. Einige Spieler haben sich in der ersten Saisonhälfte besonders hervorgetan und dürften nun in der 2. Hälfte unter besonderer Beoabachtung stehen.

Die Punktehamster

Ken Doherty hatte als erster Spieler seine Punktzahl aus dem Vorjahr frühzeitig übertroffen (was natürlich an der niedrigen Vorjahrespunktzahl lag) und kann damit seinen Absturz in der Rangliste kompensieren. Im Provisional ist der offiziell an Nr. 44 geführte Ire, dem bei zwei Turnieren der Einzug ins Hauptfeld gelang, bereits zurück in den Top 32.

Ding Junhui hat es Doherty mit seinem Sieg in Telford nachgemacht und ist nunmehr erfolgreichster Punktesammler der laufenden Saison. Der Lohn ist ein Sprung auf Platz 6 des Provisional. Es wird spannend sein, zu beobachten, ob Ding seine großartige Form halten kann.

Der Kampf um die Top 16

Stand heute wären Peter Ebdon und Joe Perry aus dem Elitekreis der Gesetzten gefallen, Ricky Walden und Liang Wenbo an ihrer Stelle eingezogen. Während Walden eher noch ein wenig vom Vorjahr zehrt, gehört Liang zum halben Dutzend Spieler, die bereits jetzt fünfstellig punkten konnten. Ebdon startete schlecht, scheint aber langsam zurück zu kommen. Perry allerdings musste in Telford Federn lassen.

Die Unerwarteten

Es gibt sie immer wieder: Spieler, die sich heimlich still und leise in der Rangliste nach oben schleichen. In diesem Jahr könnte man dieses Etikett bislang Mark Davis (Offiziell Nr. 47, Provisional Nr. 30), Robert Milkins (55/38) und Peter Lines (64/40) anheften, wobei Lines natürlich in erster Linie von seinem Auftritt bei der UK Championship “lebt”.

Das Zittern um die Top 64

Mit Supertalent Michael White und Rückkehrer Toni Drago stehen derzeit zwei “Unplatzierte” auf den Rängen 64 und 65 des Provisional und dürfen sich aufgrund guter Leistungen in der Qualfikation berechtigte Hoffungen auf einen Platz auf der kommenden Main Tour machen.

Hier ist weniger interessant, wer bereits rausgefallen ist, sondern eher, wer noch rausfallen könnte — Whirlwind Jimmy White nämlich, der nach gutem Beginn in den Qualifiers zum Grand Prix patzte, die UK Championship wegen seiner Teilnahme am britischen “Dschungelcamp” gar ganz ausließ und null Punkte erntete. White wird in den verbleibenden Qualifikationen deutlich zulegen oder auf eine Wildcard hoffen müssen, wenn er auf der Tour bleiben möchte.

Ding schlägt alle in Telford

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Ding Junhui

Er ist wieder da. Ding Junhui hat im Finale der UK Championship keinen Zweifel aufkommen lassen, dass er wieder zurück ist und vielleicht besser spielt als je zuvor. Gegen John Higgins behielt er zu jeder Zeit die Oberhand, musste nur einmal einen Rückstand hinnehmen, sonst legte er vor.

Pukka Pies UK Championship Logo Higgins zeigte sich allerdings gut erholt vom epischen Kampf mit Ronnie O’Sullivan am Vortag. Er hatte bereits 8:2 gegen den Engländer geführt, stolperte dann aber mehr oder weniger mit 9:8 über die Zielline. Dabei spielte die Regel-Diskussion im 13. Frame, als O’Sullivan aus einer Miss-Situation eine Kugel berührte, sicher eine Rolle. Doch beide Spieler waren im Halbfinale einfach Bärenstark, schon beim 8:2 hatten beide Spieler eine Lochsicherheit von 92%. O’Sullivan kam einfach zu selten an den Tisch und zeigte zudem eher schwache Safeties bevor er seine Aufholjagd startete.

Ding Junhui hatte es da im Halbfinale ein wenig einfacher, traf er doch auf Stephen Maguire, den er mit 9:5 schlagen konnte. Ding war auch der erste wirkliche Prüfstein auf dem Weg von Maguire gewesen, der in den Runden zuvor mit Stuart Bingham und Peter Lines einfachere Gegner deutlich schlagen konnte. Ding hingegen traf im Achtelfinale auf seinen späteren UK-Championship-Vorgänger Shaun Murphy und setzte sich danach mit 9:8 gegen Ali Carter durch. Damit schlug Ding 4 der Weltranglisten-Top-5 und hat sich als einer der WM-Favoriten positioniert.

Im Finale gab es ein regelrechtes Ping-Pong-Spiel in dem Ding vorlegte und Higgins nachlegte, wodurch es auch zum letzten Mid-Session-Interval mit 6:6 unentschieden stand. Nach der Pause konnte erstmals Higgins in Führung gehen, was Ding jedoch sofort konterte. In Frame 15 kam Higgins beim Stand von 46:34 durch einen Glückstreffer in die Bälle, verschoss dann aber den braunen Frameball. Ding staubte den Frame ab und ging erneut in Führung.

Auch der knappe 16. Frame ging an den Chinesen, der erstmals eine 2-Frame-Führung inne hatte. Unter Druck zeigte Higgins dann erneut seine Stärken und spielte ein 115er-Break um wieder auf 8:9 heran zu kommen. Ding benötigte weiterhin nur einen Frame, den er aber in Frame 18 auch mit einem 75er-Break souverän gewann.

Ding Junhui ist damit der erfolgreichste Asiate aller Zeiten mit 4 Siegen. Auf Platz zwei liegt James Wattana mit 3 Erfolgen bei Weltranglistenturnieren.

Higgins ist sich sicher: „Er wird Weltmeister werden, er hat das Spiel und Siege wie dieser heute werden ihm helfen das Ziel zu erreichen. Es würde mich erstaunen, wenn er seine Karriere ohne WM-Sieg beenden würde.“

Beide Spieler waren sich darüber einig, dass es ein hartes Match war, Higgins: „Die Bälle liefen manchmal nicht ganz so gut, und wir beide haben nicht unsere optimale Leistung gebracht. Er hat einfach immer zurückgeschlagen, wenn ich dachte ich hätte ihn. Außerdem habe ich ein paar ganz schreckliche Fehler gemacht.“

Ding: „Das war eine verrückte Woche, 4 aus den Top-5 zu schlagen… Das Spiel macht mir einfach wieder spaß. Ich habe mir gesagt: Du musst dich konzentrieren, darfst dich nicht so sehr ärgern. Jetzt kann auch bei der WM alles passieren.“

Auf die Frage, ob er sich seit seinem ersten UK-Championship-Triumph 2005 verbessert habe, antwortete Ding: „Ich habe mich sehr verbessert, ich bin ein besserer Spieler als ich damals war.“

Neben 100.000 Pfund und 8000 Ranglistenpunkten darf sich Ding Junhui auch über eine große Kuchenlieferung freuen: Sponsor Pukka Pies lässt 276 Kuchen springen, was Dings Gewicht von 69kg entspricht.

UK Championship 2009: Viertelfinale

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Das übliche Chaos aus (im Verhältnis zu den Matchlängen) arg späten Anfangszeiten und dem „fliegenden“ Wechsel am Tisch der ersten Runden der UK Championship ist überstanden. Ab heute beginnen die Viertelfinalbegegnungen, womit ein etwas „geordneterer“ Tagesablauf in Telford einkehrt. Werfen wir einen Blick auf die Duelle im Einzelnen:

Mittwoch, 9.12.

Ding Junhui – Ali Carter

Ding kam gegen Mike Dunn nach zähem Beginn ins Rollen und legte in der zweiten Session einen Whitewash hin (Endstand 9:5), ehe er sich überraschend deutlich und fast an „alte Zeiten“ erinnernd gegen Shaun Murphy (9:3) durchsetzen konnte. Carter „durchlitt“ eines der zähesten und am spätesten beendeten Matches gegen Rory McLeod (9:7) und musste bereits am Folgetag wieder gegen Stephen Lee ran (9:5). Der Vorteil dürfte leicht bei Ding liegen, der sein Tief endgültig überwunden hat.

Peter Lines – Stephen Maguire

Lines, offiziell nur die Nr. 64 der Weltrangliste ist die Überraschung der UK Championship. Einem erstaunlich deutlichen Sieg über Marco Fu (9:3) folgte ein zähes Ringen mit Mark Williams (9:8). Maguire, der für dieses Turnier die Beerdigung seines verstorbenen Großvaters ausließ, tat sich gegen Michael Holt (9:6) schwerer als gegen Stuart Bingham (9:3). Auf dem Papier ist die Begegnung klar, doch Lines muss man derzeit alles zutrauen.

Donnerstag, 10.12.

Ronnie O’Sullivan – Mark Selby

O’Sullivan hatte in einem eher zerfahrenen Duell mit Matthew Stevens letztlich das bessere Ende für sich (9:3) und zermürbte am Folgetag Peter Ebdon zunächst mit taktisch klugem Spiel, ehe er in einer lange verzögerten 2. Session so etwas wie sein „A-Spiel“ zeigen konnte (9:3). Selby legte gegen Cope ein Comeback von 4:8 hin (9:8) und zeigte dann in enem hochklassigen Duell mit Stephen Hendry große Form (9:5). O’Sullivans „B-Spiel“ wird in diesem modernen Klassiker nicht reichen.

Liang Wenbo – John Higgins

Liang stürmte geradezu ins Viertelfinale — einem klaren Sieg über Ryan Day (9:3) ließ er einen noch klareren über Mark King (9:2) folgen und hat damit von allen Viertelfinalisten die wenigsten Frames abgeben müssen. Higgins hingegen überließ seinen Gegnern die meisten Frames — bereits gegen Ricky Walden war das Endergebnis nach 4:0-Führung von Higgins knapp (9:7), gegen Neil Robertson musste der Weltmeister gar über die volle Distanz (9:8). Wie auch die andere Begegnung an diesem Tage: Völlig offen.

UK Championship 2009: Ein Blick auf Runde 1

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Auf die Begegnungen bei der diesjährigen UK Championship darf man sicherlich nicht nur angesichts der allgemeinen „Goldgräberstimmung“ im Snooker nach der „Ära Walker“ gespannt sein. Hier die Highlights der 1. Runde (in Klammern jeweils Datum und Uhrzeit der finalen Session):

Mark Williams – Graeme Dott (5.12., 20 Uhr)

Zwei Weltmeister, beide mit einer langen Durststrecke in der jüngsten Vergangenheit, aus der sie sich — Williams schon deutlicher — befreien konnten. Beide sind in der Rangliste derzeit nicht dort, wo sie gerne wären; beide scheinen jedoch hoch motiviert — Williams sprach unlängst gar von einem 3. Weltmeistertitel. Dott hingegen scheint der Umschwung auf ein moderneres, offensiveres Spiel gut zu tun.

Ryan Day – Liang Wenbo (6.12., 16 Uhr)

Ryan „Der ist jetzt aber langsam mal dran“ Day gegen die chinesische Rakete Liang Wenbo. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Die lange Framedistanz könnte ein Vorteil für Day sein — aber entschieden wird diese Begegnung vermutlich im Kopf. Auch das parallele Match zwischen Mark Selby und Jamie Cope kann da nicht ganz mithalten.

Stephen Hendry – Steve Davis (6.12., 20 Uhr)

Sticht für mich trotz der parallel laufenden Begegungen (Allen – Lee, Ebdon – Trump, Higgins – Walden) aus einer spannenden Evening Session am Samstag hervor — nicht nur „aus nostalgischen Gründen“. Ein Erstrundenaus in Telford in dieser kurzen Saison kann sehr, sehr teuer werden mit Blick auf die Rangliste. Reicht Stephen Hendrys Konzentration, wie schlägt sich Davis im Zweifelsfall über 17 Frames?

Ronnie O’Sullivan – Matthew Stevens (7.12., 20 Uhr)

Die ansonsten eher maue Evening Session am Montag hält diesen Klassiker parat. Beide sind sehr von der Tagesform abhängige Spieler, die relativ leicht aus dem Tritt zu bringen sind. Es dürfte in jedem Fall unterhaltsam werden.

Presseschau: Walkers Abwahl

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Ronnie O’Sullivan im Daily Express:

“I am ecstatic. This paves the way for Barry Hearn. He is the best person I have worked with in snooker. The previous board were out of touch with what the public wanted. This could prove to be a great day for our sport.”

Journalist Phil Yates in der Times:

“The WPBSA accounts to June 30, 2009, show that Walker claimed commissions on contracts negotiated in his salaried role as chairman. In addition, Walker’s ‘fees and pensions’ package increased to £54,600 in a year that brought 10 per cent cuts to WPBSA staff wages.”

Journalist Clive Everton im Guardian:

“While the WPBSA is the recognised professional governing body, Walker and McMahon remain directors of its commercial subsidiary, World Snooker Ltd.”

“Through his company, Matchroom, Hearn has since diversified widely into everything from boxing to angling, tenpin bowling, pool and the chairmanship of Leyton Orient. Most notably, as chairman of the Professional Darts Council, he has increased annual prize money for its circuit from £500,000 to £5m – a strong recommendation to most of the voters at the AGM.”

Hearn selbst äußert sich im Daily Telegraph:

“We’ve got to create instantly. By the time the World Championship comes up (in April), I’ll have a published masterplan. It will be brutally honest and transparent and will create opportunities for people to play in the competitive game.”

“If it doesn’t work, I expect to be kicked out.”

Und zur WM im Crucible ebenda:

“I’m nostalgic, I remember good days at the Crucible. I do see it as a UK event but that doesn’t mean there can’t be bigger events (overseas). I don’t close the door and don’t say never. But, unless there is quantum change, I don’t see why we should take it away.”

Hearn äußerte sich auf sportinglife.com zur Players Association, die bisher von der WPBSA völlig ignoriert wurde:

“From now on everything is in the open: good news, bad news, it will be honest news.”

“How can you not talk to people who are your best assets?”

“It comes the under category of ‘very silly’. As long as it’s honest, people will put up with that. Without the players, we have no business.”

Die Daily Mail kommentiert:

“The sport simply must be expanded and extended beyond its usual frontiers.”

“New fans across Europe have embraced the game, largely due to the many hours of continuous coverage on satellite television channel Eurosport. It must surely be time for a ranking event to be held in mainland Europe.”

“And having spent time in China for last year’s Olympic Games, it was an eye-opener to see just how popular the game is over there. Millions watch the sport on television regularly, and the top stars are hero-worshipped.”

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