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Snookerblog

Statistische Beobachtungen zum Viertelfinale

Unter den acht Vietelfinalisten der WM 2008 steht keiner der ersten vier der offiziellen Weltrangliste – der in der Rangliste bestplatzierte Viertelfinalist ist Ronnie O’Sullivan (Nr. 5), dessen Viertelfinalgegner Liang Wenbo ist der am niedrigsten platzierte (Nr. 66). Mit Liang Wenbo und Joe Perry (Nr. 18) stehen zwei Ungesetzte in der Runde der letzten Acht. Drei von acht waren bereits mindestens einmal Weltmeister (O’Sullivan, Stephen Hendry und Peter Ebdon).

Die Top 16 und damit die gesetzten Spieler in der Saison 2008/09 stehen bereits fest, lediglich ihre exakte Ranglistenposition kann sich durch den weiteren WM-Verlauf noch ändern. Liang Wenbo könnte selbst dann nicht in die Top 16 vorstoßen, wenn er überraschend Weltmeister werden sollte: Im „Very Provisional Ranking“, also dem tagesaktuellen Provisional, stand er vor dem Viertelfinale auf Rang 40; sollte er Weltmeister werden, würde er Platz 26 einnehmen. Neu in den Top 16 sind Mark Allen, Mark King, Marco Fu und Joe Perry – ihren Platz verloren haben Ken Doherty, Mark Williams, Stephen Lee und Steve Davis.

Die neue Nummer 1 der offiziellen Weltrangliste wird entweder Ronnie O’Sullivan oder Stephen Maguire – wer zuletzt aus dem WM-Turnier ausscheidet oder in einem möglichen Finale zwischen beiden siegt, nimmt Platz 1 ein. Sollten beide in derselben Runde vor dem Finale (also im Viertel- oder Halbfinale) ausscheiden, wird O’Sullivan die neue Nummer 1, da er im tagesaktuellen Provisional 625 Punkte vor Maguire liegt.

Wer, wie, was, wo? Liang Wenbo.

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Nach O’Sullivans neuntem Maximum-Break (Weltrekord), seinem dritten in der laufenden Saison (Weltrekord!) und seinem dritten im Crucible Theatre (Weltrekord!!) mussten sich die verbleibenden vier Achtelfinalisten sich schon etwas Großes einfallen lassen um sich einzuprägen.

Zuerst standen Stuart Bingham und Joe Perry im Mittelpunkt. Perry war mit einem 9:7-Vorsprung in die entscheidende Session gestartet, doch Bingham gelang es mit einem 65er-Break dran zu bleiben. Auch die 67er-Serie konnte er kontern und spielte mit 137 Punkten in Folge das bisher dritthöchste Break des Turniers. Die nächsten drei Breaks gehörten aber dann doch Joe Perry, der im 22. und letzten Frame mit 55 Punkten am Stück den Tisch leer räumte und damit den Frame gewann.

Auch Liang Wenbos Vorsprung betrug 2 Frames vor dieser Entscheidenden Session. Und er hätte sich nicht träumen lassen, dass es noch so knapp mit einem Weiterkommen werden würde. Mit einem 51er-Break baute er seine Führung erst einmal aus. Sein Gegner, Joe Swail, hielt aber dagegen und spielte eine 65er-Serie. Doch Liang baute seine Führung konsequent auf 12:8 aus, dabei gelangen ihm Breaks von 123 und 60 Punkten.

Swail musste nun fünf Frames in Folge gewinnen. Und machte sich sofort daran. Mit Serien von 133 und 105 Punkten kam er wieder auf 12:10 heran. In Frame 23 dann wurde es ganz knapp. Liang kam ins Match nachdem Swail verschossen hatte lag im Endspiel auf die Farben vorne, lochte Blau. Und zeigte die Siegerfaust.

Diese Geste sollte ihm zum Verhängnis werden. Die sich anschließende Pinke verschoss er nämlich. Nach einem Foul von Liang, Swail brauchte schon Snooker, spielte Swail noch einmal eine Safety und Liang Wenbo stellte dann die Pinke vor die Tasche. Das war die Chance für Swail – 11:12 aus seiner Sicht.

In Frame 24 gewann Swail nach einem 66er–Break. Liang hatte 34 Punkte vorgelegt, musste dann aber aussteigen. Im zerfahrenen 25. und letzten Frame konnte Liang dann die Vorteile auf seiner Seite halten. Ein 36er-Break sorgte für einen lachenden und springenden Chinesen.

Er ist kein chinesischer Spieler der ersten Generation. Sein Auftreten erinnert an einen bestimmten Entertainment-Snookerspieler – und ich verrate keine Geheimnisse, wenn ich sage, dass wir morgen wirklich ein tolles Match zwischen O’Sullivan und Liang sehen werden. Im Training verlor O’Sullivan übrigens 3:10.

„So gut, wie man diesen Sport nur ausüben kann“

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„147, Frame and Match Ronnie O’Sullivan“ verkündete Schiedsrichter Eirian Williams. Ronnie O’Sullivan, „The Rocket“, hatte mal wieder gezeigt, was er kann.

Mark Williams wurde von O’Sullivan die ganze Zeit auf Distanz gehalten, der sein Match eingeteilt hatte und in Session Nummer 3 so schnell wie möglich den Schlussstrich unter seinen Viertelfinal-Auftritt ziehen. O’Sullivan hatte Spiellaune, holte sich den ersten Frame der Session beim Stand von 9:7 mit einem 71er-Break. Baute seine Führung dann weiter mit einem 60er-Break aus.

Das folgende 100er-Break nutzte O’Sullivan zum warm werden, die Kugel fielen so wie er das wollte. Und als er dann warmgespielt war legte er noch ein Maximumbreak oben drauf und gewann damit das Match. „Nachdem er die erste Rote gelocht hatte, schaute ich mir die Bälle auf dem Tisch an und sagte nur noch ‚Maximum‘. So gut ist der Junge.“, sagte John Parrot nach dem Match anerkennend.

Und er fügt hinzu: „Wenn ich ehrlich sein soll: Wenn er so weiter spielt wird er das Turnier gewinnen. So einfach ist das.“

„Allerdings“, so John Parrot, „wir sollten in der Aufregung um das Maximum nicht vergessen, dass Mark Williams nun nicht mehr zu den besten sechzehn der Welt gehört und er nun mit solchen wie mir in die Qualifikation zu Ranglistenturnieren gehen muss.“

Stephen Maguire und Neil Robertson kamen vom anderen Tisch herüber und O’Sullivan zu gratulieren, dabei waren beide gerade in der letzten Session ihres eigenen Achtelfinalmatchs. Und da hatte Maguire nach dem ersten Frame von session zwei schon mit 9:0 vorne gelegen bevor der Australier in die Gänge kam und die Session mit 5:3 gewann. Maguire benötigte also nur noch zwei Frames.

Doch zuerst konnte sich Robertson zwei weitere Frames holen in denen Maguire nicht einen Punkt machen konnte. Beinahe wäre das Spiel gekippt, wie auch Maguire danach zugab: „Ich war nicht so beunruhigt, als Neil den Anschluss schaffte, wenn er bis auf einen Frame herangekommen wäre, dann hätte ich zu zittern begonnen.“

Doch er behielt die Nerven und spielte ein Break von 100 Punkten bevor er ein 47er-Break mit einer Serie von 63 Punkten zum Sieg konterte.

(Quellen: BBC und BBC)

Shaun Murphys Gesetz

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„Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“
(Murphys Gesetz)

Shaun Murphy war in der für ihn nach seinem gestrigen Aus gegen Ali Carter bereits beendeten Main Tour-Saison 2007/08 „Mister Konstanz“. Vom Shanghai Masters zu Saisonbeginn abgesehen, bei dem er in der ersten Runde an Ian McCulloch scheiterte, holte Murphy bei jedem Ranglistenturnier vor der WM mindestens 3200 Ranglistenpunkte, stand dabei viermal im Halbfinale und einmal im Finale. Als logische Konsequenz war Murphy vor der WM die Nummer 1 im Provisional Ranking. Im Grunde also eine fantastische Saison, und doch bleibt ein schaler Beigeschmack.

Gewonnen hat Murphy – sieht man vom Einladungsturnier Malta Cup ab – nichts.

Er wird definitiv nicht zum zweiten Mal nach 2005 Weltmeister werden. Auf Platz 1 der offiziellen Weltrangliste hätte er nur noch eine Chance, wenn Ronnie O’Sullivan und Stephen Maguire beide im Achtelfinale noch ausscheiden sollten – beide führen jedoch in ihren Achtelfinalbegegnungen, Murphys Erzrivale Maguire sogar überirdisch deutlich.

Überhaupt, O’Sullivan und Maguire: Murphy unterlag in zwei seiner Halbfinals dieser Saison O’Sullivan, in zwei weiteren und dem Finale der China Open musste er Maguire die Hand zum Sieg schütteln. Man kann noch so konstant (und dabei zweifelsohne gut) spielen – es nützt wenig, wenn man die „Big Points“ vergibt. Unter den vier Spielern, die diese Saison dominierten und damit die ersten vier Plätze des Provisional belegen, ist Murphy der einzige, der 2008 kein Ranglistenturnier gewinnen konnte.

Carter und Maguire in ganz großer Form

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Nachdem Peter Ebdon gestern schon in das Viertelfinale der EM erreicht hat, sind heute Ali Carter, Ryan Day und Stephen Hendry nachgezogen.

Bereits am Morgen hatte sich Ryan Day gegen den Weltmeister John Higgins durchgesetzt, der unter anderem die seiner Meinung nach schlechten Tische für seine Niederlage verantwortlich machte: „Die Banden sind völlig unbespielbar. Ich muss betonen, dass Ryan den Sieg verdient hat und die Verhältnisse die selben für beide Spieler waren, aber es war eine Lotterie über die Banden zu spielen.“

Kurios ist, dass die Tische heute, also mitten im Achtelfinale neu bezogen werden – allerdings nicht wegen Higgins Beschwerde.

Nach dem gestrigen 8:8-Ausgleich konnte sich Day durchsetzen – er gewann die ersten drei Frames mit Breaks von 2×48 und 46 Punkte bevor Higgins überhaupt zum Zug kam und einen Frame einem 83er-Break gewann. Doch das konnte seine Niederlage nicht mehr verhindern. In den nächsten beiden Frames konnte er keine Punkte mehr holen, Day spielte weitere Breaks von 2×48 und 69 Punkten und holte sich so den Sieg.

Ding Junhui musste bereits die Segel streichen, gegen Stephen Hendry spielte er einfach nicht auf dem Niveau, das wir von ihm gewohnt sind. Beim Stande von 11:5 konnte Hendry mit dem zweiten Century des Matches seine Vormachtstellung im Match ausbauen. Ding stemmte sich dann noch einmal gegen die Niederlage und spielte Breaks von 79 und 63 Punkte. In Frame 20 schaffte Hendry dann den Spurt über die Ziellinie – mit einem 70er-Break.

Ali Carter baute seine Führung gegen Shaun Murphy in ihrer zweiten Session aus: Die ersten beiden Frames gewann er bevor Murphy sein können zeigen konnte und durch ein 60er-Break seinen dritten Frame gewinnen konnte. Danach dominierte allerdings Carter wieder das Spiel und gewann vier Frames in Folge und hätte im Letzten Frame schon alles klar machen können. Das hätte beiden die letzte Session am Abend gespart. Doch Murphy gewann einen umkämpften Frame.

In der dritten Session ging es dann ganz schnell. Mit einem 45er-Break gewann Carter Frame und Match.

Derweil spielt Stephen Maguire wie von einem anderen Stern. Neil Robertson wurde förmlich überrollt, sein höchstes Break war 33 Punkte! Maguire spielte Serien von 56, 54, 131, 63, 110, 79 und 67 Punkte und ließ Robertson damit keine Chance. Damit könnte Maguire morgen schon den Sack zumachen, ihm bleiben acht Frames um fünf davon zu gewinnen. Wenn er seine heutige Form findet, wird das kein Problem damit haben.

Auch Ronnie O’Sullivan zeigte sich in seinem Achtelfinale gegen Mark Williams gut aufgelegt. Mit dem bisher höchsten Turnierbreak (140 Punkte) schaffte er ein zusätzliches Highlight direkt nach dem Mid-Session-Interval. Er hatte schon den ersten Frame knapp gewonnen, musste dann den Ausgleich hinnehmen. Frame drei gewann er wieder, doch Williams konnte erneut gleichziehen.

Erst nach der Pause konnte O’Sullivan seinen Vorsprung auf drei Frames ausbauen, er spielte Breaks von 140, 81 und 59 Punkte, Williams schaffte erst im letzten Frame den Anschluss mit einer Serie von 88 Punkten schaffen. Dabei spielte er – als der Frame schon sicher war – eine Kombination, die ganz deutlich auch O’Sullivan erfreute.

Ebdon erster Viertelfinalist

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Peter Ebdon steht als erster Spieler im Viertelfinale der WM, er schlug Selby-Bezwinger Mark King mit 13:9. Das einzige Century im Match spielte King mit einem 121er-Break in der letzten Session des Matches. Zuvor hatte Ebdon mit 5:3 nach Session 1 geführt und seinen Vorsprung in der zweiten auf 10:6 ausgebaut.

Im zweiten Achtelfinale zwischen John Higgins stand es nach der zweiten Session gegen Ryan Day Unentschieden, 8:8. Vor dem Mid-Session-Interval knallte der Weltmeister nach einem verlorenen Frame als Zeichen seiner Aufgabe die Weiße per Hand so gegen die kurze Bande, dass diese vom Tisch sprang, was von den Zuschauern mit Buh-Rufen kommentiert wurde.

Higgins hatte bis dahin drei von vier Frames verloren, und auch der Frame nach dem Interval verlor er. Mit zwei gewonnen Frames im Anschluss konnte Higgins das Match – nach der 5:3-Führung vom Vortag – wieder anführen bevor Day den Ausgleich im letzten Frame der Session schaffte.

Zwischen Stephen Hendry und Ding Junhui scheint nach 2 gespielten Sessions alles für Stephen Hendry zu sprechen. Nur noch zwei Frames benötigt der 7-fache Weltmeister gegen den chinesischen Hoffnungsträger beim Stand von 11:5. Dings Spiel war dabei durch Fehler geprägt, die man so normalerweise nicht bei ihm sieht. Einfache Lochfehler und Stellungsfehler prägten sein Spiel.

Doch auch Stephen Hendrys Spiel zeugte nicht von Exzellenz, seine Führung müsste sonst höher ausfallen. Nur ein Century-Break ist eine schwache Bilanz in diesem Match der Break-Builder, Hendry spielte es gleich im ersten Frame der ersten Session. Dings Bestmarke liegt in diesem Spiel bei 2×94 Punkten.

Ali Carter hat in seiner ersten Session Mitfavorit Shaun Murphy förmlich deklassiert: Eine Übernacht-Führung von 6:2 wurde wohl von den wenigsten Snookerexperten erwartet.

Schock-Ergebnis für Doherty

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Vier Qualifikations-Matches musste Liang Wenbo überstehen um sich zum ersten mal in seiner Karriere für die Endrunde eines Weltranglistenturniers zu qualifizieren. Ausgerechnet bei der WM schaffte er dieses Kunststück. Seiner Liste von nicht unbekannten Opfern (Woollaston, Lawler, Gilbert, McCulloch) hat er nun einen weiteren Namen hinzugefügt: Ken Doherty.

Bereits am Mittwoch morgen war der Chinese der bessere Spieler, er gewann 7 von 9 Frames und spielte dabei Breaks von 2×40, 76, 58, 68, 51 und 95 Punkten. Ken Doherty fehlte das letzte Quäntchen Sicherheit um dagegen zu halten. Am Abend kam der Ire dann noch einmal heran, gewann zwei Frames in Folge. Doch Liang Wenbo – der nicht überragend aber konstant spielte – gelang es dagegen zu halten.

Nach Dohertys höchstem Break in Frame 13, einer 69er-Serie, antwortete der Chinese mit zwei Frames, die er nach einem Safetyaustausch gewann. Der nächst Gegner von Liang ist Joe Swail.

Graeme Dott verlor gegen Joe Perry mit 7:10- Dabei gelangen Perry in der Abschlusssession noch zwei Centuries (104 und 132 Punkte), Doherty spielte eine 126.

Dave Harold lag schon 7:2 nach der ersten Session zurück, gewann jedoch den ersten Frame in der zweiten Session. Sein Gegner, Shaun Murphy, ließ jedoch nichts mehr anbrennen. Breaks von 102, 72 und 73 Punkten reichten ihm zum klaren 10:3-Sieg.

Ronnie O’Sullivan konnte einen kleinen Vorsprung gegen den Debütanten Liu Chuang mit über die Nacht retten: 5:4 steht es dort, O’Sullivan wird sich steigern müssen um die zweite Runde sicher zu erreichen. Im letzten Jahr hatte er den Chinesen Ding Junhui in der ersten Runde mit 10:2 aus der Halle gefegt.

Dieses Jahr schwingt Stephen Maguire den Besen: 8:1 führt er gegen Anthony Hamilton.

Zudem finden die beiden Achtelfinalspiele zwischen Mark King und Peter Ebdon sowie zwischen John Higgins und Ryan Day mit ihrer ersten Session statt.

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