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Snookerblog

O’Sullivan: „Wir spielen einen sterbenden Sport“

11 Kommentare

Das Masters ist im vollen Gange und bereits zwei Matches gingen über die volle Distanz. Im ersten Match gewann Stephen Maguire gegen Graeme Dott mit 6:5 obwohl er schon mit 2:5 hinten gelegen hatte. Ronnie O’Sullivan gewann sein Match gegen einen starken Joe Perry ebenfalls mit 6:5. Die einzige klare Niederlage musste Mark King einstecken, der gegen Wildcard Ricky Walden mit 2:6 unterlag. Walden trifft in der nächsten Runde nun auf Titelverteidiger Mark Selby.

Ronnie O’Sullivan äußerte sich nach seinem Match zur – seiner Meinung nach – sterbenden Sportart Snooker (Komplette Äußerungen O’Sullivans in der Pressekonferenz zum Nachhören bei der BBC):

Auf die Frage, weshalb er sein Queue zerstört habe, antwortete O’Sullivan: „Ich wollte eigentlich gar nicht spielen und ich habe darüber nachgedacht, wie ich nicht spielen müsse… wie ich mir eine Ausrede geben könnte um nicht spielen zu müssen, und es gab nur 2 Möglichkeiten: Werde den Tisch los oder zerbreche dein Queue.“

„Danach dachte ich: ‚Oh, das war jetzt nicht sehr intelligent, du hättest einen besseren Ersatz haben sollen.‘ Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, ich hätte ein Video davon machen und es bei Youtube hochladen sollen.“

„Ich liebe das Spiel, aber ich bin weder physisch noch psychisch in einer guten Verfassung. Ich bin an einem Punkt angelangt, wo es mir egal ist ob ich spiele oder nicht. Wenn jemand wie Barry Hearn das Steuer übernehmen würde und mit Snooker das tun würde, was er mit Darts gemacht hat, ihm wieder Leben einzuhauchen, dann würde das meine Motivation und den Enthusiasmus zu spielen ein wenig ändern.“

„Es ist sehr uninspirierend im Moment zu Turnieren zu fahren. Es macht mir noch immer Spaß zu spielen, aber von Zeit zu Zeit frage ich mich ob ich in Irland für 30.000 Pfund oder in China für 40.000 Pfund antreten muss oder in Bahrain, und dort sind dann nur 2 Leute im Publikum.“

„Ich erinnere mich an die guten Tage, als es noch Spaß machte zu Turnieren zu fahren, doch jetzt macht es keinen Spaß mehr. Die Leute, die Snooker verwalten scheinen sich rückwärts zu bewegen. Nichts passiert und es fühlt sich langweilig an und der Sport stirbt. Es gibt kleine Regeln, die die Spieler bestrafen, wenn man einen Frame aufgibt bevor man Snooker braucht. Ich habe den Eindruck, das die Leute, die diese Entscheidungen treffen den Snookersport kaputt machen und die Unterhaltung zerstören.“

Im Achtelfinale könnte sich das WM-Finale wiederholen, wenn Ali Carter gegen Peter Ebdon gewinnen kann.

Kommentare (Abonnieren)

Xristjan 12. Jan., 11.05 Uhr

Interessantes Statement von Ronnie. Das ist das erste Mal, dass er seine Unlust mit den Rückschritten im Snookersport in Verbindung bringt. Komischerweise klingt es mehr als logisch und glaubwürdig.
Dennoch hat er gestern ziemlich gut gespielt gegen einen recht starken Joe Perry.

Berndt 12. Jan., 11.43 Uhr

O’Sullivans Gedanken zu erfahren, ist sehr interessant. Da kann man erkennen, wie sehr er mit sich und dem Snookersport hadert.
Für mich klingen seine Erklärungen und auch seine Schuldzuweeisungen an die „Leute, die diese Entscheidungen treffen“ allerdings für künstlich herbeigeführt. Es zerstört doch in jedem Fall eher die Unterhaltung, wenn man sich ansehen muss, wie ein genervter und frustrierter Spieler Frames, die noch lange nicht entschieden sind, aufgibt, ohne zu kämpfen.

RonnieRulez 12. Jan., 13.06 Uhr

Erstens hat Ronnie mal grundsätzlich recht, Snooker stirbt.
Zweitens ist es natürlich unsinnig, jemanden zu bestrafen wenn er einen Frame aufgibt. Absurd.
Drittens war das gestern eine Weltklasse-Begegnung gegen Perry mit einem verdienten Sieger, denn
wer in der entscheidenen Situation Pink vom Spot verschiesst ist kein wahrer Master.
Viertens freut es mich, dass Dott, der Loser, ein 5-2 weggibt. Lasst uns beten, dass das sein letztes Master war.

Berndt 12. Jan., 13.45 Uhr

Dass Snooker „stirbt“, ist meiner Meinung nach maßlos überzogen. Was möglicherweise „stirbt“, ist das Interesse von Mr. O’Sullivan, noch weiterzuspielen. Und, sei es drum. Es wäre zwar schade, wenn dieser wirklich brillante Spieler aufhören würde, aber es gibt auch noch Snooker nach seinem „Tod“.
@RonnieRulez… Dott ist ein jahrelanger Top 16-Spieler. Mir fraglich, warum man einen solchen Spieler als „Loser“ diffamieren muss…

Cellmorbasg 12. Jan., 14.48 Uhr

Ronnie ist doch nicht der Erste, der Kritik an der WSA übt. Wird die Kritik falsch nur weil sie ein Ronnie O’Sullivan in seiner bekannt liebenswürdigen Art äußert?
Mit dem mangelnden Zuschauerinteresse (gerade, aber nicht nur in Bahrain) hat er doch Recht.
Kein Spieler spielt gerne vor leeren Rängen – dann doch lieber gleich ohne Ränge.

Es wiederholt sich in letzter Zeit häufig: Lasst endlich auch mal Kontinelntaleuropa ein Weltranglistentunier austragen. Das ist keine Lösung aller Probleme, aber ein Schritt nach vorn – wenn es sich allein nicht trägt, dann muss man vielleicht auch mal Geld in die Hand nehmen um in die Zukunft zu investieren.

Philipp 12. Jan., 15.11 Uhr

Ich finde es interessant, dass O’Sullivan zum ersten Mal breitere Ausführungen gewählt hat und über etwas, das ihn bedrückt gesprochen hat, anstatt einfach nur genervt dazusitzen und sinnlose Witze zu reißen.
Wie drastisch er es sich selbst näher gebracht hat finde ich im Gegensatz zum ihm leider nicht so komisch, aber dahingehend muss man dafür seine Leistung gegen einen sehr starken Perry würdigen.

Snooker braucht frischen Wind, egal was, wenn nötig dann braucht es einfach auch Turniere auf dem Kontinent, und wenn es nur darum geht Sponsoren zu finden, ich habe schon einmal darüber gesprochen, es wäre glaube ich kein Fehler, wenn man die Weltrangliste ein wenig aufstockt und auch mehr Turniere einführt und eine Rangliste nach dem Beispiel von Tennis führt. Das würde vor allem helfen die Rangliste aktueller zu gestalten.
@RonnieRulez: so leids mir tut, wie oft hat schon Ronnie eine Grüne oder Braune vom Spot verschossen und so auch Frame und Match verloren. Nur weil jemanden die Spielweise nicht gefällt, sollte man nicht mit solchen Meldungen aufkommen. Dazu sollten diese Kommentare schlichtweg nicht da sein.

Karina 12. Jan., 16.41 Uhr

Ich sehe das ähnlich wie meine letzten beiden Vorredner. Letztlich hat er nur, wenn auch sicherlich etwas überspitzt, eine reale Entwicklung beschrieben. Ob der Snooker gleich „stirbt“ sei mal dahingestellt, die von ihm beschriebene Tendenz ist da. Für mich war die Äußerung von Ronnies Seite aber schon überraschend, ich hätte ein Statement zu diesem Thema von ihm nicht erwartet. Und vielleicht (hoffen darf man ja), fruchtet es ja auch irgendwann mal bei der WSA, wenn immer mehr Spieler und andere Aktive Kritik äußern und Veränderungen fordern. Zumindest erreicht O’Sullivan durch seine Art der Formulierung schon mal ein größeres Medienecho als andere, die das gleiche „politisch korrekter“ ausdrücken. ;-) Ich hoffe, sie begreifen es…

hetfield 12. Jan., 18.44 Uhr

naja für mich klingt recht unglaubwürdig was der da loslässt..aber das er momentan mal wieder in ein tief rutscht war zu erwarten..so ne gute zeit gehabt..und kommt halt mal wieder ne ich habe kein bock mehr zeit..vll aber auch net…
aber was er da sagt vonwegen Tunieren..da hat er total recht und das würde mich als spieler auch stark nerven…bahrain war ja schon en starkes stück…und allgemein merkt man das irgendwie beim publikum so en bischen die luft raus ist..ich guck gerade murphy vs. ding und für masters verhältnisse ist das publikum echt zum einschlafen..bei matches wie king vs. walden kann man das ja noch etwas verstehen…aber bei solchen spieler wie murphy und ding..naja…
und ich wünschte ja echt en bischen das er die zerstörung in youtube reingestellt hätte xD(so en ROS total am ausrasten, trägt dabei aber seinen komischen china anzug, und schlägt das queue so irgendwie hinten im garten bei eisiger kält an einem baum oder der hauswand kaputt xD)…allerdings denk ich das er daran scheitern wird den titel zu kriegen.was an seiner momentanen laune und dem neuen queue legen wird

DanielH 13. Jan., 01.01 Uhr

So schön Ronnie auch feststellt, dass der allgemeine Snookersport bergab geht (ausgenommen evtl Deutschland), sollte er sich vll selbst mal an die Nase fassen. Evtl fehlt es dem Sport an Popularität und es fehlt die Begeisterung der Zuschauer. Grad da könnten doch Stars wie O’Sullivan für Aufschwung sorgen – so ne Bahrain Arena hätt sich sicher besser gefüllt, wenn Publikumsliebling Ronnie selbst vor Ort gewesen wär.

Die Kritik an der WSA kann man noch hinnehmen. Vll wirds mal Zeit für mehr PR; mehr Medienpräsenz und pushen von Starspielern.

Philipp 13. Jan., 08.58 Uhr

ja aber man kann doch die Begeisterung für ein gesamtes Turnier nicht an einem Spieler festnageln! Hast du die gähnend leeren Ränge bei dem WTA Turnier Ende letzten Jahres und beim ATP Turnier heuer gesehen, genau das selbe Desaster, die bezahlen viel an Startgeld aber im Endeffekt interessieren tuts keinen! Da gehören andere Märkte erschlossen wo das Geld nicht direkt an Spieler und Verband fließt sondern erst nach einer Grundinvestition, aber die sehen das halt net in der ARt und Weise leider

Editha 13. Jan., 11.35 Uhr

Das die WSA dem Snookersport schadet hat man doch gesehen als sie letztes Jahr den Terminkalender gemacht haben und die NIT mit der PHC zum selben Zeitpunkt gelegt haben,und dann gesagt haben die PHC ist doch eh nur ein „kleines“ Event der Termin liesse sich doch leicht verschieben.
Sowas sehe ich auch als Schaden des Sportes an.
Viele Spieler sehen auch hier in Deutschland ein großes interesse aber das interessiert die WSA nicht.Sicher muß ein Tunier finanziert werden, aber wenn man sieht wie groß das Interesse an Snooker in Deutschland ist wäre es doch im interesse des Sportes auch mal hier ein Tunier in erwägung zu ziehen.
Aber die WSA geht lieber nach Bahrain und hat leere Zuschauer Ränge.
Ronnie ist mit seiner Meinung nicht alleine viele Spieler kritisieren die WSA.
Aber wenn man bei der Jahresversammlung immer nur Verteter hinschickt und nicht selber den Mund aufmacht dann kann sich nichts ändern.
Aber es wird schwer in Zukunft Sponsoren zu finden bei der Wirtschaftslage.
Schauen wir wie sich die Sache endwickelt.Hoffen wir das beste im Interesse des Sportes.

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