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Snookerblog

Wieder Anzeichen für Wettbetrug

5 Kommentare

9:3 – das war das Ergebnis zwischen Stephen Maguire und Jamie Burnett. Ein Ergebnis, das einige dubiose Wetter wohl schon vorher wussten. Nach der 6:2-Übernacht-Führung von Maguire waren mehrere dubiose Wetten von neuen Konten mit Glasgower Adresse eingegangen.

„Wir haben keine Wetten auf einen 9:2- oder 9:4-Sieg bekommen, nur 9:3, was auch Alarmglocken auslöste.“, so der Vorsitzende im Bereich Sport von Victor Chandler.

Burnett hatte im 10. Frame ein 113er-Break gespielt bevor Maguire auf 8:3 erhöhte. Die beiden Schotten – beide aus Glasgow, gute Freunde und zeitweise Trainingspartner – spielten dann einen sehr zerfahrenen Frame mit Fehler auf beiden Seiten. Im Endspiel auf die Farben lies Maguire dann die Grüne in der Tasche liegen und Burnett lochte diese und lochte auch Braun, verstellte sich aber auf Blau.

Trotzdem konnte er diesen langen Ball lochen, verfehlte dann Pink die er auch lang spielen musste, sie fiel dann trotzdem noch als Glückstreffer. Burnett hatte nun eine sehr schwierige Position auf Schwarz, die er so stark anschnitt, dass sie nicht einmal die Seiten der Tasche berührte.

Beide Spieler bestritten jegliche Teilnahme an Wettmachenschaften. Burnett sagte, dass er wusste, dass die Wetten ausgesetzt waren und daher der Druck auf ihn besonders groß war beim 8:3.

„Ich habe in meinem Leben noch nie mehr Druck gespürt als in diesem letzten Frame“, sagte er, „Beim Spiel auf die Schwarze dachte ich »Ich muss den Frame holen, ich muss die Kugel lochen«. Als ich sie dann verfehlte war es das niedrigste Gefühl – das fühlte sich schrecklich an.“

Gleichzeitig glaubt Burnett nicht, dass solche Betrügereien verbreitet sind: „Die Leute reden da seit Jahren drüber und machen Witze, aber soweit ich weiß hat nie irgendwer irgendetwas gemacht. Snooker ist zu wichtig, es geht hier ja um Karrieren.“

Es ist verständlich, dass diese Entwicklung beobachtet werden muss und ein solcher Betrug hart bestraft werden muss – vielleicht auch mit einer Lebenslangen Spielsperre. Schließlich ist das auch Betrug am Sport, der dann noch mehr Probleme bekommen könnte Sponsoren, Sender und Zuschauer anzuziehen.

Wenn Burnett aber wirklich vor der zweiten Session wusste, dass die Wetten ausgesetzt waren, warum hätte er dann die Schwarze absichtlich verschießen sollen? Hätte das noch einen Unterschied gemacht?

Und warum lassen die Buchmacher überhaupt Wetten auf das genaue Ergebnis zu, wenn sie damit so schlechte Erfahrungen machen. Und natürlich ist das – gerade bei deutlicher Führungn und einer Pause über Nacht – auch verführerisch für Spieler auch in den unteren Rängen, die vom Snooker alleine oft nicht leben können.

Diese Skandale schaden dem Sport und die WSA täte gut daran öffentlicher mit den Untersuchungen zu diesen Vorgängen umzugehen. So ist bis heute nicht bekannt in wiefern Peter Ebdons 0:5-Niederlage gegen Liang Wenbo bei der Northern Ireland Trophy untersucht wurde und ob es schon Zwischenergebnisse gibt. Ebdon ist immerhin (wiedergewähltes) Board-Mitglied der WSA, da würde eine schnelle Aufklärung gut tun.

Quellen: AFP und Snooker Scene Blog

Kommentare (Abonnieren)

Xristjan 16. Dez., 10.54 Uhr

Sportwetten sollten verboten werden, dann würden auch diese Unsicherheiten aufhören. Ganz einfach.

Matthias Mees 16. Dez., 11.01 Uhr

Ohne Burnett etwas unterstellen zu wollen, aber als er die besagte Schwarze verschoss, hatte ich persönlich schon ein leichtes „Hä?“ im Hinterkopf … möglicherweise ein Perspektivproblem, aber ich fand, sie sah nicht so schwer aus.

Aber ganz ehrlich: So ungewöhnlich ist ein Tipp auf ein 9-3 bei einem Stand von 6-2 nach der ersten Session eigentlich nicht. Da tippt man lediglich darauf, dass der Führende es noch vor dem Midsession Interval der zweiten Session nach Hause bringen wird. Und aus so einem Rückstand kommen die wenigsten nochmal zurück.

griot 16. Dez., 11.34 Uhr

Habe ich auch gelesen, aber ich finde man muß nicht alles kolportieren, was da ein englischer Wettanbieter an Gerüchten in die Welt setzt.

Obacht bei den Namen, so entstehen neue Gerüchte!

Davon abgesehen sind Wettanbieter ja selbst nicht gerade das seriöseste Gewerbe.

Berndt 16. Dez., 12.08 Uhr

Ich sehe es auch so, dass ein 9:3 bei einem Stand von 6:2 das am ehesten zu erwartende Ergebnis ist. Man glaubt an den Sieg des führenden Spielers und steht dem anderen noch einen Frame zu. Passt insofern.
Ich packe diese Geschichte auch eher in die Gerüchteküche. Seit der Sperrung von Quinten Hann werden sich die Spieler mehrfach überlegen, so eine Dummheit zu begehen.

RonnieRulez 16. Dez., 20.04 Uhr

Sportwetten zu verbieten ist Quatsch. Damit werden die Wetten nur illegal und „im Untergrund“ weiterlaufen, damit jeglicher Kontrolle entzogen.

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