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Rätselhaftes Masters

5 Kommentare

Wer vor dem Masters 2011 bei den Buchmachern auf die Halbfinalisten Ding Junhui, Jamie Cope, Marco Fu und Mark Allen getippt hat, dürfte jetzt ein gemachter Mann sein. Das diesjährige Masters definierte den überstrapazierten Begriff „Favoritensterben“ neu — einzig Weltmeister Neil Robertson erreichte als höher gesetzter Spieler beim Turnier der besten 16 der Rangliste das Viertelfinale, um dort dann Mark Allen zu unterliegen.

Gründe sind nicht ersichtlich. Die in diesem Jahr viel zitierte bessere Form der Spieler aus den unteren Regionen der Rangliste durch die bei den (E)PTC-Turnieren erworbene Spielpraxis kann es nicht sein — auch Mark Selby, Mark Williams und Shaun Murphy, allesamt fleissig auf der neuen Turnierserie, scheiterten im Auftaktmatch. Denkbar wäre, dass die Spieler dem Einladungsturnier in diesem sehr auf Ranglistenpunkte fixierten Jahr weniger Bedeutung beimessen — allerdings ist das Masters eben wegen des exklusiven Feldes eigentlich sehr prestigeträchtig.

Wir sehen also in diesem Jahr in jedem Fall nicht nur einen neuen, sondern auch einen erstmaligen Turniersieger in Wembley — doch wer macht das Rennen? Interessanterweise treffen die Spieler mit den deutlichsten Siegen im Viertelfinale (Cope und Fu) auf die Spieler, die auf dem Papier die etwas größeren Namen besiegt haben.

Den Whitewash von Fu gegen einen im Vorfeld erkrankten Peter Ebdon darf man sicherlich nicht überbewerten, dennoch zeigte Fu bislang vielleicht die stärkste Form. Sein Gegner Allen allerdings hat das Selbstbewusstsein, mit Robertson und Ronnie O’Sullivan die größten Namen ausgeschaltet zu haben.

Cope hat ebenso wie Fu lediglich vier Frames abgegeben, hat allerdings den stets allgegenwärtigen Druck langsam mal etwas gewinnen zu müssen. Ding präsentierte sich ebenfalls stark; bei ihm wird interessant sein, zu beobachten, ob in der speziellen Atmosphäre in London Erinnerungen an seine traumatische Final-Niederlage gegen O’Sullivan 2007 aufkommen.

Kommentare (Abonnieren)

noumoe 15. Jan., 08.35 Uhr

Wenn man nicht ROSfixiert ist, ist Cope die wirkliche Überaschung, Allen ist sowieso heiß auf einen Titel und gerade das Masters muss Ding unbedingt einmal gewinnen, Fu ist ja fast mit einer wildcard ins Halbfinale gekommen.

Xristjan 15. Jan., 14.20 Uhr

Auch wenn man Überraschungen gewohnt ist, ist es sehr ungewöhnlich, was hier beim Masters passiert.
Meiner Meinung nach läuft es auf ein Finale Mark Allen vs. Ding Junhui hinaus. Beide spielen taktisch und offensiv sehr gut. Bei Mark Allen ist es an der Zeit, mal ein Finale zu erreichen. Und dass Ding Junhui sein Masters-Trauma irgendwann überwindet, war auch klar.

Matthias Mees 15. Jan., 14.56 Uhr

Der Unterschied zwischen Cope und Allen erschließt sich mir so nicht — „mal was gewinnen“ müssten beide, Allen hat es nur schneller in die Top 16 geschafft. Bei Fu überrascht mich nicht so sehr, dass er so weit kam, sondern wie — auch wenn zumindest Peter Ebdon sicherlich quasi ein Freilos war, da sichtlich krankheitsgeschwächt.

Ich mich Xristjans Finaltipp anschließen wollen, kann mir aber auch gut vorstellen, dass Allen eine Art „leichtsinnige Arroganz“ bekommt und Fu unterschätzt. Cope ist letztlich auch immer gefährlich, insofern ist quasi alles möglich. :-)

Xristjan 15. Jan., 19.23 Uhr

Recht haste gehabt :) Allen war sich beim 4:1 schon zu sicher. Wieder ein verlorenes Halbfinale. Das kann leicht zum Trauma werden. Cope indes hatte ja 2 Finalteilnahmen – aber vor Jahren. Mal sehn, ob er Ding schlagen kann. Bei Fu muss man sich fragen, wie er aus der Top 16 fallen konnte – er ist so ein guter Spieler. Aber es steht eigentlich außer Frage, dass er sich zurückkämpfen wird.

Xristjan 16. Jan., 23.47 Uhr

Der Triumph ist Ding Junhui zu gönnen, endlich hat er dieses Trauma auch hinter sich. Und einen weiteren großen Titel gewinnen. Nun fehlt nur noch die WM. Ich glaube, allzu lange dauert auch das nicht mehr.

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