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Snookerblog

Der Kampf um den Pott beginnt…

10 Kommentare

Am Samstag beginnt in Sheffield die neue WM. Das Snookerblog verrät, welche Matches man gesehen haben sollte und wer Favorit ist.

Ronnie O’Sullivan – Stuart Bingham

Stuart „Ballrun“ Bingham wird kein einfacher Gegner für O’Sullivan sein. Vor neun Jahren hatte er sein Crucible-Debüt gegen Stephen Hendry, den damaligen Titelverteidiger und größter Titelfavorit. Bingham gewann mit 10:7. Bingham trainiert zusammen mit O’Sullivan, kennt ihn also gut. 1996 gewann er die Amateur-WM und spielte als einziger Spieler ein 146er-Break in der WM. Zudem hat er die Masters-Qualifikation zweimal gewonnen.
Muss man gesehen haben? Ja. Das Match verspricht eine knappe Entscheidung zu werden und spannender kann es ja im Snooker nicht sein.

Mark Allen – Martin Gould

Brillenträger Gould hat in dieser Saison einige gute Leistungen gezeigt, stand bei der UK Championship in der Runde der letzten 32 und bei den Welsh Open gar im Achtelfinale. Auch bei der WM ist er schon eine Runde weiter als im letzten Jahr und wird zum ersten mal die Atmosphäre im Crucible spüren. All das macht Mark Allen zum Favoriten, bereits 2007 stand er in seinem dritten Main-Tour-Jahr im Achtelfinale der WM, die er unbedingt gewinnen will.
Muss man gesehen haben? Vielleicht. Wenn Gould nicht die Nerven verliert und mit Allen mithalten kann, dann könnte es unterhaltsam werden.

Peter Ebdon – Nigel Bond

Peter Ebdon hat O’Sullivan gewarnt: Es gäbe nicht nur 2 Favoriten auf den WM-Sieg. Natürlich hat Ebdon nach seiner phoenixartigen Wiederauferstehung in Beijing alle Trümpfe in der Hand. Gegen Nigel Bond muss er seinen Worten Taten folgen lassen und das wird er auch tun, schließlich hatte Bond keine optimale Saison, und er müsste seine Topleistung im Crucible abrufen.
Muss man gesehen haben? Eher nicht. Aufgrund der klaren Voraussetzungen und der generellen Schwäche von Bond wird das Match wohl Höhepunkte vermissen lassen.

Ryan Day – Stephen Lee

Ryan Day muss einen ersten Titel gewinnen und er wäre nicht der erste, der ihn bei der WM sichert. Dazwischen lauert aber ein ganz gehöriger Brocken schon in Runde 1: Stephen Lee ist einer der besten Techniker auf der Tour.
Muss man gesehen haben? Ja. Die Technik Lees und Days gutes Spiel versprechen eine sehr spannende Partie.

John Higgins – Michael Holt

Michael Holt hat stetig in dieser Saison gepunktet, ein Ausrufezeichen konnte er jedoch nicht setzen. Das das nun ausgerechnet bei der WM gegen den sehr starken Mitfavoriten John Higgins passiert ist unwahrscheinlich.
Muss man gesehen haben? Eher nicht. Ich erwarte eine einseitige Partie mit klaren Vorteilen für Higgins.

Joe Perry – Jamie Cope

Beide haben durchwachsene Spielzeiten erlebt, Perry auf ein wenig höherem Niveau als Cope.
Muss man gesehen haben? Eher ja. Es könnte ein spannendes, kampfbetontes Spiel werden, wer darauf steht ist hier richtig.

Graeme Dott – Barry Hawkins

Dott will unter die Top-32, Hawkins seinen 16. Platz verteidigen, also müssen beide gewinnen.
Muss man gesehen haben? Eher ja. Auch hier erwarte ich Kampf, mit Vorteilen für Dott. Hawkins hat doch in letzter Zeit schwächere Leistungen gezeigt.

Mark Selby – Ricky Walden

Selby fehlt in einer durchschnittlichen Saison noch ein i-Tüpfelchen. Genau das hatte Walden mit dem Sieg in Shanghai schon zu Beginn der Saison. Jetzt droht ihm doch keinen Platz unter den ersten 16 erringen zu können.
Muss man gesehen haben? Ja. Beide beherrschen das schnelle Spiel nach vorne, sowie knackige Safeties. Gute Voraussetzungen für ein spannendes Match.

Shaun Murphy – Andrew Higginson

Murphy muss sich zwar gegen Mark Allen Ali Carter im Kampf um den dritten Platz in der Weltrangliste stemmen, doch er zehrt von seinem Sieg bei der UK Championship, ansonsten lief es für ihn nicht gut. Higginson hat zwar nichts mehr zu verlieren, diese Saison aber auch noch nichts wirklich gewonnen, die WM ist sein bestes Turnier in dieser Saison.
Muss man gesehen haben? Nein. Higginson muss diese Saison nichts mehr tun, sein Weltranglistenplatz ist sicher. Das könnte eine Zähe angelegenheit werden.

Marco Fu – Joe Swail

Finalteilnahme in Wales, Erstrunden-Aus in China. Das ist die Bilanz von Swail. Ähnlich sieht es bei Fu aus, der bei der UK Championship im Finale stand und anschließend an diesen Erfolg nicht anknüpfen konnte.
Muss man gesehen haben? Nein. Swail und Fu stehen nicht für attraktivsten Snooker und die Voraussetzungen könnten auf eine Quälerei für den Zuschauer hinauslaufen.

Ding Junhui – Liang Wenbo

Die besten Chinesen treffen gleich in Runde 1 aufeinander und obwohl Ding keine gute Saison hatte und um seine Top-16-Platzierung kämpfen muss, wird er höchst motiviert sein. Das selbe gilt für Liang, der in der Saison bislang noch ohne Highlight ist, aber vernünftig gepunktet hat und damit in den Top-32 angekommen sein dürfte.
Muss man gesehen haben? Ja. Das Match verspricht eines der Highlights der WM zu werden, wenn keiner der beiden nervlich einbricht.

Stephen Hendry – Mark Williams

Zwei, die man immer auf der Rechnung haben muss. Hendry spielte im letzten Jahr in Sheffield schon besser als irgendwo anders, Williams will nach einer durchwachsenen Saison noch ein paar Plätze gut machen und einen Platz unter den Top-25 erreichen. Dazu muss er an Hendry vorbei.
Muss man gesehen haben? Ja. Hendry hat gezeigt wozu er im Crucible fähig ist, Williams wird dagegen halten wollen. Beide versprechen ein hohklassiges Spiel.

Ali Carter – Gerard Greene

Der Vize-Weltmeister Carter wird um jeden Preis versuchen auch Weltranglistendritter zu werden, seine tolle Saison macht das auf jeden Fall möglich. Greene hingegen konnte diese Saison seine Leistungen aus der Vorsaison bestätigen – aber auch nicht mehr.
Muss man gesehen haben? Eher nein. Carter scheint so überlegen, dass ein spannendes und hochklassiges Match unwahrscheinlich ist.

Neil Robertson – Steve Davis

Schwer zu sagen wie das Match ausgeht, schließlich ist auch die Schwere von Robertsons Schulterverletzung nicht unerheblich in der Entscheidung. Falls beide Spieler fit sind, dann erwartet uns ein Match in dem Angriffs- und Verteidigungsspiel aufeinander prallen, was sehr spannend werden kann.
Muss man gesehen haben? Ja. Das Generationenduell hat allerhand spannende Elemente.

Mark King – Rory McLeod

Vielleicht das auf dem Papier unaufregendste Spiel dieser ersten Runde, King hatte keine gute Saison, McLeods Saison zeigt einen leichten Aufwärtstrend.
Muss man gesehen haben? Vielleicht. Je nachdem wie das Spiel verläuft ist alles drin: Von spannend-hochklassig bis langweilig-zerfahren.

Stephen Maguire – Jamie Burnett

Vielleicht steht das Ergebnis dieses Matchs schon fest, gegen beide Spieler wird von der Polizei wegen Wettbetrugs ermittelt. Wer an Verschwörungstheorien Spaß hat ist hier in jedem Fall richtig. Beide suchen noch nach Highlights in dieser Saison, wenn auch auf verschiedenen Niveaus.
Muss man gesehen haben? Eher nein. Maguire ist haushoher Favorit, und ein Sieg Burnetts wäre fast zu verdächtig. Ich denke, das das Ergebnis relativ klar ausfallen wird.

Kommentare (Abonnieren)

Matthias Mees 17. Apr., 12.29 Uhr

Grundsätzlich sehe ich das alles sehr ähnlich. Wie Du allerdings darauf kommst, dass Ding-Liang ein Highlight werden könnte, ist mir schleierhaft. Da rechne ich eher mit einem nervösen, zerfahrenen Match.

Am Eroffnungstag spuckt mir leider der Dienstplan in die Suppe, aber bei der WM kann man ja durchaus mal eine Session sausen lassen — und Tagszusammenfassungen hat ESP ja scheinbar auch eingeplant.

Toni 17. Apr., 12.35 Uhr

Schöner Beitrag, Eric. ich sehe es auch ähnlich…aber eben nur ähnlich. Bei Sullivan wird es eine einseitige Angelegenheit, denke ich. Und Wenbo – Ding könnte wirklich ein Kracher werden, aber wie schon gesagt, wenn einer einbricht ( Ding) dann könnte es auch schnell einseitig werden. und bei Carter – Greene denke ich nicht das hier Carter übermächtig agieren wird, hier denke ich das es ein knappes ding sein wird.

marek 17. Apr., 14.58 Uhr

Vorweg: eine gelungene Seite!
Kurz zwei Korrekturen:
Murphy kämpft wohl mit Carter und nicht mit Allen um Platz drei.
Und beim Eintrag von Hendry gegen Williams liegt wohl eine Verwechslung vor. Stephens stand im Finale von Bahrain und Williams kämpft um einen Platz in den Top 16.

So eindeutig sehe ich die Angelegenheit zwischen o’Sullivan und Bingham auch nicht. Schließlich tendiert auch Bingham zu langsameren Spiel, was o’Sullivan gerade in einer ersten Runde aus der Fassung bringen könnte. Aber dennoch sehe ich ihn im Halbfinale. Was dann passiert ist schwer zu sagen. Es könnten ein Higgins oder ein Selby warten, wobei ich Selby im Moment nicht so stark einschätze und daher nicht daran glaube, dass er überhaupt so weit kommt.
In der unteren Hälfte sehe ich Ding gegen Fu im Viertelfinale und dort leichte Vorteile für Ding. Schlägt er Wenbo ist einfach viel möglich. Und Wenbo könnte es Ding mit seiner riskanten Spielweise leichter machen, so dass der Druck auf Ding nicht übermächtig wird. Ganz abgeschrieben habe ich Murphy aber auch noch nicht. Aber Fu könnte ihm im Achtelfinale sehr unangenehm werden.
Maguire wird bei der Auslosung wohl das Viertelfinale erreichen. Das hat er in diesem Jahr schon oft geschafft. Danach wird es schwierig. Es werden wohl Carter oder Robertson warten. Wenn Robertson seine Verletzung überwunden hat, sehe ich sogar leichte Vorteile gegen Carter. Carter lebt in diesem Jahr von einem Rausch, der bei den langen Distanzen der WM ins stocken geraten könnte. Die Situation in diesem Jahr ist für ihn nicht mit dem letzten Jahr vergleichbar.

Eric Eggert 17. Apr., 16.45 Uhr

marek: Danke, ich hab die beiden Fehler korrigiert.

Decider 17. Apr., 17.51 Uhr

Ich denke das klar ist, dass alles immer anders kommt als man denkt. Erinnere ich mich an die letzten zwei Jahre, kommen mir drei Partien in den Sinn, bei denen vorher wahrscheinlich der Zeiger im roten Bereich gewesen wäre. Grame Dott gegen Neil Robertson, 13:12 nach 12:8 Führung im Achtelfinale, Stephen Hendry gegen Nigel Bond (respotted Black bei 9:9) in der ersten Runde und natürlich Liang Wenbo gegen Joe Swail, 13:12 im Achtelfinale. Von daher wird wahrscheinlich King gegen McLeod der Hammer.

snookerfanberlin 18. Apr., 13.54 Uhr

schöne erste session zwischen ronnie und bingham. so kann das weitergehen.
flüssiges offensiv-snooker. schade, das ronnie im letzten frame das maximum verpasst hat. sah ja alles sehr offen uas.

Decider 18. Apr., 15.07 Uhr

Zumindest was das harte „Matchplay“ angeht, ist King vs. McLeod wirklich der Hammer :-). Man könnte es aber natürlich auch die Entdeckung der Langsamkeit nennen.
ROS gegen Bingham war ok. Die 140 sehr schön und das verschenkte Max schade.

Manuel Wellinski 18. Apr., 21.36 Uhr

damit steht schon fest dass ronnie nächste saison die nummer 1 bleibt, so muss das sein, jetzt noch der titel am besten, er hat richtig gut gespielt heute:)

Decider 19. Apr., 23.17 Uhr

Frame 14 zwischen Dott und Hawkins war so mit das Beste, was ich jemals gesehen habe. Am Ende ein verdienter Sieg für Dott! Hendry weiter, relativ überraschend für mich.

Ferdinand 19. Apr., 23.37 Uhr

Schade, dass Mark Williams es nicht geschafft hat. er hätte es genauso verdient gehabt, denn trotz mehrerer Flukes hatte er bei mindestens 3 Frames (6 – 8) viel Pech. Hendry hat mich überhaupt nicht überzeugt, aber wie gesagt, leider war Mark Williams in manchen Momenten auch nicht der „eisenharte“ Gegner: Hendry mit seiner derzeitigen Spielweise ist zu bezwingen – finde ich.

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