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Snookerblog

Shaun Murphys Gesetz

21 Kommentare

„Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“
(Murphys Gesetz)

Shaun Murphy war in der für ihn nach seinem gestrigen Aus gegen Ali Carter bereits beendeten Main Tour-Saison 2007/08 „Mister Konstanz“. Vom Shanghai Masters zu Saisonbeginn abgesehen, bei dem er in der ersten Runde an Ian McCulloch scheiterte, holte Murphy bei jedem Ranglistenturnier vor der WM mindestens 3200 Ranglistenpunkte, stand dabei viermal im Halbfinale und einmal im Finale. Als logische Konsequenz war Murphy vor der WM die Nummer 1 im Provisional Ranking. Im Grunde also eine fantastische Saison, und doch bleibt ein schaler Beigeschmack.

Gewonnen hat Murphy – sieht man vom Einladungsturnier Malta Cup ab – nichts.

Er wird definitiv nicht zum zweiten Mal nach 2005 Weltmeister werden. Auf Platz 1 der offiziellen Weltrangliste hätte er nur noch eine Chance, wenn Ronnie O’Sullivan und Stephen Maguire beide im Achtelfinale noch ausscheiden sollten – beide führen jedoch in ihren Achtelfinalbegegnungen, Murphys Erzrivale Maguire sogar überirdisch deutlich.

Überhaupt, O’Sullivan und Maguire: Murphy unterlag in zwei seiner Halbfinals dieser Saison O’Sullivan, in zwei weiteren und dem Finale der China Open musste er Maguire die Hand zum Sieg schütteln. Man kann noch so konstant (und dabei zweifelsohne gut) spielen – es nützt wenig, wenn man die „Big Points“ vergibt. Unter den vier Spielern, die diese Saison dominierten und damit die ersten vier Plätze des Provisional belegen, ist Murphy der einzige, der 2008 kein Ranglistenturnier gewinnen konnte.

Kommentare (Abonnieren)

Eric Eggert 27. Apr., 11.08 Uhr

Es mag sein, dass ihm das letzte Quäntchen Glück, der letzte Wille und vielleicht auch die Kaltschnäuzigkeit gefehlt hat. Auf jeden Fall war es die beste Saison von Murphy in seiner Karriere, und selbst wenn er nur dritter werden sollte so hat er doch eine Saison gespielt, die Hoffnungen auf mehr macht.

Zudem war der Malta Cup natürlich ein Einladungsturnier, aber in der Gruppe gegen Stephen Hendry, Stephen Maguire und Mark Selby zu gewinnen und dann Ding Junhui und Ken Doherty zu schlagen ist auch nicht einfach.

Seine Formkurve zeigt deutlich nach oben.

Matthias Mees 27. Apr., 11.45 Uhr

Alles richtig. Aber. :-)

Weder die beste Saison noch die aufsteigende Formkurve oder die Gewissheit, beim relative belanglosen Malta Cup direkte Konkurrenten aus der Weltspitze geschlagen zu haben, sind zählbar.

Zählbar sind Titel, und daran wird Murphy künftig gemessen werden: Ob es ihm gelingen wird, einen oder mehrere Titel zu holen und sich dabei idealerweise auch gegen O’Sullivan und Maguire durchzusetzen.

Xristjan 27. Apr., 12.08 Uhr

sehr guter Beitrag! nichts gegen Murphy, er ist definitiv einer der besten Snookerspieler ABER auch ich sehe das die ganze Saison so, dass er nie die big points macht, das machen die anderen, ob Selby, ROS od. Maguirre. Genau daran wird Murphy zu knabbern haben, um sich das entscheidende Stückchen zu verbessern, wenn er Nr. 1 werden will.

RonnieRulez 27. Apr., 13.05 Uhr

Nur schade, dass Maguire jetzt keine Möglichkeit hat, ihn im HF rauszuhauen – das hätte mehr Spass gemacht.

tekcor 27. Apr., 13.23 Uhr

Moin, moin Leute,
bitte überseht nicht, dass Ali Carter ein hervorragendes Match abgeliefert hat und Snooker kann er auch spielen. Bei Shaun Murphy war doch klar, daß mit dem WM-Gewinn und jedem darauf folgenden Titel er vom Jäger zum Gejagten wurde. Und zu keiner Zeit war die Dichte von Weltklassespieler so hoch wie augenblicklich. Da ist manchmal nur noch entscheidend wie lange der einzelne die Konzentration am Limit halten kann. Momentan scheint Maguire bei diesem Turnier der stabilste Spieler zu sein, aber wer weiss was in er nächsten Runde passiert.

DanaX 27. Apr., 18.34 Uhr

Danke !

Der beste Artikel auf dieser Seite EVER !
Immer dieses Konstanzgefasel, alles bla bla wenn man die wichtigen Spiele verliert.

Wer am Ende der Saison NICHTS gewonnen hat kann also auch kein Gewinner sein, daran gibt es nichts zu deuteln.

Überhaupt : Was hat Shaun Murphy in seiner Karriere denn schon alles gewonnen ? 1xWM, 1x Malta Cup 2007. DAS WARS !

Wo ist also der Fortschritt in der Karriere von Shaun Murphy ?
Maguire ist fast gleich alt, ein Jahr später Profi geworden, aber da sehe ich mehr Fortschritt.

Deswegen wäre es toll wenn nicht immer alle Shaun Murphy in den Himmel loben.

Danke für diesen Artikel !

Grüße

Matthias Mees 27. Apr., 19.01 Uhr

Ich warne ebenfalls davor, Maguire jetzt schon als den kommenden Weltmeister zu sehen – am Ende knallt die Peitsche.

Shaun Murphy in den Himmel zu loben fällt mindestens ebenso leicht wie ihn blöd zu finden. Er hat „sozial“ oft genug angeeckt – Chalkgate ist da nur ein Beispiel -, mögen muss man ihn also nicht. Wer ihm aber nicht gerne am Tisch zusieht, hat für meine Begriffe wenig Ahnung von Snooker – das ist fast ausnahmslos eine Augenweide, was der Mann da macht.

Aber auch da gilt meine Kernthese: Schön spielen reicht nicht, man muss auch mal gewinnen, und zwar im Finale. Nun wird man sicherlich nicht „zufällig“ Weltmeister, aber Murphy muss dennoch seit 3 Jahren mit dem Vorwurf leben, eben das sei ihm gelungen. Und ich fürchte, dieser Vorwurf wird im Raum stehen bleiben, bis er anfängt, Ranglistenturniere zu gewinnen.

genie 27. Apr., 19.14 Uhr

das maguire nach der china open die Wm gewinnt, bezweifle.
ein ebdon im HF hätte was dagegen

DanaX 27. Apr., 19.33 Uhr

Ebdon ist meilenweit entfernt davon die WM zu gewinnen, Maguire hätte ihn mit der Leistung gegen King am Tisch zerlegt.

Ich bin davon überzeugt das Maguire der Top Favorit ist, zusammen mit OSullivan wenn er sich mal am Riemen reißt.

Zu Murphy : Gerne sehen tue ich ihn, hab ihn in Hamm auch mal live gesehen, aber ich bin trotzdem kein Fan, irgendwie ist das Sympathieband zerschnitten :)

Grüße

macwoern 28. Apr., 00.45 Uhr

So ein Quatsch! Wieso soll Ebdon meilenweit davon entfernt sein die WM zu gewinnen. Wer hätte vor der WM gedacht, daß Selby und Murphy schon in der ersten und zweiten Runde rausfliegen.

Auf die Tagesform kommt es an und da ist durchaus ein WM mit dem Namen Hendry, Ebdon oder auch Liang möglich.

DanaX 28. Apr., 07.37 Uhr

OK, dann sprechen wir uns hier an dieser Stelle wieder, am 06.05.2008.

Grüße

Eric Eggert 28. Apr., 08.09 Uhr

Ich sehe das ähnlich wie Macwoern, jeder, der in dieser Phase noch dabei ist kann gewinnen. Jetzt kommt es auf die Form über mehrere Tage an, die muss stimmen. Maguire konnte gestern seine Form nicht so abrufen wie vorgestern. Wirklich überragend spielt im Moment keiner – weil das Niveau so hoch ist. Selbst Liang und die anderen „Hinterbänkler“ haben Chancen. Das macht doch Spaß.

Geniest tolles, enges Snooker mit Überraschungen. So soll es sein.

Xristjan 28. Apr., 10.07 Uhr

Man kann nicht 17 Tage Topleistung bringen. Maguire wird froh sein, jetzt bei 9:0 den Durchhänger gehabt zu haben, und nicht in einer engen Phase im Viertelfinale (oder später)… Ebdon unterschätze ich jedenfalls auch nicht, genauso wenig wie Carter. und Ronnie hat gestern – und das ist wieder mal das Erstaunliche – mit 80% Leistung die Führung gegen Williams aufrechterhalten. Mal sehn, wann/ob Ronnie aufdreht…

Markus Pirchner 28. Apr., 12.15 Uhr

Mir ist (fast) völlig schnurz, wer gewinnt. Alles was ich will, ist packendes Snooker in bester Qualität. Snooker ist Entertainment (außer man steht selber am Tisch, dann ist es Sport und Business).
„Fast“ deshalb, weil ich natürlich daran interessiert bin, jene Spieler möglichst oft und lange zu sehen, die für Spannung und Emotion etc. sorgen. Aus diesem Grund darf meinetwegen Peter „Beamtensnooker“ Ebdon jetzt gerne ausscheiden ;-)

snookerfanberlin 28. Apr., 12.51 Uhr

ich bin zwar auch ein bekennender „Ronnie-Fan“, respektiere aber die Leistung jedes Spielers, der an dieser WM dabei war bzw. noch dabei ist.

die zum teil sehr negativen kommentare zu einzelnen spielern verstehe ich nicht(speziell gg. Dott und Murphy oder Ebdon)- sollten wir nicht froh sein, mittlerweile sehr,sehr viel top-snooker auf sehr hohem niveau angeboten zu bekommen?

es ist mir letztlich gleich, wer schließlich weltmeister wird- ich bin jeden tag auf’s neue erstaunt und begeistert, wenn ich die Leistungen der Spieler sehe( vor allem wenn ich dann selbst am tisch stehe und verzweifle;-))…

grüße aus Berlin an die snooker-community;-)

Xristjan 28. Apr., 13.30 Uhr

Stichwort negative Kommentare – was hat eigentlich alle Welt gegen Peter Ebdon? Ich finde es faszinierend, ihm zuzusehen, so technisch sauber und raffiniert, wie er spielt, das ist besser als jedes Trainingsvideo. Und als Mensch muss man ihn auch einfach gern haben (allein schon wegen der quietschbunten Westen ^^).

Markus Pirchner 28. Apr., 16.36 Uhr

Ich kann nur sagen, was ich gegen Ebdon habe: nichts. Aber sein Spiel/Stil gefällt mir nicht. Ist mir schon passiert, dass ich zwischen zwei seiner (aufeinander folgenden) Stöße eingeschlafen bin :-)
Wenn ich mir dagegen den letzten Frame von O’Sullivan gegen Williams (zum 13:7) anschaue – DA ist Emotion drin.

Xristjan 28. Apr., 16.38 Uhr

sorry, aber da muss ich ganz klar sagen, wer richtiger Snookerfan ist, liebt nicht nur tolle breaks von schnellen, charismatischen Spielern…

Matthias Mees 28. Apr., 17.04 Uhr

In fast jeder Sportart gibt es Zuschauer, die offensives, spektakuläres Spiel bevorzugen, und andere, die auch der kniffeligsten Defensivschlacht eine gewisse Schönheit abgewinnen können. Peter Ebdon gehört sicherlich nicht unbedingt zur Fraktion „Gnadenlose Offensive“, aber er ist durchaus auch in der Lage, faszinierendes Snooker zu bieten – ich erinnere nur an sein WM-Finale gegen Graeme Dott …

Meines Erachtens ist es ganz richtig, dass der Reiz des Spiels nicht nur in einer Facette liegt. Und ganz egal, wer nun letztlich die WM gewinnt – er wird mit Sicherheit nicht nur eine Facette beherrschen.

Markus Pirchner 28. Apr., 17.38 Uhr

@Xristjan – ich weiß zwar nicht, was ein richtiger Snookerfan ist (oder wie er sein muss) – und so wichtig ist mir Snooker nun auch wieder nicht -, aber ich kann einem gefinkelten Taktikspiel genauso viel abgewinnen wie einem präzisen Stellungsspiel oder einer „potting frenzy“. Aber manchen Spielern beim Denken zuzuschauen (Ebdon ist ja nicht der einzige „Gründliche“) hat für mich eben keinen Reiz.
Aber solange ich mich dabei gut unterhalte, ist es mir egal, wenn ich kein „richtiger Snookerfan“ sein sollte.
@Matthias – dass der (zum richtigen Zeitpunkt) kompletteste Spieler vermutlich gewinnen wird, stimmt schon. Aber das Gewinnen ist mir nicht halb so wichtig wie das damit verbundene Ausmaß an Entertainment. Wenn’s langweilig wird, schalte ich auch vom Finale weg. Denn wenn es nur ums Gewinnen geht (ginge), dann genügt der Blick aufs Ergebnis am nächsten Tag.

Eric Eggert 28. Apr., 20.03 Uhr

Das sehe ich so ähnlich, man will ja sehen was passiert. In einem Autorennen möchte man ja das spektakuläre Überholmanöver sehen und nicht nur erfahren, dass da Positionen gewechselt haben.

Snooker ist wie jeder Sport Entertainment, Emotion. Und es ist viel einfacher mit einem O’Sullivan mitzugehen und zu sehen wie er bis 147 alle Bälle punktgenau richtig stellt und ein perfektes Spiel spielt, als anderen Spielern zuzuschauen, die alle zwei Minuten einen sehr guten Stoß machen.

Das wiederum gilt nicht für Safetyduelle. Snooker sind ein so integraler Bestandteil des Spiels und zeigen die außerordentlichen Fähigkeiten der Spieler beim Positionsspiel. Ein guter Snooker ist so spannend wie ein Longpot.

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