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Snookerblog

Mehr Mut zum Risiko bei der WM 2008?

1 Kommentar

Zugegeben, es sind erst ein paar Frames der WM 2008 gespielt, aber ich meine, einen ersten Trend ausmachen zu können: Mehr Mut zum Risiko, eine höhere Bereitschaft, auch schwierige Pots in heiklen Situationen anzugehen. Das war besonders am gestrigen Sonntag in den Abendsessions zu sehen – eigentlich untypisch für eine WM, bei der es in jeder Hinsicht um viel geht. Eigentlich alle Spieler, die in den drei Begegnungen am Tisch standen, spielten den einen oder anderen riskanten Ball, wenn auch wohl aus unterschiedlichen Motiven.

Zum Teil lagen – speziell zum Ende eines Matches hin – verquere Bilder auf dem Tisch, die kaum kalkulierbare Stöße anboten. Ein solches Bild brachte einen zu dem Zeitpunkt wohl schon resignierenden Stephen Lee dazu, den Tisch zu öffnen, was ihm letztlich das Aus bescherte.

Auch Barry Hawkins vergab im nachzuholenden finalen Frame seiner Begegnung gegen Allister Carter eine relativ gewagte Rote und machte anschließend die Tatsache, dass der Frame aufgrund einer speziellen Ansetzungsregel seperat in einer dritten Session, welche nur einen Frame dauerte, nachgeholt werden musste, für sein Ausscheiden verantwortlich. In der Tat bitter für Hawkins, der in den vorangegangenen 3 Frames einen Rückstand von 9-6 ausgleichen konnte, dann aber von der Pause um seinen Spielfluß gebracht wurde.

Über die volle Distanz gingen auch Peter Ebdon und Jamie Cope. Hier war es der in seinem ersten Match im Crucible beeindruckend forsch aufspielende Youngster Cope, der die riskanten Bälle annahm. Bei Cope ist das Bestandteil seines Spiels – ähnlich wie z.B. auch Ronnie O’Sullivan versucht Cope oft Bälle mit sogenannten „kleinen Kontakten“ quasi nebenbei „anzulösen“ oder selbst bei Safeties noch für spätere mögliche Breaks „vorzuarbeiten“. Das ist sicherlich ein Stil, der Zukunft hat, gegen den erfahrenen Ebdon hat es in diesem Jahr nicht gereicht.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, steht uns eine spannende WM bevor – es ist allerdings damit zu rechnen, dass im Verlauf der WM die Vorsicht zu- und der Mut zum riskanten Pot abnimmt.

Kommentare (Abonnieren)

Olaf 21. Apr., 08.47 Uhr

Deinem Eindruck stimme ich zu, Matthias. Es bezieht sich zwar nicht auf Deinen Artikel, aber das hohe Risiko führt meiner Meinung nach nicht zwangsläufig zu einer Steigerung der Attraktivität. Bei Cope gestern war es schon ein wenig zu viel des Guten. Es hatte dann mehr so eine Jahrmarkt-Schießbuden- Touch. Sei´s drum, ich find´s geil das wieder WM ist :-)

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