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Snookerblog

„Clean the white, please.“ – Was sind eigentlich Kicks?

Der Spielball

Gelegentlich hört man bei Snooker-Übertragungen einen Spieler zum Schiedsrichter „Clean the white, please.“ sagen – auch Stephen Maguire machte bei seinem Finalerfolg bei den China Open des öfteren von diesem Satz Gebrauch.

Dabei geht es natürlich nicht aus rein ästhetischen Gründen darum, unschöne Verschmutzungen auf dem Spielball beseitigen zu lassen. Vielmehr haben Verschmutzungen durch Staub, Kreidereste, Kleidungsfasern oder sonstigen Unrat bisweilen fatale Folgen: Sie verursachen die gefürchteten „Kicks“.

Ein Kick oder „bad contact“ (schlechter Ballkontakt) führt dazu, dass zwei Bälle, üblicherweise der Spielball und der angespielte Objektball, beim Kontakt aneinander kleben, mitunter sogar der Spielball am Objektball „hochklettert“, was besonders bei kräftigen Stößen zu sehen ist. Dies geschieht insbesondere dann, wenn mit Effet gespielt wird – Effet bedingt selbst bereits einen längeren Kontakt zwischen Spiel- und Objektball.

Weitere Faktoren, die Kicks offenbar begünstigen, sind Luftfeuchtigkeit, Veränderungen in der Raumtemperatur und statische Aufladung. Das Problem ist nicht neu, aber nach wie vor schwierig in den Griff zu bekommen – sozusagen die „Erkältung des Snooker“. Neben einem möglichst optimalen Raumklima ist die bislang wirkungsvollste Waffe gegen Kicks das regelmäßige Reinigen des Spielballs durch den Schiedsrichter – was allerdings nie hunderprozentig wirksam sein wird, das ja bei jedem Stoß erneut Kreide, die Hauptursache für Kicks, auf den Spielball übertragen wird.

Ohne Kreide hingegen wäre kontrolliertes Spiel unmöglich: Das Leder auf der Spitze des Queues würde vom Spielball abrutschen. Es wäre ausgeschlossen, dem Spielball Wirkung mitzugeben, was im Snooker unabdingbar für das Positionsspiel ist.

Kicks können aus Spiel- und Objektball wahre Irrlichter machen. In vielen Fällen gelingt der Stoß zwar dennoch, der Spielball kommt jedoch nicht an der beabsichtigten Stelle auf dem Tisch zum Stillstand, sondern im ungünstigsten Fall so, dass der Spieler mit einer Safety aus dem laufenden Break aussteigen muss. Ärgerlich für den Spieler, der es besser kann, aber am Material scheitert.

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