Sprunglinks

Snookerblog

Keine Beweise für rassistische Äußerungen

8 Kommentare

Auch, wenn das an vielen Stellen geäußert wurde: Es gibt keine Beweise für rassistische Äußerungen während des Matches Ronnie O’Sullivan gegen Ding Junhui. Ich wollte mit der Bewertung der Szenen warten bis die Untersuchungen abgeschlossen sind und es offizielle, englische Statements von Offiziellen der WSA und von den Spielern gibt.

Im Moment scheint aber das Eurosport-Forum ein wenig abgefärbt zu haben, was dazu führt, dass es eine gewisse Ungeduld gibt. Ich zitiere deshalb Sekundärquellen.

Ein Sprecher [der WSA] sagte Radio Five Live, dass es keine Beweise [für Beschimpfungen] gibt und, dass keine offizielle Beschwerde registriert wurde. Quelle: BBC: No further action on Ding ‘abuse’

Ding behauptete in der Pressekonferenz nach dem Match, dass er sich wegen den Beschimpfungen von einem Mann im Publikum ärgerte, der „Geh’ nach hause, nach China“ gerufen haben soll. Quelle: Eurosport: Ronnie comforts distressed Ding

Zuerst muss ich ein Missverständnis aufklären: Es gibt keinen Beweis für rassistische Beschimpfungen. Es gab wohl einen einzelnen Zuschauer, der Ding etwas im Zusammenhang mit seiner Herkunft etwas zurief. Was er allerdings genau gesagt hat, ist unklar. Quelle: Snooker Scene Blog: The Best of Ronnie

Ich finde man muss die Kirche im Dorf lassen. Ein Zuschauer wurde aufgrund von Rufen aus der Arena entfernt und die Turnierleitung hat alles in ihrer Macht stehende getan um für einen reibungslosen Turnierablauf zu sorgen. Die Zuschauer können eben nicht kontrolliert werden. Wer sich die Finals in Wembley aus den letzten Jahren anschaut, der wird merken, dass die Stimmung nicht schlechter oder feindseliger war.

Wembley ist immer emotional aufgeheizt, es ist nunmal das zweitwichtigste Turnier nach der WM. Natürlich ist es keine Frage, dass rassistische Äußerungen nichts beim Snooker und auch sonstwo zu suchen haben. Doch wer bei einem von viertausend Zuschauern bereits von Hooligans und Rowdys spricht, der übertreibt. Letztlich wird man aus diesem Turnier lernen und früher eingreifen müssen.

Kommentare (Abonnieren)

marco 23. Jan., 12.31 Uhr

Da ich mich als Hauptverursacher der Diskussion sehe, werde ich mich gleich dazu äußern.
Erstmal find ich’s gut dass sich jemand zitierfähig informiert, vielen Dank und Daumen hoch.
Dennoch sage ich nach wie vor, die Stimmung dieses Jahr war besonders extrem und ich habe die meisten Finals in Wembley gesehen und selbst wenn es nicht so wäre finde ich die Argumentation “Es war aber schon immer so” etwas unpassend. Weiterhin, man möge mir verzeihen, find ich die Aufzählung “Einer von viertausend” schon fraglich. Also das Getöse gerade im letzten Frame wurde wohl nicht von einem Zuschauer produziert und wenn man den Rowdy als Rowdy bezeichnet, wird diese Aussage nicht weniger wahr nur weil er alleine ist. Von daher frage ich mich was das mit Übertreibung zu tun hat.
Problematisch ist auch der Begriff “rassistische Äußerung”. Die zitierten Quellen werten hier offensichtlich anders als ich das tun würde. Eine Aussage wie z.B. “Geh’ nach hause, nach China” beabsichtigt den Angesprochenen dadurch zu verunsichern, dass er eben hier wo er sich befindet angeblich einfach nicht hingehört und ist deshalb nach meiner Auffassung auf jeden Fall ins rassistische Spektrum einzuordnen. Das niemand sowas wie “Schlitzauge” oder so einen Schmutz gerufen hat ist denk ich klar (zum Glück gibt es doch noch Unterschiede zum Fußball).
Und, um die bereits verwendete Redewendung zu recyclen, dass die Medien und Offiziellen bemüht sind “die Kirche im Dorf” zu lassen liegt ja auf der Hand und ist auch absolut begrüßenswert genauso wie ich begrüße dass die Verantwortlichen den Hauptverursacher emtfernt haben. Ich stimme auf jeden Fall zu dass ein früheres Eingreifen wenn die Stimmung zu unkontrollierbar wird sinnvoll wäre.
So, jetzt bin ich aber ruhig, bevor ich hier endgültig zum public enemy werde. Aber wenn man solche Fragen nicht in einem solchen Umfeld wie diesem Snookerblog diskutiert wo dann? Außerdem ist es doch bestimmt nicht meine Absicht die tolle Leistung Ronnies zu schmälern.

marco 23. Jan., 14.47 Uhr

Da ich mich jetzt doch etwas ärgere doch noch ein Nachschlag! Ich habe mir mal die gegebenen Quellen angeschaut.

Eric schreibt:
“Doch wer bei einem von viertausend Zuschauern bereits von Hooligans und Rowdys spricht, der übertreibt.”

Im ersten Quellennachweis steht halt mal:
“A visibly upset Ding suffered a 10-3 defeat by Ronnie O’Sullivan at a rowdy Wembley, saying the crowd put him off.”
Das Leo-OnlineWörterbuch zum Wort rowdy: rowdy adj. rauflustig
-> natürlich auch im übertragenen Sinne.
Naja, die BBC ist ja für ihre maßlosen Übertreibungen bekannt.

Eric schreibt weiterhin:
“Zuerst muss ich ein Missverständnis aufklären: Es gibt keinen Beweis für rassistische Beschimpfungen.” – original übernommen aus besagtem Blog von Dave H. (Dave Harold?), nur übersetzt.

Allerdings ein paar Zeilen vorher:
“Ding behauptete in der Pressekonferenz nach dem Match, dass er sich wegen den Beschimpfungen von einem Mann im Publikum ärgerte, der „Geh’ nach hause, nach China“ gerufen haben soll.”
Ich erwähnte bereits dass es hier wie überall sehr fraglich ist wo die Grenze verläuft. Wenn man allerdings eine vergleichbare Auffassung hat wie ich, kommt es schon beeindruckend rüber, wenn jemand den “Beweis” für etwas erbringt um anschließend das Gegenteil zu behaupten.

Ach ja, apropros 4000 Zuschauer! In der eigens angegebenen Quelle Eurosport.com steht:
“Ding was almost in tears towards the end of the match – unable to cope with O’Sullivan’s brilliance and the noisy 2,000 crowd”.

Insgesamt bin ich der Auffasung dass die angegebenen Quellen, außer für die unreflektierte Denkweise des Dave H. (hoffentlich nicht der Spieler, den mag ich), für absolut nichts des Gesagten als Stütze taugen.

Ich wollte hier lediglich zur Diskussion stellen dass und weshalb ich vom Publikum am Sonntag so enttäuscht war und muß mich als Replik der Übertreibung und der Unverhältnismäßigkeit (“Ich finde man muss die Kirche im Dorf lassen”) bezichtigen lassen. Aber keine Sorge, ich weiß wann ich unerwünscht bin und wünsche Eric und allen anderen noch viel Freude mit diesem ansonsten zugegeben sehr schönen (ich habe ihn auch so bewertet) Blog.
Ciao.

Eric 23. Jan., 15.31 Uhr

Okay, ich weiß nicht, welche Laus dir über die Leber gelaufen ist. Deine zwölf teilweise inhaltlich fragwürdigen Kommentare sprechen allerdings für sich.

Zu den Vorwürfen gegenüber meiner Person:

„rowdy Wembley“ heißt „aufgewühltes Wembley“, ein Stadtteil kann ja wohl kaum rauflustig sein. Vielleicht war da die Atmosphäre rauflustig. Die BBC spricht nicht davon, dass sich Rowdys in der Arena aufgehalten haben.

Das Snooker Scene Magazin ist ein Magazin in England. Es ist sehr angesehen. Der Autor des Blogs ist Redakteur. Seine Einträge sind persönlich gefärbt. Richtig. Aber er arbeitet in einem möglichst objektiven Umfeld und hat Zugang zu mehr Informationen als ich mir je vorstellen könnte. Deshalb ist er für mich eine durchaus vertrauenswürdige Quelle. Eine, die ich lieber nicht zitiert hätte, aber du wolltest es ja so.

„der „Geh’ nach hause, nach China“ gerufen haben soll.“ zeigt, dass vermutet wird, dass er das gesagt haben soll. VERMUTET. VERMUTET. Da ist nichts bewiesen, bitte nehme das zur Kenntnis.

Die 4000 Besucher hatte Rolf Kalb mal erwähnt, kann sein, dass ich mich da verhört habe. Ich schaue sowas meistens nicht nach, werde es aber sofort korrigieren…

Die Quellen stützen nicht meine Meinung aber deine erst recht nicht. Wenn dir nicht gefällt, dass ich eine eigene Meinung im Posting formuliere – das nicht speziell aber auch an dich gerichtet war – dann tut mir das leid. Auch, wenn du nicht mit der Kritik umgehen kannst oder willst.

Ich kann auch nichts dafür, wenn du jetzt eingeschnappt bist und diese Seite nicht mehr besuchen willst. Das ist ganz alleine deine Sache.

Ich halte Kommentare bei Weblogs für wichtig und für das Salz in der Suppe. Dazu gehört aber auch Kritikfähigkeit auf beiden Seiten. Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn man jede Diskussion dadurch zerstört, dass man pedantisch seine Kommentare wiederholt, auch, wenn es keinen Zusammenhang zum eigentlichen Thema hat. Das macht es für mich und für die anderen Leser extrem schwierig diskussionen zu folgen.

Wenn du dich weiter hier aufhalten willst, so steht dir das frei. Du würdest aber allen einen Gefallen tun, wenn duauch die Meinungen anderen respektieren würdest.

marco 23. Jan., 17.20 Uhr

Ok, ok, du hast ja Recht, ich hab total überreagiert als ich den letzten Eintrag geschrieben habe. Ich bin ja auch der Meinung das beide Seiten kritikfähig sein sollten. Allerdings ist das ein Unterschied ob ich in einem Kommentar zu einem Beitrag etwas schreibe oder ob du die Kritik an meinen Kommentaren (auch der Kommentare anderer) in einen Beitrag selbst mit hinein packst. Ich hätte es eben eher begrüßt ebenfalls in einem Kommentar kritisiert zu werden und zwar qualitativ so wie du es jetzt getan hast. Anders gibt es eben ein qualitatives Gefälle in der Wahrnehmung der Besucher deines Blogs – wenn du verstehst was ich meine, aber ich denke doch mal ja.
Ich wußte eben gar nichts von deiner Kritik an meiner Auffassung bis ich diesen neuen Beitrag gelesen habe, in dem offensichtlich abwertend auf meine Posts Bezug genommen wurde und das hat mich doch ziemlich umgehauen.

Was deine Aussage angeht ich würde meine Kommentare pedantisch wiederholen, da bin ich ja wohl nicht alleine. Man denke an den Klassiker “Im Masters-Finale is es nun mal so” . . kann mich erinnern immer wieder darauf gestoßen zu sein. Soll ich mir vielleicht jedesmal was Neues dazu einfallen lassen?
Um das ganze abzukürzen mal eine Frage? Was VERMUTEST du denn was die “euphorische” Menge dem Junhui so alles zugerufen hat? – “Komm, ich lad dich zum Kaffe ein” ? Das hier Dinge schwer beweisbar sind und dass da mit großer Sicherheit auch keiner wirklich Wert drauf legt und selbst wenn, dass Beweise hier immer auf “ich kenn einen, der hat gehört dass …” beruhen und daher immer fraglich sind dürfte klar sein. Hinzu kommt wie gesagt die Problematik der Auslegung. Ich glaube ich kenne die Menschen zwischenzeitlich etwas und auch du hast bestimmt deine Welterfahrung. Wir wissen bestimmt beide dass unabhängig der (überflüßigen) “Beweislage” bestimmt keine Lobeshymnen auf Ding gesungen wurden. Die Szenen waren, auch ohne jeden Satz im Wembley (damit ist nicht der Stadtteil gemeint) zu verstehen, wohl eindeutig und dass da mit Sicherheit auch der eine oder andere grenzwertige Kommentar gefallen sein dürfte ist doch mehr als wahrscheinlich. Ich frage mich was es da mit “Beweisen” zu hantieren gibt bzw. wen du in Schutz nehmen möchtest. Man kann doch meine Meinung im Prinzip auf den Nenner bringen: Das Verhalten eines großen Teils des Publikums war einfach unter aller Sau! Du kannst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass da anderer Ansicht bist!

Eric 23. Jan., 17.31 Uhr

„Das Verhalten eines großen Teils des Publikums war einfach unter aller Sau! Du kannst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass da anderer Ansicht bist!“

Habe ich auch nie, deshalb hat mich deine nachhaltig insistierende Argumentation ja auch verwundert.

marco 23. Jan., 17.55 Uhr

Das Problem war ganz einfach, dass solange ich meine Kommentare gepostet habe, niemand wirklich geantwortet hat in der Form “Ich sehe das ganz anders, weil . .” außer vielleicht dem sehr kurzen Kommentar von dir, wo ich überhaupt noch nicht gecheckt habe dass du das bist. Als ich dann diesen neuen Beitrag gelesen habe mit eben besagten Bezügen zu diesen meinen Posts kam ich mir schon ziemlich in die Ecke gedrängt vor. Wie gesagt hätten wir das, so wie jetzt, auf einer Ebene quasi, ausdiskutiert hätte ich mich sicher nicht so in der Buhmannrolle gesehen und hätte auch sicher nicht so harsch reagiert. Nochmals Entschuldigung hierfür.

Eric 23. Jan., 18.34 Uhr

Kein Problem. Das Medium Internet ist schwierig eben weil man nur indirekt miteinander kommuniziert.

Editha 24. Jan., 08.46 Uhr

Ich kann nur sagen das die Freudeauf den Sieg durch die Zwischenrufe kaputtgemacht wurde.Ich war schockiert als selbst Ronnie das Publikum zu ordnung rufen musste.Man kann ja begeistert sein aber wenn man sieht das es dem Gegner schon schlecht geht warum muss man die Stimmung och aufheizen.Ich war sehr endtäucht vom Publikum. Ronnie fand ich sehr nett als er Ding getröstt hat.
Ich hätte es auch Ding gegönnt.Schade das die Zuschauer mir einen Snookerabend verdorben haben ih konnte mich nicht freuen über den Sieg von Ronnie weil ich wusste das es Ding schlecht ging.

Anzeige:

Alle Inhalte sind Eigentum des jeweiligen Autors. Dieses Internetangebot enthält Ausschnitte aus verschiedenen anderen (Online-)Medien. Kommentare müssen nicht die Meinung des Seitenbetreibers widerspiegeln. Betachten Sie auch die Richtlinien zum Datenschutz und das Impressum. Icons von FamFamFam.